Nachdem in der letzten Ausgabe des Stadionwelt-Magazins zwei Stadionverbote, die der SC Freiburg gegen Fans des VfB Stuttgart ausgesprochen hat, thematisiert wurden, meldete sich Martin Braun, PR-Manager und Fan-Beauftragter des SC Freiburg, bei Stadionwelt. In einem Gespräch schilderte er seine Sicht der Dinge.
Stadionwelt: Warum wurden die Stadionverbote gegen die Fans des VfB Stuttgart ausgesprochen?
Braun: Es ist so, dass alle Bundesligavereine eine Vereinbarung unterschrieben haben, die besagt, dass ein bundesweites Stadionverbot ausgesprochen wird, sobald die Polizei Anzeige wegen Landfriedensbruch oder anderer definierter Delikte erhebt.
Und in diesem Falle lag nun mal eine Anzeige vor, weil die Stuttgarter Fans unmittelbar nach dem Verlassen des Zuges eine Flasche gegen einen Polizeibeamten geworfen, 14 Glasscheiben in der Unterführung des Bahnhofes zerschlagen und während des Aufzugs durch die Freiburger Innenstadt alle ihnen im Weg stehenden Blumendekorationen mutwillig zerstört haben.
´
Stadionwelt: Warum kam dann die ganze Kritik, gerade in diesen beiden Fällen auf?
Braun: Wir sind überrascht über die Art und Weise der Kritik. Die Vereine sollten sich nicht gegenseitig angreifen. Wir sind der Meinung, dass wir uns korrekt verhalten haben, da wir die schriftlichen Abmachungen einhalten.
Stadionwelt: Hätte nicht im Sinne der DFB-Richtlinien vom April 2004, in denen gefordert wird, dass die das Stadionverbot aussprechende Stelle das Stadionverbot hinterfragt, eine Prüfung der Vorfälle stattfinden müssen?
Braun: Es geht darum, dass in den DFB-Richtlinien auch Ausführungen zur Dauer des Stadionverbots gemacht werden. Natürlich prüfen wir zusammen mit der Polizei bei jedem Stadionverbot, ob eine vorzeitige Aufhebung oder Reduzierung möglich ist.
Die Voraussetzungen hierzu lagen in den beiden aktuellen Fällen aus unserer Sicht jedoch nicht vor. (Stadionwelt, 01.09.2004)




0 Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.