Beim ersten Ländle-Derby seit dem Wiederaufstieg der Austria Lustenau stand nicht nur das Geschehen auf dem Rasen im Mittelpunkt. Beide Fanszenen sorgten mit Choreografien, Pyrotechnik, provokanten Spruchbändern und einer Gedenkaktion für ein stimmungsvolles und von gegenseitigen Provokationen geprägtes Derby im ausverkauften Reichshofstadion. Auf dem Platz setzte sich Austria Lustenau mit 2:0 gegen den SCR Altach durch.
Jagdsaison im Reichshofstadion: Choreos, Pyro, provokante Spruchbänder & Gedenkaktion beim Ländle-Derby Austria Lustenau vs. SCR Altach
Foto: brucki.blogspot.com
Erstes Derby seit dem Umbau des Reichshofstadions
Mit dem Wiederaufstieg der Austria Lustenau kehrte auch das Ländle-Derby zwischen den beiden Vereinen in die Bundesliga zurück. Gleichzeitig fand die Begegnung erstmals seit 2023 wieder im umgebauten Reichshofstadion statt. Während der Umbauphase hatte die Austria ihre Heimspiele unter anderem im Bodenseestadion in Bregenz ausgetragen.
Auf dem Rasen entwickelte sich vor 5.138 Zuschauern zunächst eine ausgeglichene Partie. Auch Altach kam in der Anfangsphase zu Möglichkeiten. Nach rund einer halben Stunde übernahm jedoch Austria Lustenau zunehmend die Kontrolle und belohnte sich mit dem Führungstreffer.
Der Torjubel der Gastgeber in Richtung des Altacher Gästeblocks wurde dort mit Bengalenwürfen und Böllern beantwortet. Kurz vor dem Halbzeitpfiff erhöhte die Austria schließlich auf 2:0.
Altach kam zwar in beiden Halbzeiten jeweils kurzzeitig zu Torjubeln, die vermeintlichen Treffer wurden jedoch wegen Abseits nicht anerkannt.
Derbystimmung bereits vor dem Anpfiff
Auch auf den Rängen war die Rivalität bereits früh zu spüren. Aus dem Heimblock waren unter anderem „Altacher Hurensöhne“ zu hören, während aus dem Gästebereich „Chiquita Banana, Scheiß Austriana“ in Richtung der Lustenauer Fans gesungen wurde.
Die Nordtribüne Lustenau war zuvor in einem Corteo vom Kirchplatz im Stadtzentrum zum Reichshofstadion gezogen. Mitgeführt wurde dabei unter anderem ein Bananen-Doppelhalter. Dieser griff die gegnerische Bezeichnung auf und wandelte sie in „Chiquita Banana / Wir sind Austriana“ um.
Bereits beim Aufwärmen richtete sich ein erstes Spruchband an die Altacher Fans: „Unter der Woche wieder mal nichts riskieren … um dann im Block den Harten zu markieren!“ Dazu war ein Anruf-Symbol abgebildet.
Zum Einlaufen der Mannschaften präsentierte die Nordtribüne Lustenau ihre Derby-Choreografie unter dem Motto „Jagdsaison im Reichshofstadion“. Inhaltlich griff die Aktion die bekannte Hasenjagd aus den Looney Tunes auf.
Zu sehen war ein mit Altacher Schal und Trikot ausgestatteter Bugs Bunny, der vor dem als Jäger dargestellten Elmer Fudd davonlief. Dieser nahm den Hasen mit einem Jagdgewehr ins Visier. Ein Böller stellte dabei den Schuss dar. Auf der dargestellten Patrone war das Kürzel „UNF“ zu sehen, das für Union Nord und Nordfront steht. Beide Gruppierungen treten im umgebauten Reichshofstadion inzwischen auch gemeinsam unter dem Namen „Union Nord Front“ auf.
Auch ein weiteres Spruchband nahm Bezug auf ein früheres Derby. „Die Absteiger sind wieder aufgestiegen … und ihr seid immer noch Hurensöhne!!!“ lautete die Botschaft der Lustenauer. Damit wurde ein Spruchband aus dem Derby von 2024 aufgegriffen, bei dem die Altacher Seite in Richtung Austria Lustenau geschrieben hatte: „Ein Absteiger kann wieder aufsteigen... doch ihr bleibt für immer Hurensöhne!!!“
Altacher Fans bringen „The Undertaker“ mit
Auch der Gästeblock bereitete sich mit einer eigenen Aktion auf das Derby vor. Unter dem Motto „Mit Kampf zum Sieg“ präsentierten die Altacher Jungs die Figur des Wrestlers „The Undertaker“ mit SCRA-Schriftzug auf dem Hut und Flammen im Hintergrund.
Passend zur Darstellung wechselte der gesamte Gästeblock auf Schwarz. Zusätzlich wurden zahlreiche schwarze Zettel hochgehalten. Auch der Stiegenaufgang blieb bis zum Ende der Aktion abgedeckt, wodurch ein geschlossenes Bild entstand.
Gedenkaktion für Max und Dani aus Augsburg
Neben den dauerhaft im hinteren Bereich der Tribüne aufgehängten Fahnen der Nordtribüne Lustenau waren auch Stoffe mit den Namen Max und Dani zu sehen.
Die beiden waren im September 2015 tödlich verunglückt. In der zweiten Halbzeit präsentierte die Lustenauer Fanszene ein entsprechendes Gedenkspruchband. Auch nach dem Schlusspfiff wurde die Botschaft gemeinsam mit der Mannschaft erneut gezeigt. Dazu stimmten die Fans „Max und Dani unvergessen“ an.
Ein weiteres Spruchband nahm Bezug auf das 75-jährige Jubiläum des 1951 eröffneten alten Rosenaustadions in Augsburg: „75 Jahre Tradition – 75 Jahre Rosenaustadion“. Erst im Sommer 2025 gastierte der FC Augsburg bei Austria Lustenau anlässlich eines Freundschaftsspiels. Es war zugleich auch das Eröffnungsspiel des umgebauten Reichshofstadions – Faszination Fankurve berichtete.
Der FC Augsburg spielte selbst und so war keine Delegation offiziell beim Derby in Lustenau zu Gast. Das gleiche galt für die Altacher Freunde vom Grasshopper Club Zürich.
Allerhand Pyrotechnik auf beiden Seiten
Auch nach den Intros kam Pyrotechnik bei diesem Ländle-Derby reichlich zum Einsatz. Immer wieder qualmte es oder leuchtete in den Fanblöcken auf.
Austria Lustenau feiert Derbysieg
Nach dem Schlusspfiff feierten die Lustenauer Fans ihre Mannschaft noch längere Zeit im Reichshofstadion. Auf Altacher Seite bestand dagegen noch Gesprächsbedarf zwischen Fans und Spielern.
Mit dem 2:0 holte Austria Lustenau den zweiten Sieg der Saison und steht nach sieben Spieltagen bei acht Punkten. Altach wartet dagegen weiterhin auf den zweiten Saisonsieg. Nach sechs Niederlagen und lediglich einem Erfolg bleibt der Vorjahres-Cupfinalist damit am Tabellenende.
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