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Ultras Rapid äußern sich nach Fahnenverlust: „Wir gehen trotzdem gestärkt daraus hervor“

Stefan Langer 03.10.2026 0 Kommentare

Foto: Ultras Rapid

Nach dem Verlust zweier wichtiger Zaunfahnen im Umfeld des Freundschaftsspiels bei Veneziamestre standen die Ultras Rapid vor ihrer bislang schwierigsten Situation. In einer am 3. Oktober veröffentlichten Stellungnahme schildert die Gruppe die Ereignisse der vergangenen Tage, spricht über anfängliche Vermutungen eines gezielten Angriffs und bedankt sich bei Unterstützern aus dem In- und Ausland. Entscheidend: Die beiden Transparente konnten nach Angaben der Gruppe wieder zurückgeholt werden.

Eine der schwierigsten Episoden der Gruppengeschichte

Die Ultras Rapid haben sich ausführlich zu einer der schwierigsten Episoden in ihrer bisherigen Gruppengeschichte geäußert. Hintergrund ist der Verlust zweier für die Gruppe bedeutender Zaunfahnen am vergangenen Wochenende. Der Vorfall hatte innerhalb der Fanszene für erhebliche Aufmerksamkeit gesorgt und auch Fragen nach der Zukunft der Gruppe aufgeworfen.
Wie die Ultras Rapid in ihrer Stellungnahme vom 3. Oktober erklären, habe es sich um einen Fehler gehandelt, für den es „keine Entschuldigung“ gebe. In den ersten Stunden nach dem Verschwinden der Fahnen sei man davon ausgegangen, dass eine verfeindete Gruppe hinter dem Vorfall stecken könnte. Im weiteren Verlauf habe sich diese Einschätzung jedoch verändert.

Vermutungen über die Hintergründe

Nach Angaben der Gruppe verdichteten sich die Hinweise, dass es sich möglicherweise um eine Zufallstat gehandelt haben könnte. Als mögliche Täter vermuteten die Ultras Rapid Personen aus dem kleinkriminellen Milieu im Raum Venedig. Für diese Einschätzung habe es unter anderem Hinweise aus anderen europäischen Städten gegeben.
Dabei kam es offenbar auch zu Kontakten mit anderen Ultraszenen. Mehrere bedeutende Gruppen hätten sich nach Darstellung der Ultras Rapid eigeninitiativ gemeldet und versichert, nicht in den Vorfall involviert gewesen zu sein. Die Wiener Gruppe bedankt sich ausdrücklich für diese Kontaktaufnahme – bemerkenswert ist dabei, dass sie ihren Dank auch an Rivalen richtet.

Dank an die Ultras von Veneziamestre

Eine zentrale Rolle bei der Aufklärung und der Rückholung der Fahnen schreiben die Ultras Rapid den Ultras von Veneziamestre zu. Diese hätten gemeinsam mit den Wiener Fans intensiv nach den Verantwortlichen gesucht und dazu beigetragen, dass beide Transparente schließlich wieder zurückgeholt werden konnten.
Bereits zuvor war über den Fahnenverlust und die Suche nach den Transparenten berichtet worden. In einer ersten Stellungnahme hatten die Ultras Rapid nach dem Freundschaftsspiel bei Veneziamestre über den Verlust informiert und die Bedeutung der abhandengekommenen Fahnen deutlich gemacht. Die Ereignisse lösten in der Folge auch Spekulationen über die weitere Zukunft der Gruppe aus.

