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„Sehen uns gezwungen, nun unsererseits darauffolgende Konsequenzen zu prüfen“
Faszination Fankurve01.03.20240 Kommentare
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Der SC Freiburg will zum heutigen Heimspiel gegen den FC Bayern München den Zaun vor der Südtribüne im Mooswaldstadion erhöhen. Dies soll eine Reaktion auf die Proteste der Sport-Club-Fans gegen die Investoren-Pläne sein. Corrillo Ultras und Supporters Crew Freiburg kritisieren die Maßnahme des SC Freiburg, die auf eine „friedliche und kreative Protestform“ folge. (Faszination Fankurve, 01.03.2024)
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Faszination Fankurve dokumentiert die gemeinsame Stellungnahme von Corrillo Ultras und Supporters Crew Freiburg:
Wir trauten unseren Ohren nicht, als wir gestern darüber informiert wurden, dass der Sport-Club beim kommenden Freitagsspiel gegen den FC Bayern München den vorderen Zaun auf der Südtribüne erhöhen wird.
Die Erklärung des SC: Die Erhöhung des Zaunes soll ein „Warnsignal“ sein, sie soll der „Abschreckung“ dienen, sie soll eine Reaktion auf den Zaunübertritt seitens Mitgliedern der aktiven Fanszene darstellen, die im Rahmen des erfolgreichen Protests gegen den DFL-Investoreneinstieg kleine Spielzeugflugzeuge aufsteigen haben lassen. Diese friedliche und kreative Protestform, die auf den Erhalt und die Achtung demokratischer Strukturen abzielte, wurde darüber hinaus mit dem Zaunübertritt einiger weniger beim Pokalspiel gegen Leipzig in Verbindung gebracht – und seitens des Sport-Clubs gleichgesetzt.
SC sucht zu keiner Zeit den Dialog
Weder im Nachgang des Zaunübertritts im Rahmen des Pokalspiels, noch im Kontext des Protests wurde mit uns das Gespräch gesucht. Uns wurden auch keine potenziellen Konsequenzen in Folge dieser Handlungen aufgezeigt. Das Thema wurde auch zu keiner Zeit im offiziellen Dialoggremium des SC, dem Fanbeirat, thematisiert.
Damit fällt die Zaunerhöhung für uns vom heiteren Himmel. Sie bestraft uns und die betroffenen Menschen auf Süd, ohne dass vorab ein Dialog geführt oder wenigstens potenzielle Konsequenzen vorab aufgezeigt wurden.
Zaunerhöhung zwischen Symbolpolitik und Machtdemonstration
Die Erhöhung des Zaunes beim Bayernspiel verorten wir zwischen Symbolpolitik und Machtdemonstration. Weder sind beim Bayernspiel Proteste geplant (zur Erinnerung: der Protest war bereits erfolgreich), noch ist mit einem anderweitigen Zaunübertritt zu rechnen. Wir können uns die Maßnahme nur damit erklären, dass der SC – hier definitiv mit dem falschen Mittel – unter Beweis stellen will, dass er jederzeit in seinem Stadion bauliche Veränderungen vornehmen kann und damit der „Herr im Haus“ ist.
Maßnahme erschüttert Vertrauensverhältnis und Dialogbereitschaft
Dabei nimmt der Sport-Club billigend in Kauf, dass aufgebaute Vertrauensverhältnisse und Dialogbereitschaft erschüttert werden. Mit dieser Zaunerhöhung hat der Sport-Club eine Barriere errichtet, die weit über das Bayernspiel wirken wird. Denn die Verantwortlichen haben sich gegen den Dialog und für die Schaffung von Tatsachen und das Mittel der repressiven Abschreckung entschieden. Sie haben sich dafür entschieden, viele Menschen auf der Süd mit ihrer Maßnahme zu beeinträchtigen. Und dafür, zwei völlig unterschiedliche Situationen gleichzusetzen – ungeachtet dessen, wie diese Situationen aus der Fanszene heraus bewertet und mitgetragen wurden.
Wir sind maßlos enttäuscht über diesen Richtungswechsel und sehen uns gezwungen, nun unsererseits darauffolgende Konsequenzen zu prüfen.
Corrillo Ultras
Supporters Crew Freiburg e.V.
Update: Auch die Synthesia Ultras veröffentlichten eine Stellungnahme zum Thema:
Stellungnahme zum erhöhten Zaun vor der Südtribüne
Hallo SC-Fans,
Vermutlich sind wir nicht die Einzigen, denen der Verein mit der Erhöhung des Zauns vor der Südtribüne vor den Kopf stößt. In welcher Weise diese Maßnahme als nicht eskalierend aufgefasst werden soll, verstehen wohl nur die Verantwortlichen selbst. Gleiches gilt für Sinn und Zweck der Maßnahme.
Fakt ist: mit einer völlig willkürlich konstruierten Verbindung zu bereits knapp ein Jahr zurückliegenden Vorfällen, die zudem bereits sanktioniert wurden, verhängt der Verein eine Kollektivstrafe als Antwort auf einen völlig legitimen, friedlichen und erfolgreichen Protest. Darüber hinaus werden wir das Gefühl nicht los, dass sich einzelne Verantwortliche persönlich auf den Schlips getreten fühlen und nun demonstrieren möchten, was für sie alles möglich ist.
Soll das etwa das Verständnis von Demokratie und Teilhabe innerhalb unseres Vereins sein? Kollektivstrafen für völlig harmlose Methoden des Protests, mit dessen Fortsetzung ohnehin nicht zu rechnen ist? Soll das der gewünschte Umgang mit den eigenen Mitgliedern und Fans sein? Willkommen im Dunstkreis von Martin Kind und Co. – einzigartiger Verein am Arsch!
Anstatt direkt in die Sanktionskiste zu greifen, hätte der Verein zunächst den Dialog suchen müssen. Vorhandene Bedenken hätten in einem vernünftigen Gespräch sicher aus dem Weg geräumt werden können. Aber scheinbar liegen die Prioritäten der Vereinsführung bei der Suche nach Gesprächspartnernaktuell woanders.
Und obwohl die erfolgreichen Proteste gegen den Einstieg eines Investors in der DFL nur einige Tage zurückliegen, scheinen unsere Verantwortlichen vergessen zu haben, wozu die Südtribüne bei Bedarf in der Lage ist. Auch hier gilt: die roten Linien ziehen wir!
Vom Verein erhoffen wir uns ein Entgegenkommen auf kommunikativer Ebene. Auch wir haben keine Freude daran, vom einen Protest zum nächsten überzugehen. Wir nehmen das aber durchaus auf uns, falls wir dazu genötigt werden sollten. Wir lassen uns weder einsperren wie ein unliebsames Anhängsel, das unaufhörlich dankbar für seine Duldung sein sollte, noch lassen wir uns kollektiv vor vollendete Tatsachen stellen, die gegen alles gerichtet sind, für was wir als Fans stehen und für was dieser Verein eigentlich immer stehen will.
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