Jubelstürme und falsche Farben

Faszination Fankurve 01.09.2008 0 Kommentare

Foto: Wilde Horde 1996

Nun ist die Saison wieder in vollem Gange und kaum ein Tag ohne Fussball. Einige Fans, beispielsweise die aus Hannover und Cottbus, haben bisher nicht einmal ein Tor sehen dürfen. Andere haben allen Grund ausgiebig zu jubeln. Aber auch Proteste spielen dieser Tage eine Rolle.

Werbung

In Erfurt fand die Regionalligapartie gegen Werder Bremen II am Samstag vor leerem Haus statt. Wie Stadionwelt berichtete war der Club aus Thüringen aufgrund antisemitischer Gesänge beim Derby gegen Jena zu einem „Geisterspiel“ verurteilt worden. Die Mannschaft hatte für das Spiel einen besonderen Spruch auf den Trikots. „Grenzenlos fair“ war dort zu lesen. Circa 1.000 Anhänger von RWE wollten allerdings nicht darauf verzichten, ihr Team zu supporten. Hinter der Anzeigentafel gejubelt werden durfte auch – Erfurt gewann mit 3:1.

Bild: Wilde Horde 1996″ loading=“lazy“>

Köln in Karlsruhe.
Bild: Wilde Horde 1996

Zwei Tore mehr als der Gegner schoss auch der 1. FC Köln. Der Auswärtssieg in Karlsruhe wäre aber wohl schnell in Vergessenheit geraten, wenn sich bewahrheitet hätte, was beim Zusammenbruch von FC-Spieler Ümit Özat alles spekuliert worden ist. Glücklicherweise erlitt der Türke „nur“ einen Kreislaufkollaps. Die Erleichterung darüber, war nicht nur seinen Team-Kollegen, sondern auch dem mitgereisten Anhang aus der Domstadt deutlich anzusehen und zu hören.

Während der ersten zwanzig Minuten wenig zu hören war am vergangenen Montag beim Zweitligaspiel zwischen Kaiserslautern und Nürnberg. Der Gästeblock blieb aus Protest gegenüber den Plänen für zukünftige Anstoßzeiten volle zwanzig Minuten still. Die restlichen 70 Minuten wurde durchsupportet. Dazu gab es ein Spruchband. Auch auf Seite der FCK-Fans wurde ein Spruchband mit der Aufschrift „KEIN KICK VOR ZWEI!“ gezeigt.

Bild: Björn Butter“ loading=“lazy“>

Nürnberger Proteste gegen die Anstoßzeiten.
Bild: Björn Butter

Das Fanprojekt Mönchengladbach zeigte sich ebenfalls. Dieser Tage wurde es 20 Jahre. Dazu gab es zu Ehren des frischgebackenen Twens beim Spiel gegen Werder Bremen eine eigene Choreografie. Der Heimsieg über den Favoriten dürfte zusätzlich zur Stimmung im mit über 54.000 Zuschauern ausverkauften Stadion beigetragen haben.

Bild: Andreas Reimer“ loading=“lazy“>

20 Jahre Fanprojekt Mönchengladbach.
Bild: Andreas Reimer

Ebenfalls Grund zu jubeln hatte der BVB-Fantross, der sich auf den Weg ins ferne Cottbus gemacht hatte. Der neue, gut gefüllte Gästeblock bot optisch ein für Dortmund ungewohntes Bild. Es war nämlich viel rot und weiss zu sehen. Das sind aber nicht nur die Farben des Gegners Energie Cottbus, sondern auch der Stadt Dortmund.

An diesem und dem nächsten Wochenende wurden beziehungsweise werden überall in Deutschland Postkarten verteilt, die dann später als Ausdruck des Unmuts an die DFL geschickt werden soll. Alles in allem 250.000. Ob der day after… noch derart oft erscheint, steht in den Sternen, nächste Woche kommt er aber sicher. (Stadionwelt, 01.09.2008)

Bild: Wilde Horde 1996″>
Köln in Karlsruhe.
Bild: Wilde Horde 1996
Bild: Björn Butter“>
Nürnberger Proteste gegen die Anstoßzeiten.
Bild: Björn Butter
Bild: Andreas Reimer“>
20 Jahre Fanprojekt Mönchengladbach.
Bild: Andreas Reimer
Werbung
Werbung

0 Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.

weitere Beiträge