Spielbericht: Die Eurofighter sind wieder da!

Faszination Fankurve 06.04.2011 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Wer hätte das gedacht, der FC Schalke schlug gestern Abend in der Königsklasse im San Siro den amtierenden Champions League-Sieger Inter Mailand mit 5-2. Die Knappen stahlen Inter nicht nur auf dem Rasen die Show, auch auf den Rängen hatte der königsblaue Anhang einen sehr guten Tag erwischt. Stadionwelt war vor Ort hat die Bilder des Abends.

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Schalke und die lombardische Hauptstadt haben Vorgeschichte, auch wenn der Gelsenkirchener Verein insgesamt erst vier mal gegen beide Mailänder Clubs ran durfte. Aber mit dem Guiseppe-Meazza-Stadion verbindet der Verein aus dem Ruhrgebiet ein Stück Geschichte. Denn dort gewannen die Knappen 1997 erst- und letztmalig den UEFA-Cup. Die Vorzeichen für ein großen Fußballabend waren also sehr gut. Und die Zuschauer im San Siro sollten nicht enttäuscht werden.

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Choreo der Curva Nord zum Einlaufen der beiden Mannschaften
Alle Bilder: Stadionwelt

Etwas mehr als 5.000 Königsblaue machten sich auch dieses Mal wieder auf nach Mailand. Bei strahlenden Sonnenschein versammelten sich die ersten Schlachtenbummler schon zur Mittagsstunde am Dom, welcher wie bereits die letzten Male als zentraler Treffpunkt von den Ultras Gelsenkirchen ausgerufen wurden. Andere zogen es vor, sich schon Stunden vor den Anpfiff am Stadion nieder zu lassen. Mit der Öffnung des Gästeblocks zeigten sich bereits die Schalker sangesfreudig, was allerdings von den Inter-Fans mit einem lautstarken Pfeiffkonzert quittiert wurde. Der Gästeblock selbst füllte sich bis um 20.45 nicht ganz. An den beiden Rändern waren noch ein paar wenige Plätze frei, doch auch so glich der dritte Oberrang der Curva Sud einer blau.weißen Wand. Auch das restliche Stadion füllte sich bis zum Anpfiff zusehends. Insgesamt waren es 72.770 Zuschauer.

Das Spiel selbst begann mit einem Paukenschlag. Die Choreoreste der Curva Nord waren noch nicht entsorgt und die letzten Bengalfackeln der Schalker Nordkurve erleuchteten noch den Mailänderabendhimmel, da schoss Dejan Stankovic nach einer Kopfballabwehr von Manuel Neuer aus gut 40 Meter Entfernung das 1-0. Mit diesem Spielbeginn hatte niemand gerechnet und so stand nicht nur die Curva Nord Kopf. Die Stimmung ließ erahnen, wie es im San Siro zugehen kann, wenn es wirklich drauf ankommt.
Die Schalker steckten aber nach dem Rückstand nicht auf. Sie kämpften und erarbeiteten sich weiter Chancen, was letztendlich von einem blenden aufgelegten Matip mit dem 1-1 belohnt wurde. Danach gestaltete sich das Spiel offener. Schalke hatte teilweise mehr vom Spiel und mehr Torchancen, doch wenn Inter zum Zug kam, dann war es meist zwingender. Vor Allem Eto'o und Snijder spielten bei der ein oder anderen Einzelaktion die Schalker-Hintermannschaft schwindelig.

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Immer wieder wurde in den Fanblöcken kontrolliert Pyro abgebrannt

Auf den Rängen waren die Knappen allerdings mehr tonangebend. Trotz des frühen Rückstands peitschte die Nordkurve ihre Truppe weiter nach vorne. Nach dem Ausgleichstreffer von Edu brachen dann endgültig alle Dämme, dass selbst italienische Medienvertreter verwundert über die Deutschen waren, dass der gesamte Gästeblock geschlossen hüpfte. Die Curva Nord von Inter enttäuschte ein wenig, zwar kamen einige Lieder gewohntermaßen sehr laut rüber. Doch von den früheren durchgehenden Gesängen ist wenig übrig geblieben. Selten wurde ein Lied über mehrere Minuten getragen.

In der 34. Minute war es dann Milito, der Inter erneut in Front brachte. Doch auch diesmal rappelte sich die Elf aus Gelsenkirchen auf und erinnerte teilweise an die „Eurofighter“ von 97. Edu glich nur sechs Minuten später zum 2-2 aus. Das Kämpfen wurde auch in zweiten Halbzeit weiter belohnt, mit einem Doppelpack binnen vier Minuten erhöhte Raul und ein Eigentor der Italiener auf das zwischenzeitliche 4-2 aus Schalker Sicht. Inter war spielerisch nach dem Rückstand zusammengebrochen. Einzig und allein Eto'o versuchte weiter Akzente zu setzen, aber die Defensivabteilung von Inter schwamm davon. Den Höhepunkt setzte Chivu mit einer Gelb-Roten Karte, während der FC Schalke 04 nach der Führung nicht nachließ und sich Chance auf Chance erarbeitete. Die Mühen wurden auch belohnt, am Ende trafen nochmal Edu mit links zum Endstand von 5-2. Die Kollegen von Sat.1 betitelten das Spiel noch während der regulären Spielzeit noch als „Wunder von Mailand“ und passender hätte wohl gestern auch kein Schalke-Fan den Abend beschreiben können. Spätestens nach dem 3-2 glaubte jeder im Gästeblock an das ganz Große, Inter Mailand zuhause schlagen. Dass es am Ende dann einer Demütigung glich war wohl das Sahnehäubchen für die geschundene Schalker-Seele aus der bisherigen Bundesliga-Saison.

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Freude pur – Schalke ärgerte den amtierenden Champions League-Sieger

Inter konnte und wollte dem anscheinend nichts mehr entgegensetzen. Große Teile des Stadions verließen dieses bereits ab der 75. Minute und nur vereinzelt nahm man noch Gesänge der Curva Nord wahr. Vielmehr schrie die Schalker Nordkurve ihre Freude aus dem Lieb. Bereits lange vor dem Abpfiff und weit danach erklang noch die Bitte, dass dieser wunderschöne Tage nicht zu Ende gehen soll.

Ja, es war wohl ein geschichtsträchtiger Tag im San Siro. So einfach kann man nicht alle Tage gegen Inter Mailand gewinnen. Der FC Schalke 04 nutzte die Chance und steht nun ganz knapp vor dem Einzug ins Halbfinale der Champions League 2011. Und wie schon Eingangs erwähnt, wer hätte das noch vor wenigen Wochen geglaubt!!? (Stadionwelt, 06.04.2011)

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Choreo der Curva Nord zum Einlaufen der beiden Mannschaften
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Freude pur – Schalke ärgerte den amtierenden Champions League-Sieger
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