Der day after schlägt nach einem Wochenende, das in Deutschland vor allem durch Unentschieden bestach, einmal andere Wege ein. Angesichts der bevorstehenden Europameisterschaft richtet sich der Blick auf eines der beiden Gastgeberländer: Österreich.
Stimmtraining und Ratgeber
Foto: Faszination Fankurve
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Wie hierzulande vor der WM 2006, spielen „Fans“ plötzlich überall eine Rolle. Einer Umfrage auf Geizhals.at sind die Einwohner der Bundesländer Burgenland und Kärnten diejenigen, nämlich rund 84 Prozent, die sich am meisten für die EM interessieren. 94 Prozent der Einwohner des Burgenlandes werden das Ereignis eigenen Aussagen zufolge vor der Glotze verfolgen. In Kärnten hingegen lebt die größte Gruppe derer, die häufig die Fanmeilen besuchen wird. Sich dafür Urlaub nehmen geht den meisten allerdings zu weit. Den Spitzenwert in dieser Hinsicht erreichte Oberösterreich mit 23 Prozent der Umfrageteilnehmer.
Auswärts in Ried dankten die Fans von Rapid ihrem Team für den 32. Titel.
Bild: www.tornadosrapid.at
Wenn überhaupt dürfte es am ehesten noch dieses knappe Viertel sein, das sich dazu überreden ließe, sich eines Stimmtrainings für Fußballfans zu unterziehen. Mit bestimmten Übungen können Fans, sich auf die Strapazen von 90 Minuten Anfeuerungsrufen einstellen. Ginge es nach einer österreichischen Sprechtrainerin sollte man täglich üben, beispielsweise beim Radio mitsingen, und die Lautstärke nach und nach steigern. Im Stadion selber wird geraten, nicht kontinuierlich zu brüllen. Ein weiterer Tipp wird auf wenig Gegenliebe stoßen: Alkohol soll der Stimmleistung abträglich sein.
Ratgeber sind wichtig, damit sich das „normale Volk“ auf den Ansturm der Fanmassen vorbereiten kann. Eine Organisation der österreichischen Wirtschaftskammer (AWO) hat einen Ratgeber zum richtigen Umgang mit Fans herausgebracht. Informationen über die Teilnehmerländer und ihre Nationalmannschaft sollen dabei helfen, vorbildliche Gastgeber zu sein. Angesichts von 10 Millionen Ticketbestellungen, die sich auf fast 600.000 Personen aus 142 Ländern verteilten, ist das selbst für das touristisch erfahrene Österreich eine große Herausforderung. Aber den Österreichern muss nicht bange sein. Lediglich 1,2 Millionen Menschen haben auch Karten erhalten.
Tickets gab es für die diesjährige Meisterfeier in der Alpenrepublik keine. Nachdem der 32. Meistertitel perfekt gemacht worden war, hatten sich schon am vorletzten Wochenende um die 1.000 Fans spontan vor dem Dom eigefunden. Am gestrigen Sonntag fand die offizielle Meisterfeier vor dem Rathaus der österreichischen Metropole statt. 30.000 feierten das Team, das Red Bull Salzburg hinter sich lassen konnte. Die Österreicher können sich nun, in welcher Form auch immer – auf die EM vorbereiten. Der day after… ist noch nicht ganz so weit, denn schon nächsten Montag ist ja wieder ein Tag danach. (Stadionwelt, 28.4.2008)
Bild: www.tornadosrapid.at




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