„Seit Stunden werden Clubfans am Bahnhof Kiel von der Polizei festgehalten“

Faszination Fankurve 21.08.2023 0 Kommentare

Foto: AleWi, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons

Im Nachgang des Auswärtsspiels des 1. FC Magdeburg im Holstein-Stadion bei Holstein Kiel wurden FCM-Fans über mehrere Stunden am Kieler Hauptbahnhof festgesetzt. Die Bundespolizei nahm dabei die Personalien von 280 FCM-Fans auf.

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Update: Faszination Fankurve dokumentiert die Pressemitteilung der Fanhilfe Magdeburg zum Thema:

Polizei in Kiel nimmt Clubfans in Sippenhaft - Fanhilfe fordert Aufarbeitung

Der gestrige Einsatz der Polizei am Kieler Hauptbahnhof war vollkommen überzogen. Stundenlang wurden über 250 1. FCM-Fans festgehalten und wie Schwerkriminelle behandelt. Die Fanhilfe prüft rechtliche Schritte gegen die Polizeimaßnahme.

Am gestrigen Sonntag wurden knapp 250 Fans des 1. FC Magdeburg über drei Stunden lang am Kieler Hauptbahnhof festgehalten. Vorangegangen waren Probleme bei dem Transport der Clubfans vom Stadion zum Bahnhof. Viele Fans konnten, auf Grund der chaotischen Ausgabe der Taschen am Stadion, nicht rechtzeitig zur geplanten Abfahrt des Zugs den Bahnhof erreichen. Der Zug sollte mit der Abfahrt warten. Die Polizei sah das anders und wollte die Clubfans mit Gewalt in den Zug bringen. Als Folge des daraufhin entstandenen Konflikts zwischen Fans und Polizei wurden alle Zugfahrer einzeln kontrolliert und deren Personalien festgehalten, was vollkommen unverhältnismäßig ist.

Die Fanhilfe kritisiert diese Maßnahme. Obwohl Polizeieinsätze bei jedem Fußballspiel stabsmäßig geplant werden, setzt die Polizei bei aufkommenden Problemen auf Gewalt und Eskalation statt Kommunikation und Rücksichtnahme. Clubfans wurden wie Schwerkriminelle behandelt, ohne jede Begründung und Rechtsbelehrung festgehalten und kontrolliert. Das grenzt an Sippenhaft.

Ein entspannter Fußballnachmittag mit friedlicher Anreise und Auswärtssieg wurde so zu einem überzogenen Polizeieinsatz gegen Clubfans. Dem nicht genug, machten sich einige der Polizisten vor Ort einen Spaß aus der vollkommen überzogenen Maßnahme und fertigten Selfies im Gleisbett an, um dann den Clubfans die Schuld an der Sperrung des Bahnhofs zu geben. Mehr Kommunikation und Verständnis für Fankultur hätten diesen Einsatz und die Sperrung der Gleise im Vorhinein verhindert.
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