64 Stunden zwischen Unsicherheit und Hoffnung

Mit der nun veröffentlichten Stellungnahme zeichnen die Ultras Rapid ein ausführlicheres Bild der vergangenen rund 64 Stunden. Die Gruppe beschreibt die Situation als eine Phase großer Unsicherheit und erklärt, sie sei sowohl wegen des Geschehenen als auch mit Blick auf ihre Zukunft „zerrissen“ gewesen.
Am Ende steht für die Ultras Rapid jedoch nicht die Auflösung oder ein Rückzug, sondern die Ankündigung, Konsequenzen aus dem Vorfall zu ziehen. Die Gruppe wolle die Geschehnisse umfassend aufarbeiten und sich selbst stärker hinterfragen als je zuvor. Gleichzeitig sieht sie sich nach eigener Darstellung durch die Ereignisse nicht geschwächt, sondern geht „trotzdem gestärkt“ daraus hervor.

Unterstützung aus dem In- und Ausland

Besonderen Dank richten die Ultras Rapid zudem an die Rapid-Familie sowie an zahlreiche Ultrasgruppen aus dem In- und Ausland. Unterstützung sei sowohl von befreundeten als auch von rivalisierenden Gruppen gekommen. Diese Solidarität habe die Gruppe nach eigenen Angaben durch die rund 64 Stunden seit dem Verlust der Fahnen getragen. Mit der Rückholung der beiden Fahnen ist damit zumindest ein zentraler Teil der Geschichte abgeschlossen.

Die Ultras Rapid stellen zugleich klar, dass der Vorfall für sie Konsequenzen haben werde. Welche konkreten Lehren daraus gezogen werden, lässt die Gruppe in ihrer Stellungnahme offen. Sie betont jedoch, die Geschehnisse zum Anlass für eine grundsätzliche Selbstreflexion zu nehmen.
Die Stellungnahme endet mit einem ausdrücklichen Dank an all jene, die während der schwierigen Tage Unterstützung geleistet haben.

Faszination Fankurve dokumentiert
die Stellungnahme von Ultras Rapid:

In den folgenden Zeilen möchten wir auf die mit Abstand schwierigste Episode unserer Gruppengeschichte eingehen.

Wie allseits bekannt, kam uns letztes Wochenende neben einem Jubiläumsfetzn mit Gate 13 eines der wichtigsten Transparente unserer Gruppe abhanden. Für diesen Fehler gibt es keine Entschuldigung.

Wir waren sprichwörtlich zerrissen, sowohl wegen des Geschehenen, als auch betreffend der Zukunft unserer Gruppe. In den ersten Stunden gingen wir stark davon aus, Ziel eines geplanten Angriffs einer verfeindeten Gruppe geworden zu sein. Mit der Zeit verstärkten sich aber die Anzeichen in Richtung einer Zufallstat und wir vermuteten die Täter im kleinkriminellen Milieu rund um Venedig.

Dies wurde vor allem durch Nachrichten aus mehreren Städten Europas genährt. Einige bedeutende Szenen meldeten sich und versicherten uns, nicht involviert zu sein. Für diese proaktive Kontaktaufnahme wollen wir uns hiermit bei den betreffenden Rivalen bedanken und ihnen unseren ehrlichen Respekt aussprechen.

In weiterer Folge gilt unser allergrößter und immerwährender Dank den Ultras von Veneziamestre, die vor Ort gemeinsam mit uns im wahrsten Sinne des Wortes alles auf den Kopf gestellt haben, um erstens die Täter ausfindig zu machen und zweitens die erfolgreiche Rückholung der beiden Transparente zu ermöglichen.

Wir werden aus dieser Geschichte unsere Lehren ziehen, hinterfragen uns wie noch nie und gehen trotzdem gestärkt daraus hervor.

Abschließend bedanken wir uns bei der, in diesem Fall wirklich bemerkenswert und nahezu vollständig zusammenstehenden, Rapid-Familie für den spürbar unterstützenden Rückenwind sowie bei vielen namhaften Ultrasgruppen aus dem In- und Ausland für ihren Zuspruch und ihre aufbauenden Worte. Befreundete wie in Rivalität stehende Gruppen haben uns durch die knapp 64 Stunden getragen und somit ein Umschreiben dieser Geschichte mitermöglicht.

Ultras Rapid Block West 1988

Wien, am 3. Oktober 2026