Ein normaler Verein, mit normalen Fans

Faszination Fankurve 11.07.2008 0 Kommentare

Foto: Björn Butter

Nur knapp ist Mainz am Aufstieg in die Bundesliga gescheitert. Noch wichtiger aus Sicht der Fanszene dürfte der Abgang von Trainer Jürgen Klopp Richtung Dortmund sein. Fabian Beyer vom Dachverband der Fans Supporters Mainz äußert sich im Stadionwelt-Interview.

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Stadionwelt: Nun ist Jürgen Klopp in Mainz Vergangenheit. Geht damit die große Identifikationsfigur des Clubs oder siehst Du in seinem Abgang auch Chancen?
Beyer: In Mainz ist der Abgang von Klopp definitiv ein Thema unter den Fans. Für uns ist Klopp Mainz 05 gewesen. Viele haben ihm in jungen Jahren schon zugejubelt als er noch selbst gespielt hat. In der Szene herrscht eine gewisse Ernüchterung und Trauer. Eine Chance bietet sein Abgang natürlich auch. Nach der Kloppomanie wird das Team wohl wieder mehr im Vordergrund stehen. Es bleibt abzuwarten wie sich alles entwickelt. Spannend ist es auf jeden Fall.

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Am letzten Spieltag gegen St. Pauli.
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Stadionwelt: Wo steht die aktive Fanszene im Jahr 2008?
Beyer: Strukturell steht die Szene sicherlich gut da. Der Grundstein dafür wurde mit der Gründung der Supporters im Jahr 2005 gelegt. Zum Beispiel befinden wir uns in ständigem Dialog mit dem Verein. Beim letzten Spiel der Saison gegen St. Pauli wurden entgegen einiger Absprachen pyrotechnische Gegenstände gezündet, was zu Unstimmigkeiten untereinander geführt hat. Noch ist das intern nicht endgültig geklärt. Wie sich der harte Kern verhält, wird der Anfang der kommenden Saison zeigen. Im Moment steht hinter vielen Dingen ein Fragezeichen, weswegen sich nicht sagen lässt, ob die Szene gut oder schlecht dasteht. Im Vergleich zu früher ist die Entwicklung natürlich gut. Durch die Entwicklung der Szene, ist aber auch die Erwartungshaltung gestiegen und da wurde man in der Vergangenheit häufiger mal enttäuscht.

Stadionwelt: Inwiefern?
Beyer: Beispielsweise hat die Stimmung am Bruchweg in den letzten anderthalb Jahren ganz klar abgenommen. Aber das hat vor allem mit der eigenen Erwartungshaltung zu tun. Im bundesdeutschen Vergleich stehen wir ganz bestimmt nicht schlecht da. Dinge wie Dauersupport sind bei uns noch an der Tagesordnung.

Stadionwelt: Viele aktive Fans des FSV haben sich über Teile des Publikums am Bruchweg beschwert, hat sich das in der zweiten Liga wieder etwas normalisiert oder geht der Dauerkarneval munter weiter?
Beyer: Mit der Selbstdarstellung einiger Mainzer Zuschauer habe ich mich bisher nicht abgefunden. Leider gewöhnt man sich aber an alles. Auch das Merchandising des FSV wird sicher nicht schlafen und Artikel wie rot-weiße Perücken und ähnliches auf den Markt werfen. Mainz ist etwas Besonderes mit einem eigenen Weg, weswegen mein persönliches Saisonmotto „Wir sind Mainz“ lautet. Das sollte auch das Motto der Szene sein. Dennoch sehen wir uns nicht als Fans eines Karnevalsclubs, sondern als normale Anhänger eines normalen Vereins mit normalen Problemen.

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Derby gegen Kaiserslautern.
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Stadionwelt: Du bist auch Mitglied bei den Meenzer Metzgern. Ihr feiert im kommenden Jahr Euer zehnjähriges Bestehen. Seit wann genau laufen die Planungen und wie soll gefeiert werden?
Beyer: Ganz genau werden wir am 13. September 2009 zehn Jahre alt. Seit Anfang dieses Jahres laufen die ersten Überlegungen. Die Feierlichkeiten wollen wir in drei Teilen abhalten. Genaueres wollen wir aber an dieser Stelle noch nicht verraten, ist ja auch noch lange hin.

Stadionwelt: Es gibt auch wieder eine Kurvenkollektion von den Metzgern, oder?
Beyer: Das stimmt, die ist ganz frisch raus. Es handelt sich um unsere zweite Kollektion. Sinn und Zweck ist, dass es nicht um einen kommerziellen Hintergrund, sondern darum geht, den Leuten vernünftige Klamotten jenseits der offiziellen Fanshops anzubieten. Die Ultraszene Mainz unterstützt uns dabei.

Stadionwelt: Steht die Kollektion unter einem Motto?
Beyer: Die ganze Kollektion hört auf den Namen M1 – Aus Mainz – Für Mainz Kollektion. Wir haben das Sortiment etwas erweitert und werden Kappen, zwei verschiedene T-Shirts und Shorts anbieten. Wir wollen damit kein großes Geld verdienen, sondern dazu beitragen, dass die Mainzer Fans weiterhin schick und stylish auftreten. Die Gewinne fließen selbstverständlich direkt in die Kurve zurück.

Stadionwelt: Eine schier unendliche Geschichte ist das neue Stadion. Wie ist der aktuelle Stand?
Beyer: Von Fanseite sind die Supporters sicherlich am besten informiert. Kürzlich wurde der Pachtvertrag für ein Gelände unterschrieben. Was genau das heißt ist aber nicht klar. Wir haben nach wie vor vom Verein die Zusage auf ein Mitspracherecht. Vor über einem Jahr haben wir ja schon einen Katalog mit Wünschen eingereicht. Wir können letztendlich nur hoffen, nicht übergangen zu werden. Die Hoffnung besteht angesichts des allgemein guten Verhältnisses aber nicht zu Unrecht.

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Heimspiel gegen Offenbach.
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Stadionwelt: Sind die Anstoßzeiten-Vorschläge für die Saison 2009/10 bei Euch ein Thema?
Beyer: Wenn die gesamte deutsche Szene sich nicht langsam aufrafft und ihre Muskeln spielen lässt, dann sieht es schlecht aus. Die Clubs sind gefragt, Fans weiterhin als ihr höchstes Gut anzusehen. Sollte die aktive Szene keine Stimmung mehr machen, werden die anderen Zuschauer früher oder später wegbleiben. Die kommen eben auch, um in die Kurve zu schauen und um die „Fan-Skandale“ mitzubekommen. (Stadionwelt, 11.7.2008)

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Am letzten Spieltag gegen St. Pauli.
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Derby gegen Kaiserslautern.
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Heimspiel gegen Offenbach.
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