„Nur unterstützt uns der Verein dabei nicht“

Faszination Fankurve 03.07.2007 0 Kommentare

Foto: Ultima Raka (Red Fighters)

Jens „Gurke“ Batzdorf ist bei Ultima Raka tätig. Im Rahmen der Sommerpausen-Interviews äußerte er sich gegenüber Stadionwelt, weshalb trotz des Verbleibs in Block I dennoch ein Umzug ansteht und keiner mehr nach Essen fahren möchte.

Werbung

Stadionwelt: Zum dritten Mal in Folge nach Essen im Pokal. Was hältst Du davon?
Batzdorf: Vermutlich waren die Kugeln markiert. Die Auslosung ist nicht zu begreifen. Keiner hat mehr Bock auf Essen und das Georg-Melches-Stadion. Gerade im Pokal will man ja auch mal was anderes, nicht alltägliches sehen. Babelsberg wäre toll gewesen oder auch Dresden. Oder mal ganz woanders hin: In eines der Nester, wo es einen sonst nicht hin verschlägt. Gera wäre schön gewesen.

Stadionwelt: Im Lauf der Rückrunde wurde mehr und mehr klar, dass zur kommenden Saison ein Umzug aus dem I-Block auf die neue Nordtribüne anstehen wird.
Batzdorf: Genaugenommen bleiben wir im Block I. Nachdem wir uns für einen Bereich auf der neuen Tribüne entschieden hatten, hat der Verein die Namen neu nummeriert. Die Namen quasi angepasst. Ein Teil der Fan-Szene wird direkt hinter dem Tor, ein Teil auf der Ostseite der Tribüne stehen.

Bild: Ultima Raka (Red Fighters)

Bild: Ultima Raka (Red Fighters)

Stadionwelt: Wieso die Trennung? Mit jeweils 2.000 Plätzen sind die Blöcke für sämtliche Supportwillige groß genug?
Batzdorf: Die räumliche Trennung war gewollt, weil es innerhalb der Szene Unterschiede in den Ansichten über diverse Dinge gibt. Das soll auch auf der neuen Tribüne eingehalten werden.

Stadionwelt: Wieso kam ein Verbleib an alter Stelle nicht in Betracht?
Batzdorf: Eine Jahreskarte für den bisherigen I-Block würde um die 400 Euro kosten. Das ist für uns nicht sehr realistisch.

Stadionwelt: Was wird die neue Nordtribüne aus deiner Sicht für die Szene bewirken?
Batzdorf: Am Anfang wird sie, wie die Osttribüne damals auch, sicher einen kleinen Hype auslösen. Viele Fragen sind allerdings noch nicht geklärt, weil sich der Verein mit Antworten Zeit lässt. Wird es zwei Vorsängerpodeste geben? Wie sieht es mit Plätzen für die Zaunfahnen aus? Und so weiter. Unter anderem gab es den vollkommen inakzeptablen Vorschlag, unsere Zaunfahnen hinter dem Block aufzuhängen. Unsere Wünsche wurden gehört, die Umsetzung lässt viele Fragen für uns offen. Kurz: Die Ausgestaltung ist noch immer total unklar. Man fordert uns immer wieder auf, den Verein und das Team zu unterstützen – nur unterstützt uns der Verein dabei nicht.

Stadionwelt: Gerade in Bezug auf Choreos müsste doch eine gewisse Neugier herrschen, oder?
Batzdorf: Um ehrlich zu sein, hält sich der Elan diesbezüglich in Grenzen. Ich habe noch von keinem gehört, der losgerannt ist, um das alles zu vermessen oder sich um technische Voraussetzungen zu kümmern.

Stadionwelt: Kommen wir auf die abgelaufene Spielzeit zu sprechen.
Batzdorf: Alles in allem war die Rückrunde stimmungstechnisch nicht besonders erwähnenswert. Die Frage ist immer, was beim Team ankommt. Wirklich gut waren auswärts nur Dortmund und das Spiel in Berlin. Bei der Hertha wurde das Motto „Roter Block im blauen Stadion“ ausgegeben. Viele haben das wörtlich genommen und blaue Werbung mit Fahnen und so zugeflaggt. Außerdem sind alle Cottbusser gut abgegangen.

Stadionwelt: Wie war der Meisterschaftsgewinn Eurer Freunde in Stuttgart am letzten Spieltag?
Batzdorf: Sehr komisch. Ich fahre mit Cottbus, weil ich Cottbus gewinnen sehen will. Bei unserem Führungstor wurden Jubelnde im Block von der Seite angeschaut. Außerdem waren viele Stuttgarter im Gästeblock. Wie gesagt: Die Stimmung war sehr komisch.

Bild: Ultima Raka (Red Fighters)

Bild: Ultima Raka (Red Fighters)

Stadionwelt: Möchtest Du etwas zu den Vorfällen in Auerbach sagen, als Energie-Fans beim Oberligaspiel unter anderem mit Ordnern aneinander gerieten?
Batzdorf: Grundsätzlich ist die Aktion nicht gutzuheißen. Andererseits kam mal wieder das Problem der gesamtdeutschen Sippenhaft zum Tragen. In einigen Belangen war der Verein selber Schuld. Zum Beispiel waren die Ordner besoffen.

Stadionwelt: Wie hast Du den Fan-Kongress erlebt?
Batzdorf: Ich selbst war nicht da. Aus der Cottbusser Ultra-Szene war meines Wissens kein einziger in Leipzig. Meiner Meinung nach, wird sowieso nichts passieren. Letztendlich waren es die üblichen Lippenbekenntnisse. Vielleicht ist meine Einstellung nicht produktiv, aber sie beruht auf der Erfahrung, die ich in zehn Jahren Fußball gemacht habe. (Stadionwelt, 3.7.2007)

Bild: Ultima Raka (Red Fighters)
Bild: Ultima Raka (Red Fighters)
Bild: Ultima Raka (Red Fighters)
Bild: Ultima Raka (Red Fighters)
Werbung
Werbung

0 Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.

weitere Beiträge