Neuer Anlauf für die Fanabteilung

Faszination Fankurve 01.12.2004 0 Kommentare

Dass ausgerechnet der Verein, der in Deutschland die meisten Zuschauer in das Stadion lockt, über keinen Dachverband und über keine gesonderte Mitgliederabteilung verfügt, sahen viele Fans von Borussia Dortmund schon lange als Manko an. Olaf Suplicki (43) gehört zu den Initiatoren, die nun die BVB-Fan-Abteilung ins Leben gerufen haben und die jüngst auf der Jahreshauptversammlung des Vereins offiziellen Status erlangte.

Stadionwelt: Wie kam es zur Initialzündung für die Gründung?
Suplicki: Die Idee, endlich einen Dachverband auf die Beine zu stellen, ist noch gar nicht so alt. Vor einigen Wochen kam Reinhard Beck, einer der Macher von schwatzgelb.de, zu mir, um für sein bald erscheinendes BVB-Buch zu recherchieren. Als wir über die alten Zeiten redeten, kamen wir auch auf den schon 1984 gegründeten BVB-Freundeskreis zu sprechen, der nach ein paar Jahren wieder eingeschlafen ist. Schon in den 70ern gab es mal eine Fanabteilung, allerdings nicht in der Satzung verankert – deshalb konnte sie abgeschafft werden, als sie zu stark wurde.

Stadionwelt: Was ist deine persönliche Motivation beim jetzigen Vorstoß?
Suplicki: Nachdem ich persönlich viele Differenzen mit Michael Meier hatte, wollte ich mich in der Richtung eigentlich nicht mehr engagieren. Doch vielleicht können wir dieses Mal etwas Dauerhaftes auf die Beine stellen. Unter denen, die es gerade angehen, ist die richtige Mischung aus alten Hasen und jungen engagierten Leuten dabei. Ziel ist zunächst die Etablierung im Verein. Traumziel wäre es, Vertreter im Wirtschaftsrat und im Aufsichtsrat sitzen zu haben.

Stadionwelt: Wenn man euch bis dahin gewähren lässt…
Suplicki: Wir können das wahrscheinlich durchsetzen, denn viele aktive Fans sind ohnehin schon Mitglied. Und wenn wir ein paar hundert davon mobilisieren können, hätten wir auf der Jahreshauptversammlung auch das entsprechende Stimmrecht, um uns selber in den Gremien zu installieren.

Stadionwelt: Mit welchen Zielen?
Suplicki: Borussia soll in vielen Dingen umdenken. Es kann doch nicht sein, dass der Wimpel der Meisterschaft 1957, für den sich die Spieler damals für ein paar Mark reingehängt haben, in den Gängen der Tribüne vollgequalmt wird. Der gehört in ein – nicht vorhandenes – BVB-Museum. Genauso wenig soll das Vereinslied in der zweiten Strophe von Sponsorendurchsagen unterbrochen werden. Darüber hinaus wollen wir Fanarbeit betreiben, beispielsweise in Form einer Regionalbetreuung. Vielleicht lohnt sich ja ein Bus aus Sachsen zu Heimspielen, wenn in Sachsen-Anhalt noch ein paar zusteigen können, aber das muss vermittelt werden.

Stadionwelt: Was waren Eure bisherigen Schritte?
Suplicki: Zu einer ersten Info-Veranstaltung kamen direkt 247 Interessierte in den Nordpark. Und demnächst werden wir bei der „Fan- und Förderabteilung“ von Eintracht Frankfurt, die uns eingeladen hat, mal ein wenig „Anschauungsunterricht“ nehmen. (Stadionwelt, 01.12.2004)

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