Im Juni 2005 gründete sich das neue Fanprojekt Siegen. Rund ein Jahr später zieht der 1. Vorsitzende, Uwe Kölsch, Bilanz.
Stadionwelt: Stelle uns doch einmal das Fanprojekt Siegen vor.
Kölsch: Wir agieren ehrenamtlich, vom Verein gibt es keine Förderung. Allerdings können wir einen Raum im Stadion nutzen, den wir uns aber mit den Ordnern teilen müssen. Das reicht immerhin, um dort Schwenkfahnen und Transparente unterzubringen. Bis heute umfasst das Fanprojekt 16 Fanclubs. Für jeweils fünf Mitglieder zahlen sie einen Euro Monatsbeitrag.
Stadionwelt: Und wie werden die Einnahmen investiert?
Kölsch: Ein Teil wandert in den Choreofonds, ebenso organisieren wir Auswärtsfahrten, auch wenn diese nicht von allen Fans angenommen werden. Weil dem Fanprojekt einige Gruppen angehören, die als problematisch gelten, sind das für viele Schalträger die „Asi-Busse“. Aber inzwischen gibt es einen Minimalkonsens, z. B. dadurch, dass an Bord kein Faschorock mehr läuft.
Stadionwelt: Was ja auch nur selbstverständlich ist.
Kölsch: Aber die Rechten haben die Szene geprägt. Deshalb ist es ein Erfolg.
Stadionwelt: Das klingt so, als liege noch viel Arbeit vor euch.
Kölsch: Wir haben die wahrscheinlich jüngste Fankurve der Liga. Mit einer großen Anzahl an Fünfzehnjährigen kann man nur wenig Aufbauarbeit leisten. Hinzu kommt, dass es keine pädagogische Kompetenz durch Streetworker gibt. Wir suchen deshalb den Kontakt zu Fanorganisationen anderer Vereine, um deren Methoden kennen zu lernen. (Stadionwelt, 01.06.2006)




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