Am kommenden Samstag, dem 12. Mai, findet im Berliner Olympiastadion das DFB-Pokalfinale zwischen Borussia Dortmund und Bayern München statt. Vor dem Spiel befragte Stadionwelt Jens Volke, den Fanbeauftragten des BVB, über die Erwartungen im Vorfeld der Partie.Stadionwelt: Das Berliner Olympiastadion wird am kommenden Samstag erneut in zwei Lager geteilt. Die BVB-Fans bekamen wie schon 2008 das Marathontor zugeteilt, die Anhänger des FCB werden in der Ostkurve untergebracht. Seid Ihr zufrieden mit der Zuteilung und welche Vor- und Nachteile gibt es in den jeweiligen Kurven?Volke: Mit der Zuteilung sind wir nicht ganz zufrieden. Wir hätten natürlich lieber die geschlossene Ostkurve bekommen statt des getrennten Bereichs, denn dort hätten alle Anhänger zusammen stehen können. Andererseits verbinden wir mit dem Marathontor schöne Erinnerungen. Beim letzten Pokalsieg im Jahr 1989 konnten wir den Triumph in der Marathonkurve feiern. Vielleicht ist dies ein gutes Omen für dieses Jahr. Zudem sind die Voraussetzungen durch den Überbau des Marathontors in den letzten Jahren etwas besser geworden.Stadionwelt: Für die beiden Finalteilnehmer wurden jeweils 20.000 Tickets reserviert. Zahlreiche Anhänger werden sich über Umwege mit anderen Eintrittskarten versorgen. Wie viele Fans erwartet Ihr insgesamt in Berlin und wie wird der Großteil der Anhänger anreisen?Volke: Ich denke, dass sich einige Fans über andere Wege Karten besorgt haben und erwarte daher bis zu 30.000 Borussen im Stadion. Weitere 10.000 bis 15.000 Fans werden sich vermutlich ohne Karte auf dem Weg machen und unter anderem unser Public-Viewing-Angebot in der Waldbühne wahrnehmen. Bereits jetzt sind rund 15.000 Tickets dafür verkauft worden. Addiert man diese Zahlen werden es in Berlin an die 50.000 BVB-Fans sein. Die Anreise wird ein großer Teil mit PKW, Bussen oder auch mit dem Flugzeug zurücklegen, zusätzlich wird es vier Sonderzüge, zwei der Fanabteilung, einen der Ultraszene und ein Angebot eines Drittanbieters geben. Karten gab es vom BVB aber nur für den Zug der Fanabteilung, die anderen Züge wurden ohne Eintrittskarten auf die Beine gestellt. Traditioneller Treffpunkt der Fanszene wird wie bereits 1989 und 2008 an der Gedächtniskirche auf dem Breitscheidplatz sein. Stadionwelt: Einige Fans gingen bei der Kartenzuteilung leer aus. Welche Möglichkeiten wird es für diejenigen geben, die keine Karte für das Finale ergattern konnten?Volke: Wie bereits angedeutet wird es ein Public Viewing in der Waldbühne im Olympiapark geben. In Dortmund gibt es gleich mehrere Möglichkeiten das Pokalfinale im größeren Kreis zu verfolgen. Neben dem Friedensplatz wird auch auf dem Hansaplatz und hinter der Reinoldikirche eine Großbildleinwand stehen. Dazu gibt es auch in der Westfalenhalle und im FZW die Möglichkeit das Finale in Berlin live mitzuerleben. Stadionwelt: Einige Karten sind über Ticket-Agenturen oder Auktionsplattformen für horrende Preise über den Tisch gegangen. Wie beurteilt Ihr diese Entwicklung?Volke: Diese Entwicklung sehen wir äußerst kritisch. Die Ticketpreise auf solchen Plattformen erreichen teils exorbitante Ausmaße. Zudem haben wir bereits von mehreren Betrugsfällen gehört. Leider können wir als Verein jedoch nichts gegen solche Händler unternehmen, da die Ticket-Agenturen und Auktionsplattformen nicht gegen geltendes Recht verstoßen. Wir können lediglich dazu aufrufen, solche Karten nicht zu kaufen und diese Entwicklung nicht zu unterstützen. Stadionwelt: Die Atmosphäre beim DFB-Pokalfinale ist immer etwas Besonderes. Sind seitens der Fans Choreographien oder andere Fanaktionen geplant und welche Verordnungen, z.B. für den Brandschutz, müssen dabei beachtet werden?Volke: Von Dortmunder Seite wurde eine Choreographie angemeldet und genehmigt. Die Verordnungen sind im Vergleich zu Bundesligaspielen etwas strenger, doch wir können damit umgehen. So muss für Fahnen beispielsweise das in der Anschaffung deutlich teurere, brandsichere B1-Material verwendet werden. Dazu kam, dass die Aktion an den Standort angepasst werden musste, da der Bereich über dem Spielereingang laut DFB-Vorschriften neutral bleiben muss und kein Spruchband an dieser Stelle aufgehängt werden darf. Stadionwelt: Sollte der Pokal an euch gehen, sind bereits Feierlichkeiten geplant und wenn ja, wo wird der Pokalsieg zelebriert?Volke: Unabhängig davon, ob wir das Double gewinnen, wird es in der Nacht zum Sonntag eine interne BVB-Feier mit allen Spielern und Verantwortlichen geben. Am nächsten Tag ist in der Dortmunder Innenstadt ein Autokorso geplant. Dieser wird aufgrund der Landtagswahlen in NRW um 18:09 Uhr beginnen. (Stadionwelt, 09.05.2012) Best of Borussia DortmundZum Best of Pokalendspiele
Pokalfinale: Gutes Omen Marathontor?
Faszination Fankurve
12.05.2012
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