Auf keinen Fall zum „Prenzelberg“

Faszination Fankurve 01.08.2004 0 Kommentare

Wenige Tage vor der Lizenzerteilung sorgten Interviews von Sportexperten des Berliner Senats für Aufregung in Köpenick. „Statt in einen Um- oder Neubau der Alten Försterei sollte Union in neue Spieler investieren“, wird der Sportstaatssekretär Thomas Härtel (SPD) im „Berliner Kurier“ zitiert, „damit rasch der Sprung in die 2. und dann vielleicht sogar in die 1. Bundesliga gelingt.“ Und der sportpolitische Sprecher der PDS-Fraktion, Walter Kaczmarczyk, ergänzte: „Die Innenstadt würde mehr Fans an den Verein binden. Die Alte Försterei ist ein verträumtes Waldstadion. Die Vereinsführung sollte sich zu einem Umzug in das Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion durchringen.“ Was die Union-Fans davon halten, erklärt Roberto „Opi“ Opitz von der Supporter-Vereinigung V.I.R.U.S.

Stadionwelt: Wie schon vor zwei Jahren wurden erneut Stimmen laut, Union solle von der alten Försterei in Köpenick in das Friedrich-Ludwig-Jahn in den Stadtteil Prenzlauer Berg umziehen…
Opitz: Das wurde von zweitrangigen Senatsmitgliedern ins Gespräch gebracht. So was gibt hier natürlich einen riesigen Aufschrei und nachdem diejenigen, welche die Idee hatten, mit Emails bombadiert wurden, wurde das auch prompt wieder fallen gelassen.

Stadionwelt: Warum wollt ihr nicht umziehen?
Opitz: Das ist das letzte Stadion, in dem wir spielen würden. Das war früher die Heimat vom BFC Dynamo, unserem größten Rivalen. Wir würden das niemals akzeptieren. Zudem ist es relativ weit weg und es gibt auch keine Parkplätze.

Stadionwelt: Wieso kam die Idee dann überhaupt auf?
Opitz: Die Idee ist doch nur entstanden, weil die Hertha Amateure jetzt in ihr eigenes Stadion umziehen, die American Footballer von Berlin Thunder und das Leichtathletik-Sportfest ISTAF wieder ins Olympiastadion wandern. Im Jahn-Stadion ist ab dem Sommer nichts mehr los. Wir aber spielen seit 84 Jahren in der Alten Försterei – da sind wir nicht der Lückenbüßer.

Stadionwelt: Wie geht es jetzt nach diesem bewegten Sommer mit der Union-Fanszene weiter?
Opitz: Da wird sich gar nichts ändern. Der Stamm bleibt zusammen, so wie das schon seit Jahren der Fall ist. Zum ersten Spiel am 31.7. gegen Hertha zur Eröffnung des Olympiastadions werden ja wieder 8.000 Union-Fans fahren. Man kann auch nicht sagen, dass es mit einer Aufbruchstimmung weitergeht. Wir sind ja seit Jahren gebeutelt: Lizenzentzüge, gefälschte Bankbürgschaften, was es da nicht alles gegeben hat… Da entwickelt man im Laufe der Zeit eine gewisse Gelassenheit. (Stadionwelt, 01.08.2004)

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