Andere Länder, andere Sitten

Faszination Fankurve 18.02.2008 0 Kommentare

Foto: Peter Reiser

Vergangene Woche waren die Blicke der Fußballfans auf die europäischen Vereinswettbewerbe gerichtet. Allein fünf deutsche Clubs waren im UEFA Cup aktiv und ihre Anhänger vertraten die deutschen Farben auf dem ganzen Kontinent.

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5.000 Nürnberger in Lissabon, 3.000 Hamburger in Zürich, 900 Bayern-Fans in Aberdeen und 200 Leverkusener in Istanbul unterstrichen einmal mehr die Reisefreudigkeit der deutschen Anhänger. Das jeweilige gegnerische Publikum präsentierte sich dagegen sehr unterschiedlich. Während sich in Istanbul und Aberdeen Europapokal-Atmosphäre in prall gefüllten Stadien bot, blieben in Zürich und Lissabon viele Plätze leer.

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5.000 Fans des 1.FC Nürnberg reisten mit ihrem Club zum Auswärtsspiel bei Benfica Lissabon.
Bild: www.pumuckl94.de

Dies bedeutete allerdings nicht gleichzeitig schlechte Stimmung: Die Fans des FC Zürich wurden ihrem guten Ruf gerecht und legten trotz deutlicher sportlicher Unterlegenheit ihrer Mannschaft einen ordentlichen Support hin. Die Istanbuler Fans unterstützten ihre Mannschaft auch mit einer Choreo, allerdings erfuhren die Leverkusener Anhänger davon erst am nächsten Tag aus der Presse. Aufgrund der käfigartigen Bauweise des Gästeblocks im Ali Semi Yen war für die mitgereisten Fans aus dem Rheinland dagegen nichts von der Aktion zu sehen. Bei der auf den ersten Blick schönen Choreo in Aberdeen bedienten sich die dortigen Red Ultras technischer Unterstützung: Der aufsteigende Rauch war nicht etwa selbst gezündet, sondern entstammte angeblich einer Nebelmaschine.

Vom Europapokal noch etwas entfernt ist derzeit Fortuna Düsseldorf, die am Samstag das Derby gegen Wuppertal austrug. Erfolgreiche Vorbereitung, neuer Trainer und der Tabellenführer zu Gast: Fortuna hätte wahrscheinlich über 25.000 Karten für das Spiel gegen Wuppertal verkaufen können. Da die Düsseldorfer allerdings nach einigen Vorfällen beim letzten Gastspiel der Hinrunde in Essen mit einer Sperre durch den DFB bedacht wurden, durften maximal deren 15.000 das Spiel besuchen.

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Choreo der Anhänger des FC Aberdeen. Der Rauch kam laut Bayern-Fans aus einer Nebelmaschine.
Bild: Peter Reiser

Während in Düsseldorf bereits im Vorverkauf alle verfügbaren Tickets vergriffen waren, schaffte es der WSV nicht, sein Kontingent von zehn Prozent – gemessen an der Gesamtkapazität des Düsseldorfer Stadions – abzusetzen. Die übrig gebliebenen Karten durften allerdings nicht an Düsseldorfer Fans verkauft werden. Das Ende vom Lied: Viele Düsseldorfer mussten zu Hause bleiben, obwohl sie das Spiel gerne besucht hätten. Trotzdem konnte die Partie mit 14.371 Besuchern nicht ausverkauft gemeldet werden.

Eine verhältnismäßig ordentliche Kulisse verbuchte dagegen der VfB Lübeck: Angesichts der finanziellen Turbulenzen der Hansestädter, in Folge derer im Winter Trainer und zahlreiche Spieler den Verein verließen, sind 3.300 Zuschauer gegen die Zweitvertretung von Energie Cottbus, nicht gerade Zugpferd der Liga, eine stattliche Zahl. Vor dem Spiel gab es noch eine Demo für den Erhalt des VfB, die zur symbolischen Uhrzeit fünf vor zwölf am Rathausmarkt gestartet wurde.

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Wuppertaler Fans beim Gastspiel in Düsseldorf. Sein Ticket-Kontingent wurde der WSV nicht zu 100 Prozent los.
Bild: Stadionwelt

Ganz neue Wege ging derweil Borussia Dortmund: Nachdem es mit dem sportlichen Erfolg der Profifußballabteilung in letzter Zeit nicht sehr weit her war, wurden die Fans aufgefordert die Tischtennis-Abteilung des Vereins beim Spitzenspiel der zweiten Bundesliga Nord gegen Tabellenführer Holthausen lautstark zu unterstützen. Bei den anwesenden Fans dürfte das Spiel aber eher Erinnerungen an die Fußballer geweckt haben, denn das schwarzgelbe Team unterlag dem Spitzenreiter mit 3:9.

Die nächste Erinnerung an den day after… ist kommende Woche Montag wieder fällig. (Stadionwelt, 18.02.08)

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Wuppertaler Fans beim Gastspiel in Düsseldorf. Sein Ticket-Kontingent wurde der WSV nicht zu 100 Prozent los.
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Choreo der Anhänger des FC Aberdeen. Der Rauch kam laut Bayern-Fans aus einer Nebelmaschine.
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5.000 Fans des 1.FC Nürnberg reisten mit ihrem Club zum Auswärtsspiel bei Benfica Lissabon.
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