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Ferngesteuerte Flugzeuge sorgten für Spielunterbrechung
Faszination Fankurve19.02.20240 Kommentare
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Am Freitag sorgten in Köln ferngesteuerte Autos für eine Spielunterbrechung, am Samstag kamen in Rostock ferngesteuerte Autos mit montierten Rauchfackeln hinzu. Die Synthesia Ultras des SC Freiburg setzten diesen Trend am Sonntag beim Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt fort.
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Foto: Faszination Fankurve
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In der Fankurve hoben die Mini-Flugzeuge der SC Freiburg-Ultras in Richtung Spielfeld ab. Außerdem wurde eine große „Nein zu Investoren in der DFL!“-Botschaft vor der Kurve präsentiert. Neben geworfenen Süßigkeiten sorgten die Flieger für eine knapp zehnminütige Spielunterbrechung. Schiedsrichter Tobias Stieler schickte gestern im Mooswaldstadion beide Mannschaften in die Kabine, als die Fanproteste eigentlich bereits zu Ende waren.
„Hellmann: Schwarz-weiß wie Schnee – Doch den Einsatz für 50+1 passé?“, fragten die Corrillo Ultras via Spruchband in Richtung des Eintracht-Vorstandes Axel Hellmann, der als einer der größten Befürworter der Investoren-Pläne der DFL gilt. Hellmann machte sich bereits im ersten Anlauf für den Deal stark, dass die Ultras Frankfurt es nicht für möglich hielten, eine Stimme gegen die Investoren-Pläne der DFL durch die Eintracht zu erwirken. Damals agierte Hellmann noch als DFL-Geschäftsführer. Außerdem habe sich die Frankfurter Fanszene mit dem Investoren-Thema beim Ligaverband nicht intensiv beschäftigt und andere Themen, wie zum Beispiel die Vorfälle beim Heimspiel gegen den VfB Stuttgart, in den Fokus genommen. Die Ultras des SC Freiburg machten mit ihrem Spruchband nochmals deutlich, dass es bei der aktuellen Debatte zu den Investoren-Plänen der DFL auf Grund der vermuteten Stimmabgabe von Martin Kind und der von der DFL ermöglichten geheimen Abstimmung auch um das Kernthema 50+1-Regel geht.
In Freiburg beteiligte sich die Eintracht-Fanszene weiterhin nicht an den Protesten gegen die Investoren-Pläne der DFL. Im Gästeblock wurde eine „Wir geh’n meilenweit für EINTRACHT FRANKFURT – Reich an Tradition – stehts furchtlos im Kampf. Der Weg lohnt sich!“-Choreografie mit dem ehemaligen SGE-Trainer Dragoslav „Stepi“ Stepanović präsentiert. (Faszination Fankurve, 19.02.2024)
Protest kann ganz schön nerven. Auch wir würden am liebsten ungestört 90 Minuten unsere Mannschaft auf dem Rasen kicken sehen und sie von den Rängen zum Sieg schreien. Doch leider geht es im deutschen Fußball aktuell um viel mehr als nur um ein ungestörtes Fußballvergnügen an einem durchschnittlichen Sonntag.
Alle Kritikpunkte an der geplanten Investorenbeteiligung haben wir die letzten Wochen vielfach aufgeschrieben:
- CVC als Private-Equity-Investor, der nur eine Logik kennt: Wachstum um jeden Preis
- mögliche Gelder aus Saudi-Arabien, die in den deutschen Fußball fließen
- Interessenkonflikte bei CVC und innerhalb von Vereinen (Grüße nach Schalke)
- der Wunsch der DFL, die Auslandsvermarktung stark auszubauen und das Geld weiterhin sehr ungleich zu verteilen (nur drei Prozent gehen bspw. an die zweite Liga, der Rest zum Großteil an die „Top-Clubs“)
- die fehlende Beteiligung von Vereinsmitgliedern in den Entscheidungsprozessen vor Ort
- und vieles mehr…
Das könnt ihr alles in den anderen Stellungnahmen hier auf unserer Website nachlesen!
Doch längst geht es nicht mehr nur um die Beteiligung eines Investors und unsere inhaltliche Ablehnung der Pläne. Bei der Abstimmung im Dezember ist die Mehrheit offensichtlich nur durch einen Bruch der 50+1-Regel in Hannover zustande gekommen. Während die DFL 50+1 als „Rote Linie“ ausruft, tritt sie die Regel selbst mit Füßen. Bei einer so grundlegenden Entscheidung wie der Beteiligung eines Investors über 20 Jahre, darf es keine Zweifel an der demokratischen Entscheidung geben.
Wenn wir akzeptieren, dass 50+1 offensichtlich gebrochen wird, ist die Regel das Papier nicht wert, auf dem sie steht. Dann läuft der Fußball Gefahr zum Spielball von reichen Einzelpersonen, Unternehmen oder Staaten zu werden. Dies gilt es mit aller Kraft zu verhindern. Die ersten Vereine haben das erkannt und setzen sich für eine erneute und dieses Mal transparente Abstimmung ein, doch andere Teile der DFL versuchen die Proteste immer noch auszusitzen.
Wir haben daher auch dieses Wochenende wieder gegen die Beteiligung eines Investors und die unsäglichen Vorgänge rund um die Abstimmung protestiert. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass dieser Protest für die DFL schmerzhaft sein muss, um ernst genommen zu werden.
Dabei ist es selbstverständlich niemals unsere Absicht in spielentscheidende Situationen einzugreifen. Diese lassen sich jedoch manchmal genauso wenig vorhersehen wie der Zeitpunkt, ab dem der Schiedsrichter das Spiel tatsächlich unterbricht.
Lasst uns auch die nächsten Spiele gemeinsam lautstark zeigen, dass wir einen Bruch der 50+1-Regel nicht akzeptieren, damit wir alle bald wieder einfach 90 Minuten den Sport-Club nach vorne schreien können.
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