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Als die Polizei aufgrund hoher Präsenz im Gästeblock am Millerntor für Probleme sorgte
Faszination Fankurve10.12.20230 Kommentare
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Im 10. Türchen des diesjährigen Adventskalenders blicken wir zurück auf den 26. Februar 2023, als der FC St. Pauli in der 2. Bundesliga den FC Hansa Rostock empfing. Die Polizei war im und ums Stadion herum mit hoher Präsenz vertreten, was vor allem im Gästeblock für Probleme sorgte. Mehrere Hansa-Fans zogen sich dabei Verletzungen zu.
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Wie die Braun-Weiße Hilfe (BWH) mitteilte, habe sich die Polizei hier im ohnehin schon engen Einlassbereich postiert, der dadurch noch weiter verengt wurde. Gelegentliche Schubbewegungen, die aufgrund der sehr langen Wartezeit auf engstem Raum vor dem Einlass entstanden seien, werteten die Beamten laut BWH als Durchbruchsversuche und reagierten dabei sofort mit dem Ziehen von Ketten und der Positionierung von Hunden. Diese Maßnahmen hätten die Situation vor dem Gästeblock jedoch nicht beruhigt, sondern eher verschlimmert.
Die Braun-Weiße Hilfe schilderte dies wie folgt: „Inwiefern aggressiv geladene Hunde deeskalierend wirken sollen, erschließt sich uns nicht. Durch die Hunde wurden Einsatzkräfte, Ordner:innen und Fans lediglich unruhiger, die Stimmung angespannter. Diese Einsatztaktik ist unserer Ansicht nach als ein weiterer Einschüchterungsversuch gegenüber Fußballfans und als klare Machtdemonstration zu verstehen! Eine Einsatztaktik, die im Verlauf schlussendlich dazu führte, dass mehrere Personen aufgrund medizinischer Notfälle aus der Menge gezogen werden mussten, viele Personen auf engstem Raum eingequetscht standen und am Ende die Tore geöffnet werden mussten, um schwerere Verletzungen zu verhindern, ist ein klarer Beweis dafür, dass viel Polizeipräsenz Probleme eher verschlimmern als verbessern kann. Der polizeilichen Darstellung der Ereignisse am Einlass des Gästeblocks widersprechen wir daher vehement!“
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Zudem habe die eingesetzte Polizeieinheit vor dem Stadion zwischen Wasserwerfern für ein gemeinsames Gruppenfoto posiert. Die Braun-Weiße Hilfe hinterfragte aufgrund der Vorkommnisse die polizeiliche Präsenz an diesem Tag und forderte: „Polizeiliche Verhältnismäßigkeit muss auch für Gästefans gelten, egal ob der Gegner Rostock oder Sandhausen heißt!“
Umstrittene Polizei-Einsätze im Jahr 2023 im Rückblick:
Im kommenden Sommer steht die Europameisterschaft 2024 in Deutschland an. Wie schon bei der Weltmeisterschaft 2006 beobachten Fußballfans im Ligaalltag eine Zunahme von Repressionen und überharten Einsätzen der Polizei in und um die Stadien. Im diesjährigen Adventskalender von Faszination Fankurve schauen wir auf die umstrittenen Polizei-Einsätze im Kalenderjahr 2023.
Zuletzt häuften sich Einsätze an Spieltagen, die von betroffenen Ultras, aber auch von anderen Fans in den Stadien als überhart, überzogen oder völlig daneben eingestuft werden. Bundesweit fanden solche Vorfälle zuletzt medial Beachtung. Weil, anders als im Jahr 2006, mittlerweile in vielen Fanszenen sogenannte Fanhilfen entstanden sind, findet die Sicht von aktiven Fußballfans in der Berichterstattung regelmäßiger Aufmerksamkeit. Wie schon beim letzten Großturnier in Deutschland vor über 17 Jahren sind von umstrittenen Einsätzen vor allem Fußballfans betroffen, die ihre Mannschaft zu Auswärtsspielen begleiten. Dieser Adventskalender zeigt, dass solch umstrittene Einsätze der Exekutive keine Einzelfälle sind. (Faszination Fankurve, 10.12.2023)
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