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„Unverhältnismäßiger Polizeieinsatz beim Spiel SpVgg Fürth – 1. FC Magdeburg“
Faszination Fankurve23.03.20230 Kommentare
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Beim Zweitligaspiel zwischen der Spielvereinigung Fürth und dem 1. FC Magdeburg kam es am vergangenen Samstag zu einem umstrittenen Polizeieinsatz. Der Weiß-Grünen Hilfefonds wirft der Polizei und vor allem dem Unterstützungskommando (USK) übergriffiges Verhalten vor.
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Unverhältnismäßiger Polizeieinsatz beim Spiel SpVgg Fürth – 1. FC Magdeburg am 18.03.2023
Am vergangenen Samstag konnten die Kleeblattfans nach dem Heimsieg der SpVgg Fürth gegen den 1. FC Magdeburg wichtige Punkte gegen den Abstieg feiern. Im Nachgang des Spiels erreichten uns jedoch etliche Zuschriften und Anfragen, die jenes Bild trübten. Zahlreiche Kleeblattfans berichteten dem Weiß-Grünen Hilfefonds (WGH) von teils übergriffigem Verhalten vor und nach dem Spiel durch eingesetzte Polizeibeamte, vorwiegend das bekannte Unterstützungskommando (USK). Aufgrund des sonnigen Wetters und Start des Frühlingsfestes auf der Fürther Freiheit sammelten sich viele weiß-grüne Anhänger am Vormittag, um sich auf das Spiel im Sportpark Ronhof einzustimmen. Hier soll es laut Angaben einzelner Kleeblattfans bereits zu ersten Provokationen, auch hier ausnahmslos durch das USK gekommen sein, indem sich beim Toilettengang etliche Fans anlasslosen Kontrollen unterziehen mussten. Im Nachgang wurde uns als Fanhilfe berichtet, dass Polizeibeamte wahllos Platzverweise für Teile der Fürther Freiheit aussprachen, ohne ersichtliche Gründe hierfür zu nennen. Noch vor Ort konnte der WGH bereits durch die Kleeblattfans informiert werden und sich selbst ein Bild der Lage machen.
Die Fans aus Magdeburg reisten zwischenzeitlich mit dem Zug nach Fürth und wurden von der Polizei ohne bekannte Zwischenfälle vom Fürther Hauptbahnhof, über den Stadtpark bis zum Sportpark Ronhof begleitet. Knapp 30 Minuten nach Abmarsch der Gästefans in Richtung Ronhof, starteten einige hundert Kleeblattfans über die Fußgängerzone in Richtung Rathaus, wo die für jedes Heimspiel bereitgestellten Shuttlebusse in Richtung Ronhof genommen werden sollten. Auch hier erreichten uns Berichte, dass eingesetzte USK-Beamte mit massiver Präsenz und hinzugezogenen Kräften die zahlreichen Kleeblattfans bedrängten, Video- und Fotoaufnahmen anfertigten (wovon auch Gästefans aus Magdeburg auf der Anreise zum Ronhof berichteten) und vereinzelt Personen aus der Gruppe körperlich und verbal provozierten. Auf Nachfrage mehrerer Kleeblattfans nach der polizeilichen Dienstnummer des Gruppen- und Zugführers wurde entgegen dessen Verpflichtung die Nachfrage durch Aussagen wie „0815“ ad absurdum geführt. Eine Sprecherin des WGH hierzu: „Derartige Situationen stehen einmal mehr sinnbildlich für das Desinteresse der Polizei, respektive des USK, an einer deeskalierenden Einsatztaktik. Statt nachhaltiges Vertrauen in die Polizeiarbeit zu fördern, wird dem Fußballfan das Gefühl vermittelt, als potentieller Gewalttäter ohne Rechte gegenüber der Polizei zu gelten“.
Weiterhin wurden dem WGH Beobachtungen von Kleeblattfans zuteil, die davon berichten, wie einzelne Autos teilweise über eine Stunde nach Spielabpfiff durch das USK aus dem laufenden Verkehr ausgebremst und einer Personenkontrolle unterzogen wurden. Auch hier konnten die Beamten keine Grundlage für die Maßnahme nennen.
Insgesamt blickt der Weiß-Grüne Hilfefonds mit Verwunderung auf den Polizeieinsatz am vergangenen Samstag zurück. Nicht nur, weil die in den letzten Wochen durchaus defensive Einsatztaktik der Fürther Polizei – mit reduziertem Einsatz des USK – vereinzelt positiv von den Kleeblattfans wahrgenommen wurde. Zudem war keinerlei Grundlage für eine derartige Präsenz und aggressives Verhalten, vorrangig der erneut negativ auffallenden USK-Beamten, zu erkennen. „Erneut war der vergangene Heimspieltag ein Beispiel dafür, dass Aufrüstung und repressives Handeln nicht zur Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger gegenüber solcher Polizeieinsätze beiträgt. Vielmehr noch: es fördert das bestehende, gegenseitige Misstrauen beider Parteien“, so die Sprecherin des WGH weiter.
Einmal mehr bleibt festzustellen, dass Spieltage mit eingesetztem USK weiterhin ein massives Sicherheitsrisiko für Fußballfans darstellen. Jene Einheit bleibt das bayerische Negativ -Aushängeschild. Dank fehlender Kennzeichnung kann zudem Fehlverhalten einzelner Beamter nicht konsequent verfolgt werden.
Es benötigt daher neben der angesprochenen Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte, unabhängige Beschwerdestellen sowie eine Reform der seit Jahrzehnten verkrusteten Polizeistrukturen.
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