„Die Stimmung war bombastisch“

Faszination Fankurve 26.07.2007 0 Kommentare

Foto: M. Bärenberg

Fast ganz am Ende einer schwierigen Saison für Borussia Dortmund und seine Fans, gewann der Club das Derby gegen den Erzrivalen. Jens Volke von The Unity erzählte im Sommerpausen-Interview von einer lange nicht mehr dagewesenen Stimmung.

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Stadionwelt: Ich denke der Derbysieg über Schalke ist immer noch in aller Munde, oder?
Volke: Natürlich, das war das Spiel des Jahres. Im Vorfeld hatten viele Angst von wegen Abstieg und so. Der Super Gau mit Abstieg und Schalker Meisterschaft war möglich. Ein paar Tage vorher waren sich dann aber immer mehr sicher, dass es mit dem Sieg klappt. Im Falle des feststehenden Abstiegs wären einige wohl gar nicht ins Stadion gegangen.

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Während des Heimspiels gegen Schalke.
Bild: M. Bärenberg

Stadionwelt: Wie war die Stimmung im Stadion?
Volke: Die Stimmung war für unsere Verhältnisse bombastisch. Selbst auf den Sitzplätzen sind die Leute richtig abgegangen. In Dortmund ist das lange nicht mehr so gewesen.

Stadionwelt: Nicht nur im Stadion war ordentlich was los, auch auf der Straße haben beiden Gruppe mobilisiert. Erzähl bitte etwas zu dem Marsch der Dortmunder.
Volke: Tatsächlich habe ich nicht nur den Dortmunder, sondern auch den der Schalker gesehen. Letztendlich muss man sagen, dass die mehr waren, was aber auch mit der längeren Organisationszeit zu tun hatte. Die Idee eines Marsches hatten wir schon ziemlich lange. Mit dem Vorschlag Friedensplatz konnten sich aber nicht alle anfreunden, dann haben die Blauen den ihren angekündigt. Ideen, diesen zu verhindern, wurden schnell verworfen, nachdem von Seiten der Polizei eindeutige Anrufe kamen. Ich persönlich fand das ganze Drumherum mal wieder richtig gut. Auch die Idee von schwatzgelb.de, der Geschäftsstelle des S04 geschredderte Tickets zu schicken, war gut. Selbst wenn eine Tageszeitung das etwas falsch verstanden hat.

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Der Marsch zum Stadion.
Bild: Michael Bader

Stadionwelt: Hat die Aktion, ganz Dortmund beim Derby in schwarz und gelb erstrahlen zu lassen, denn geklappt?
Volke: Nein, das hat nur stellenweise geklappt. Auf der Strecke wurde von Anwohnern sogar eines der Spruchbänder gezeigt. Außerdem klebten überall in der Stadt Aufkleber.

Stadionwelt: Was tut sich in punkto Banner?
Volke: Das Nachfolgebanner hing für ein Spiel, hat unseren Ansprüchen aber nicht genügt. Die Proportionen der Buchstaben stimmten zum Beispiel nicht. Vor der Sommerpause wurde ein Konzept für ein neues erarbeitet. Leider wurde LKW-Plane abgelehnt, weil die nicht den Brandschutzbestimmungen entspricht. Es muss sich um eine Metallbande aus Lochblech handeln, damit eventueller Rauch abziehen kann. Der Verein holt jetzt Angebote ein. Das genaue Aussehen steht noch nicht fest. Auch auf einen Tag der Wiederkehr des Gelbe-Wand-Banners haben wir uns nicht festgelegt. Da das Geld gesammelt wurde, wird es aber natürlich eines geben. Auch wenn wir mit einer Metallbande nicht 100-prozentiig einverstanden sind, aber es ist eben auch nicht unser Geld, sondern das der Spender.

Stadionwelt: Vor ziemlich genau einem Jahr war das Trikot beziehungsweise die Trikotfarben ein großes Thema bei Euch. Das Heimtrikot dürfte keinerlei Stirnrunzeln bei Fans des BVB verursachen. Wie sieht es mit dem rot-schwarzen Auswärtstrikot aus?
Volke: Einen Aufruhr verursacht das nicht. Außerdem wird versucht, es als Stadtfarben zu verkaufen. Ich denke, dass wir das Ding höchstens mal bei den Amateuren gegen Dresden zu sehen bekommen.

Stadionwelt: Ein Jahr weiter unten im Block Drölf ist vorbei. Kann man guten Gewissens ein Fazit ziehen?
Volke: Ich denke, der Umzug hatte grundsätzlich positive Auswirkungen. Vieles ist angenehmer und besser geworden, aber für ein richtiges Fazit ist es meiner Meinung nach noch zu früh.

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Auswärts in Bielefeld.
Bild: Fan-Bilder

Stadionwelt: Die Mannschaft war im Trainingslager in der Schweiz. Du auch?
Volke: Ja. Hervorzuheben ist, dass es zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte einen gemeinsamen Abend von Fans und Spielern beziehungsweise dem Trainerstab gab.

Stadionwelt: Am Ende eines jeden Interviews kommen wir in diesem Sommer auf den Fan-Kongress in Leipzig zu sprechen. Warst Du selbst da?
Volke: Nein, aus Dortmund war mit Ausnahme der Fanbetreuung niemand da.

Stadionwelt: Protest oder gab es andere Gründe?
Volke: Ich selbst habe geheiratet. Viele Leute aus der Szene waren auf der Feier, weswegen letztendlich keiner gefahren ist. Aber um ehrlich zu sein, hatte ich im Vorfeld auch keine große Lust zu fahren. Die Verantwortlichen sollen erst einmal etwas tun. In der Vergangenheit gab es genug Gespräche und Treffen mit dem Bundespräsidenten oder auch im Innenministerium. Letztendlich ist für Fans dabei nichts herausgekommen. Ich denke, man sollte sich die Meinungsverschiedenheiten zwischen DFL und DFB zu Nutzen machen. Die haben teilweise – beispielsweise bei der 50 plus 1 Regel bezüglich der Mehrheitsanteile in den Vereinen – ganz verschiedene Positionen. (Stadionwelt, 26.7.2007)

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Während des Heimspiels gegen Schalke.
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Auswärts in Bielefeld.
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