Die Ultras Hannover behaupten, es hätte über einen Mittelsmann eine Absprache zwischen der Ultraszene und dem Vereinspräsidenten Martin Kind über das Abbrennen von Pyrotechnik gegeben. Stadionwelt sprach mit der Gruppe über das Zustandekommen der Vereinbarung und die Folgen.
Pyro-Absprache zwischen Ultras und Vereinsboss?
Foto: Faszination Fankurve
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Stadionwelt: Es wird gemunkelt, es soll eine Absprache zwischen den Ultras Hannover und der Vereinsführung über das Abbrennen von Pyrotechnik gegeben haben. Stimmt das?
Ultras Hannover: Das ist korrekt. Über einen beiden Seiten vertrauten Mittelsmann gab es eine Absprache.
Stadionwelt: Wie kam es zu der Absprache und was genau wurde vereinbart?
UH: In der vergangenen Saison, vor allem in der Hinrunde, wurde seitens der Ultraszene in Hannover deutlich mehr Pyrotechnik abgebrannt als in den Vorjahren; erstmals seit Ewigkeiten auch wieder im Niedersachsenstadion. Die KGaA fand positiv, dass wir keine Böller nutzten und auch keine Fackeln o.ä. geworfen haben. Martin Kind betonte in Gesprächen mehrfach, dass Pyrotechnik ihm eigentlich egal sei, ihn die Strafen allerdings massiv stören. Als die Situation nach zweimaligem Zünden in der Rückrunde in Berlin und Mainz kurz vor der Eskalation stand, suchten wir nach einer Lösung. Über den oben genannten Mittelsmann einigten wir uns darauf, bis zum Saisonende komplett auf Pyrotechnik zu verzichten, um so einerseits Hannover 96 vor weiteren Strafen zu "schützen" und anderseits zu zeigen, dass wir entsprechend Einfluss auf die Kurve nehmen können. Einzige Ausnahme war das letzte Saisonspiel gegen Kaiserslautern, bei dem allerdings erst weit nach Abpfiff gezündet wurde und es somit keine Strafe vom DFB gab. Im Anschluss an dieses Spiel äußerte sich Martin Kind in der Neuen Presse wie folgt: "Man sieht, dass die Fans stolz sind auf 96. Es gab sehr kreative Choreografien der Ultras. Pyrotechnik habe ich nicht mehr gesehen, nur nach dem Spiel, aber das zähle ich nicht mit, da war der Schiedsrichter schon weg." (http://www.tonilieto.de/mediapool/68/689886/data/NP_2012/0507_lala.pdf) Die Absprache sah des Weiteren vor, dass wir in der kommenden Spielzeit fünf Mal zünden dürfen plus einmal beim letzten Saisonspiel weit nach Abpfiff. Hannover 96 würde sich zwar weiterhin öffentlich äußern, dass Pyrotechnik zu verurteilen sei, uns würden aber keine Konsequenzen drohen, so lange es bei diesen fünf Malen bleibt.
Stadionwelt: Was hat Vereinspräsident Martin Kind Eurer Ansicht nach zu einem Umdenken veranlasst?
UH: Martin Kind schien eingesehen zu haben, dass er die Pyrotechnik nicht komplett aus der Kurve bekommen kann. Durch diese Absprache wusste er aber im Vorfeld wie häufig gezündet wird und er konnte die entsprechende Strafe kalkulieren. Des Weiteren würde deutlich weniger gezündet werden, als in der Vorsaison.
Stadionwelt: Wie würdet Ihr die Absprache abschließend betrachten und wie werdet Ihr in Zukunft mit der Vereinsführung umgehen?
UH: Wir müssen uns eingestehen, dass wir auf gut Deutsch astrein verarscht wurden und haben daraus unsere Konsequenzen gezogen. Wir werden mit der Führung der KGaA nicht weiter kommunizieren. Dass eine Kommunikation mit Martin Kind und seinen Lakaien in keinster Weise zielführend ist, hat inzwischen auch der Supportersclub Rote Kurve erkannt und hat ebenfalls alle Gespräche abgebrochen. Es gibt somit keinen Kontakt mehr zwischen Vereinsführung und Fanszene.




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