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„Das vorerst letzte halbwegs ‚normale‘ Heimspiel“ für Ultras Frankfurt
Faszination Fankurve31.03.20240 Kommentare
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Für Ultras Frankfurt und Co. war die gestrige Partie gegen den 1. FC Union Berlin das vorerst letzte normale Heimspiel, bevor zahlreiche Ultras mit Stadion- und Aufenthaltsverboten vom Waldstadion ferngehalten werden sollen. In der Nordwestkurve können es fortan erstmal unorganisierter zugehen und zum Beispiel weniger Vorsänger eingesetzt werden.
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Unter dem Titel „Wie weiter, Nordwestkurve?“ erklärten die Ultras Frankfurt dazu gestern im Waldstadion: „Zu den ohnehin schon bestehenden Stadionverboten kommen nun also noch etliche hinzu, ebenso gibt es mehrmonatige Aufenthaltsverbote für das Stadionumfeld und zentrale Orte. Das soll natürlich nicht etwa Gewalttaten verhindern, sondern vor allem, dass die Betroffenen Zeit mit ihren Freunden verbringen können. Und genau das werden wir nicht zulassen! Daher wird der Fokus unserer Gruppe in Zukunft mehr auf uns liegen als auf der ‚Show‘ im Stadion. Denn ohne Werte wie Freundschaft, Zusammenhalt, Solidarität und Eintracht ist der Spieltag genau das: nur eine Show. Nicht das, was Eintracht Frankfurt ausmacht. Nicht das, was uns in den letzten Jahren alle zusammen dorthin gebracht hat, wo wir sind. Und im Übrigen auch nicht das, womit aktuell neue Business-Angebote ‚direkt angrenzend an die Nordwestkurve‘ vermarktet werden, für die alteingesessene Fans ihre Stammplätze räumen müssen. Das heißt natürlich nicht, dass jetzt in der Kurve gar nichts mehr passieren wird – aber auch für uns ist noch nicht ganz absehbar, wie es aussieht, wenn die Verbote umgesetzt sind. Klar ist, dass viele Personen betroffen sind, die für die Nordwestkurve in vielfältiger Weise nicht ersetzbar sind. Es kann also sein, dass mal weniger Anstimmer da sind, dass eigentlich geplante Aktionen ausfallen müssen, dass es unstrukturierter wird. Aber was der Staat auch mit solchen Aktionen niemals ändern wird, sind unsere Entschlossenheit und unser Zusammenhalt als Eintracht-Familie. Heute ist das vorerst letzte halbwegs ‚normale‘ Heimspiel, also lasst uns heute ganz besonders zeigen, dass uns niemals etwas unterkriegen wird! Eintracht Frankfurt wird siegen – Totgesagte leben länger!“
Etwa ein Jahr nach den Ausschreitungen beim Auswärtsspiel in Neapel haben 90 Eintracht-Fans vom DFB ein Stadionverbot wegen dieser Vorfälle bekommen. Ein Muster sei dabei laut Ultras Frankfurt nicht zu erkennen. Unklar ist also, warum es ausgerechnet diese Fans getroffen hat. Individuelle Tatvorwürfe gäbe es nicht. „Nach den Anhörungen wurde dann vom DFB vorrangig nach ‚Vita‘ entschieden. Wer schon ein SV hatte, kriegt noch mal eins obendrauf. Wer noch nie auffällig war, hat Glück gehabt. Was die Person konkret gemacht haben soll, spielt keine Rolle es weiß ja auch niemand. Rechtsstaatlich ist dieses Vorgehen nicht, aber wen wundert das noch“, so die Erklärung der Ultras Frankfurt.
Die Ultras Frankfurt äußerten sich auch kritisch über den neuen VIP-Bereich neben der Nordwestkurve, der unter dem Namen „Zum Jürgen“ vermarktet wird. „Die NWK als VIP-Gag statt Kneipe für alle – ‚Zum Jürgenm‘ zum Würgen!“, stand dazu auf einem Spruchband in der Nordwestkurve geschrieben.
Mit einem „Brecht so viele Türen auf wie ihr wollt – Uns werdet ihr niemals brechen!“-Spruchband äußerten sich die Ultras Frankfurt zudem noch zu den Wohnungsdurchsuchungen, von denen Eintracht Frankfurt-Fans zuletzt betroffen waren. Wegen einer Auseinandersetzung mit 1. FSV Mainz 05-Fans in der Mainzer Innenstadt sowie wegen der Vorfälle beim Heimspiel gegen Stuttgart wurden zuletzt die Wohnungen von 40 Eintracht-Fans durchsucht. Laut Angaben der Ultras Frankfurt waren hiervon Mitglieder der Gruppe, aber auch andere Fanclubs betroffen. „ Der Vorwand lautete: ‚Datenträger‘ und Kleidung sicherstellen. In den laufenden Verfahren ist das Monate später sicher kaum relevant, die Personen wurden ja nach polizeilicher Aussage bereits identifiziert. Es geht dabei um eine Machtdemonstration und einen persönlichen Rachefeldzug. Daher hat die Polizei bei den Stuttgart- Durchsuchungen auch allermeist ‚vergessen‘ zu klingeln und Türen ganz einfach eingetreten oder aufgebrochen, häufig wurde auch Mobiliar zerstört. Dass sogar auf die sonst übliche öffentlichkeitswirksame Präsentation der gefundenen Gegenstände verzichtet wurde, macht noch einmal deutlich, dass das mit Sicherheit gar nicht im Mittelpunkt stand. Damit wir uns nicht missverstehen: Nach Gesetzesverstößen kann es Konsequenzen geben, das ist allen klar. Aber wenn der Rechtsstaat so offenkundig seine eigenen Grenzen missachtet und überschreitet, braucht er sich wahrhaftig nicht über weiter schwindendes Vertrauen wundern“, äußern sich die Ultras Frankfurt zu den Durchsuchungen. (Faszination Fankurve, 31.03.2024)
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