Torsten Hartl ist Vorsitzender des Fanclubs Zwinger, des ersten Fanclubs der TSG Hoffenheim überhaupt. Wie die TSG-Anhänger mit der Häme anderer Fans umgehen und was die 2. Liga bringt, erzählt er im Interview mit Stadionwelt.
Stadionwelt: Kannst Du etwas zur Fanszene der TSG Hoffenheim im Allgemeinen erzählen.
Hartl: Den Fanclub Zwinger gibt es seit 2001. Er war der erste richtige Fanclub der TSG Hoffenheim. Natürlich gab es auch schon vorher in der Landes- beziehungsweise Oberliga Fans, aber eine organisierte Fanszene ist erst mit dem Aufstieg in die Regionalliga entstanden.
Stadionwelt: Wie kamt ihr auf den Namen und wie viele Mitglieder hat der Fanclub Zwinger?
Hartl: Momentan sind es um die 70 – von jung bis alt. Der Name bezieht sich auf die Käfighaltung, die bei vielen Auswärtsspielen leider Standard ist.
Stadionwelt: Gibt es noch andere Fanclubs? Wie sieht es mit Ultras aus?
Hartl: Es gibt die Blue Dragons, die etwa aus 15 bis 20 Personen bestehen. Eine Ultraszene wie in anderen Städten besteht in Hoffenheim nicht. Ich bezweifele, dass sich diesbezüglich in der nächsten Zeit etwas tun wird.

Die Fanszene der TSG hofft auf Zuwachs.
Stadionwelt: Der Verein befindet sich sportlich seit einigen Jahren rasant im Aufwind. Konnte die Szene mitwachsen?
Hartl: Der Aufbau der Szene hat sich nicht so schnell entwickelt, wie wir uns das gewünscht hätten. Aber mittlerweile kommen auch viele Leute von außerhalb; aus Mannheim, Heilbronn, Karlsruhe und nicht zu vergessen dem Odenwald. Es werden stetig mehr Fans, aber mit dem Aufstieg des Vereins konnte die Fanszene nicht Schritt halten. Vor kurzem haben wir wegen eines Fanclubverbandes bei der TSG angefragt. Außerdem gibt es direkt beim Stadion einen Fancontainer, wo sich unter der Woche und beim Spiel alles trifft, Choreos geplant und erstellt werden.
Stadionwelt: Der Aufstieg in die zweite Liga scheint festzustehen. Wird das auch auf den Rängen frischen Wind bringen.
Hartl: Ich denke, dass die Szene dadurch enorm wachsen wird. Die Leute warten nur darauf, endlich Profifußball in der Region zu sehen.
Stadionwelt: In anderen Vereinen sind die Fans nicht immer damit einverstanden, wenn ein einzelner Mäzen die Zügel alleine in Händen hält. Dietmar Hopp vom Softwaregiganten SAP steht wie keine andere Personen für Hoffenheim…
Hartl: Deswegen gibt es natürlich viel Kritik von außerhalb. Wir Fans werden hin und wieder als „Millionäre“ beschimpft. In der Szene hat aber keiner ansatzweise so viel Geld. Dietmar Hopp ist in Hoffenheim geboren und hat für den Verein gespielt, also ist es nur legitim, dass er sich für die TSG einsetzt. Man munkelt übrigens, dass er der erste Spieler bei der TSG war, der „bezahlt“ wurde: Allerdings kein Geld, sondern Dosenwurst und ähnliches. Letztendlich kann ich in seinem Engagement nichts Schlimmes finden. Dietmar Hopp setzt sein Geld sinnvoll ein: Er unterstützt ja nicht nur die TSG, auch Krankenhäuser und andere soziale Einrichtungen.




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