Stadionwelt hat alle an der „Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren“ beteiligten Fangruppen um ein Kurzinterview gebeten. Die erhaltenen Antworten werden hier nach und nach veröffentlicht. Auch aus Braunschweig bekamen wir eine Antwort.
Kurzinterview Pyrotechnik legalisieren: Cattiva Brunsviga
Foto: Faszination Fankurve
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Stadionwelt: Warum macht Ihr bei der Kampagne „Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren“ mit?
Cattiva Brunsviga: Wir haben Anfang des Jahres in Braunschweig angefangen ernsthaft über das Thema nachzudenken und ein Konzept erarbeitet, mit dem ein legalisierter Umgang mit Pyrotechnik in Betracht gezogen werden könnte. Schnell wurde klar, dass die Thematik u. a. mit dem DFB und somit auf breiter Ebene diskutiert werden muss. Besonders wichtig ist, dass Pyrotechnik als Stilmittel unserer Kultur vernünftig eingesetzt und das Werfen, genauso wie Böller durch unsere Bewegung verurteilt werden. Somit war die Grundvoraussetzung, dies mit einem Großteil der Deutschen Ultràsgruppen zu diskutieren und auf einen gemeinsamen Tenor zu kommen, denn nur wenn ein Großteil der Gruppen hinter diesen Werten steht, sehen wir die Möglichkeit mit dem DFB ernsthaft über einen legalisierten Umgang mit Pyrotechnik in Deutschland zu diskutieren. Das so viele Ultràgruppen an der Kampagnen teilnehmen, bestätigt zum einen, dass die auf der Fandemo „Zum Erhalt der Fankultur“ gewünschte Selbstreflektion innerhalb der Gruppen statt findet und zum anderen erkannt wurde, dass es Sinn macht, wenn unsere Bewegung gemeinsam und geschlossen an Fanrelevante Themen wie Pyrotechnik heran geht. Ein weiterer Vorteil ist, dass man untereinander Erfahrungen austauschen und weitergehende Arbeiten teilen kann. Die Antwort warum wir also bei der Kampagne mitwirken, sollte überzeugend genug sein, weitere Unterstützer für unser Vorhaben zu gewinnen.
Zaunfahne der Braunschweiger beim Spiel gegen Jena
Bild: www.braunschweig1895.de
Stadionwelt: An der Kampagne sind verschiedene Ultràgruppen von Vereinen, die in unterschiedlichen Spielklassen spielen, beteiligt. Wie schätzt Ihr die Chancen für die Umsetzung der Forderungen der Kampagne bei Euch vor Ort ein?
Cattiva Brunsviga: Wie erwähnt, haben wir in Braunschweig bereits ein Konzept entwickelt, dass einen konkreten Plan unserer Forderung vorsieht, der auf unseren Standort ausgerichtet ist. Darüber hinaus laufen bereits Gesprächsrunden an denen wir mit dem Verein, dem Fan-Projekt, der Polizei und der Feuerwehr die Thematik auf Augenhöhe zielstrebig diskutieren. Die Argumente bestätigen uns, dass eine offen geführte Diskussion für alle Beteiligten Vorteile hat. Demnach blicken wir positiv in die Zukunft, auch wenn es noch einige Hürden zu meistern gilt.
Stadionwelt: Wie habt Ihr die Kampagne am letzten Wochenende bekannt gemacht und welche weiteren Aktionen sind von Euch eventuell noch geplant?
Cattiva Brunsviga: Mit einem Spruchband auf dem der Link der Kampagne „www.pyrotechnik-legalisieren.de“ geschrieben steht, haben wir beim Auswärtsspiel in Heidenheim auf die Kampagne aufmerksam gemacht, obwohl dieses nicht erlaubt war. Es bleibt uns weiterhin ein Rätsel, weshalb gerade Spruchbänder mit einer inhaltlich positiven Auseinandersetzung nicht erlaubt werden, da am Ende auch die Vereine und Sicherheitsorgane von einem kontrollierten Umgang profitieren. Eine Zaunfahne, die das Logo der Kampagne schmückte, konnte ebenfalls das Stadioninnere erblicken, sodass man trotz Verbote die Kampagne ausreichend bekannt machen konnte. Aufklärende und weiterführende Texte mittels unserer Medien werden in Zukunft, genauso wie weitere Spruchbandaktionen und Veranstaltungen, in denen wir über unser Anliegen informieren, folgen. Uns ist es wichtig die breite Masse der Fanszene über die Pläne, die hinter der Kampagne stecken, aufzuklären. Pyrotechnik ist in unseren Augen ein traditionelles Stilmittel der Fankultur, das zunehmend kriminalisiert wurde. Hier gilt es unter verantwortungsbewussten Umgang zum eigentlichen Ursprung zurück zu kommen.
(Stadionwelt, 08.12.2010)
Hier geht es zum großen Interview mit einem Vertreter der Kamapgne "Pyrotechnik legalisieren – Emotinen respektieren":
Interview mit Jannis Busse
Hier geht es zu weiteren Kurzinterviews zum Thema:
Kurzinterview Cattiva Brunsviga
Kurzinterview B-Block Würzburg
Kurzinterview Pfalz Inferno Kaiserslautern
Kurzinterview Commando Cannstatt – VfB Stuttgart
Kurzinterview Ultras Essen
Bild: www.braunschweig1895.de




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