„Fußballfans dürfen nicht weiter wie Tiere behandelt werden“

Faszination Fankurve 05.05.2022 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Die Fanhilfe Magdeburg hat Hinweise zum umstrittenen Vorgehen der Polizei im Nachgang des Spiels 1. FC Magdeburg gegen den FSV Zwickau gesammelt. Augenzeugen und geschädigte FCM-Fans berichteten der Fanhilfe vom Wasserwerfereinsatz am Hasselbachplatz und von körperlichen Gewalt. (Faszination Fankurve, 05.05.2022)

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Faszination Fankurve dokumentiert die Pressemitteilung der Fanhilfe Magdeburg:

Fanhilfe legt Aufarbeitung des Polizeieinsatzes zur Aufstiegsfeier des 1. FC Magdeburg vor – Sammlung belegt unverhältnismäßigen Einsatz gegen friedlich feiernde Fans
 
Die Fanhilfe Magdeburg hat in den letzten Tagen eine Stoffsammlung zum Polizeieinsatz zu den Aufstiegsfeierlichkeiten des 1. FC Magdeburg angefertigt. Diese Sammlung zeichnet ein Bild des Polizeieinsatzes am Hasselbachplatz und in Stadtfeld, dass höchst fragwürdig ist. Konkret gab es gewalttätige Übergriffe gegen friedlich feiernde Fans durch die Polizei. Auch einige Kneipenbetreiber am Hasselbachplatz erlebten einen verstörenden Polizeieinsatz.
 
Etliche Meldungen von geschädigten Clubfans, Gästefans sowie Kneipenbetreibern erreichten die Fanhilfe seit Montag, 25. April über Social Media, E-Mail und Telefon. Während am Stadion über 25.000 Menschen ausgiebig feierten und sich die Polizei im Hintergrund hielt, ließ die Polizei die Situation am Hasselbachplatz bewusst eskalieren. Das beweisen auch die der Fanhilfe zugesandten Schilderungen. Die Polizei nahm vereinzeltes Abbrennen von Pyrotechnik zum Anlass, um mit zwei Wasserwerfern sowie etlichen Hundertschaften den Hasselbachplatz am frühen Abend weiträumig von allen blau-weißen Fans zu räumen. Den Einsatz von Wasserwerfern, die sonst nur bei Großdemonstrationen aktiviert werden, kritisiert die Fanhilfe besonders. Ebenso verurteilt die Fanhilfe das mehr als rabiate Vorgehen der Polizisten – sowohl in körperlicher als auch verbaler Hinsicht – gegen Fans, die friedlich in den Kneipen am Hasselbachplatz feierten. Der Fanhilfe liegen zahlreiche Videos und Berichte vor, die belegen, dass vollkommen friedvolle Fans von der Polizei getrieben und zum Verlassen des Platzes gedrängt wurden, die geschoben und gestoßen, oder mit Pfefferspray und weitergehender körperliche Gewalt verdrängt wurden.

Wir fordern die Polizei auf, ihre Einsatztaktik grundlegend zu überdenken. Fußballfans dürfen nicht weiter wie Tiere behandelt werden. Es muss das Gebot der Verhältnismäßigkeit auch gegenüber Fußballfans gelten. Insgesamt sind der Fanhilfe Magdeburg sechs konkrete Fälle von Polizeigewalt bekannt geworden, die Fans zur Anzeige gebracht haben. Teilweise liegen hier schwere Vorwürfe wie gefährliche Körperverletzung durch den Einsatz von Pfefferspray, Knüppeln und Tritte gegen friedliche Fans durch die Polizei vor – ein Fan verlor gar das Bewusstsein. 

Die Fanhilfe Magdeburg startete bereits am Folgetag des überzogenen Polizeieinsatzes einen öffentlichen Aufruf an alle Fans des 1. FC Magdeburg, Übergriffe durch die Polizei im Rahmen der Aufstiegsfeier zu melden. Auch eine telefonische Sprechstunde der Fanhilfe mit einem Anwalt wurde organisiert, um das weitere Vorgehen im einzelnen Fall mit den Fans zu beraten. Die Fanhilfe wird als Solidargemeinschaft weiterhin auf der Seite der Opfer von Polizeigewalt stehen und alles Mögliche tun, um Ihnen eine Stimme zu geben.

Zur Stoffsammlung der Fanhilfe Magdeburg

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