Lagebericht aus Südafrika

Faszination Fankurve 16.06.2010 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Nahe dem Quartier der Nationalmannschaft steht das DFB Fan Village in Pretoria. Hier hat Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS), mit seinem Team während der WM sein Lager aufgeschlagen. Mit Stadionwelt sprach er über seine WM-Erfahrungen.

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Das Loftus Versfield Stadium in Pretoria – in der WM-Stadt steht auch das DFB Fan Village
Bild: Fritz Duras – Austria80.at

Stadionwelt: Die mediale Aufmerksamkeit, die der WM bereits im Vorfeld geschenkt wurde, ist enorm. Vor allem in puncto Sicherheit gab es vor Turnier-Start Bedenken. Welche Erfahrungen konnten Sie im Hinblick auf dieses Thema bisher sammeln?
Gabriel: Im Fan Village ist die Lage sehr entspannt. Auch außerhalb des Quartiers gab es meines Wissens keine negativen Vorfälle – mir ist dahingehend zumindest noch nichts zu Ohren gekommen. Die Polizei präsentiert sich an den WM-Schauplätzen, an denen ich mich aufgehalten habe – also Pretoria, Durban und Johannesburg, derweil angenehm zurückhaltend und freundlich. Das zahlenmäßige Aufgebot der Sicherheitskräfte unterscheidet sich wohl nicht wesentlich von dem zur WM 2006.

Stadionwelt: Wie ist denn Ihr Gesamteindruck von der Stimmung an den von Ihnen besuchten Austragungsorten?
Gabriel: Insgesamt gibt es in Bezug auf die Stimmung nichts Negatives zu berichten. Alle Fans, mit denen wir bisher gesprochen haben, sind angetan von der Freundlichkeit der Südafrikaner. Die Städte präsentieren sich wirklich toll. Besonders viele Eindrücke haben wir auf dem Fan Fest in Durban sammeln können: Der Stadt ist es gelungen vielfältige kulturelle und soziale Projekte in die Feierlichkeiten einzubinden. Unter anderem gab es direkt am Strand mehrere Bühnen, auf denen verschiedenste Musikstile dargeboten wurden. Von Hip Hop bis Country war fast alles dabei. In den Kneipen feierten die australischen Fans gemeinsam mit den deutschen Anhängern – die Stimmung ist insgesamt super. Uns freut, dass alle, die sich hierher auf den Weg gemacht haben, für ihren Mut belohnt werden.

Stadionwelt: Zahlenmäßig sind die deutschen Fans wohl nicht so zahlreich vertreten. Lediglich 1.500 Anhänger der Fußballnationalmannschaft sollen in Südafrika sein. Können Sie diese Angabe bestätigen?
Gabriel: Das ist wirklich schwierig zu beurteilen. Uns liegen keine konkreten Zahlen vor, aber mein persönlicher Eindruck ist, dass es schon mehr als 1.500 Fans aus Deutschland sind. Im Moses Mabhida Stadium waren während des ersten Vorrundenspiels mit deutscher Beteiligung schätzungsweise 5.000 bis 6.000 Zuschauer, die das deutsche Team unterstützten. Allerdings stellte sich in Gesprächen mit so manchem Deutschland-Trikot-Träger heraus, dass nicht alle aus Deutschland selbst stammen. Die Australier waren am Sonntag auf jeden Fall zahlenmäßig klar überlegen.

Stadionwelt: Entscheidet man sich jetzt noch kurzfristig für eine Südafrika- beziehungsweise WM-Reise, gibt es dann Schwierigkeiten an eine Unterkunft zu kommen?
Gabriel: Hier im Fan Village kann man sich leider nicht mehr einmieten. Aber in anderen Wohneinheiten auf dem Universitäts-Campus können Basic-Einzelzimmer gebucht werden, die mit dem Wichtigsten ausgestattet sind. Insgesamt stellt sich die Situation aber so dar, dass es nach unserem Kenntnisstand kein größeres Problem sein sollte, eine Unterkunft zu finden.

Stadionwelt: Heiß diskutiert ist hierzulande das Thema Vuvzelas. Wie ist denn hinsichtlich der lautstarken Unterstützung die Einstellung der Fußball-Fans vor Ort gegenüber den „Krachmachern“?
Gabriel: Vereinzelt kamen die südafrikanischen Instrumente in Durban auch im deutschen Fan-Block zum Einsatz. Es gibt aber deutlich mehr Gegner als Befürworter der Vuvuzelas und die Mehrheit zeigt sich doch ziemlich genervt. Besonders bei den Fußball-Interessierten, die diesen Sport nicht als Event verstehen, spricht man sich doch vermehrt gegen die Instrumente aus, weil alle Äußerungen von Zuschauern überdröhnt werden. (Stadionwelt, 16.06.2010)

Zum Stadionwelt-WM-Special

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Das Loftus Versfield Stadium in Pretoria – in der WM-Stadt steht auch das DFB Fan Village
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