Spielbericht: Frankfurt ist Pokalsieger

Faszination Fankurve 26.03.2011 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

In wenigen Monaten ist der Startschuss zur sechsten FIFA Fußballweltmeisterschaft der Frauen. Deutschland ist Austragungsort und das heutige Pokalfinale  im Frauenfußball im Kölner RheinEnergieStadion stellte eine gute Möglichkeit dar, um zu sehen ob das deutsche Fußballvolk bereit für die WM-Endrunde ist.
 
Nachdem bis letztes Jahr das Frauen-Pokalfinale immer direkt vor den Herren in Berlin ausgetragen wurde ist es nun eine eigenständige Veranstaltung in Köln geworden. Ein buntes Rahmenprogramm und große mediale Berichterstattung und Werbung im Rheinland sollte das Spiel etablieren. Doch ist das wirklich gelungen?

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Ein spärlich gefülltes Stadion beherbergte heute das DFB-Pokalfinale der Frauen
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Insgesamt schafften es trotz der großen Werbeoffensive lediglich etwas mehr als 20.000 Zuschauer ins Stadion nach Köln. Und das, obwohl wirklich einiges geboten wurde. Ab 12.00 Uhr wurden die Besucher in Müngersdorf mit Autogrammstunden, interaktiven Spielen und dem zusätzlich ab 13 Uhr stattfindenden FVN Niederrhein-Pokal unterhalten. Letzteren konnte in diesem Jahr der VfL Kommern gegen den SF Uevekoven für sich entscheiden. Das Reagionallige-Team aus Kommern steht somit verdientermaßen im kommenden Jahr in der ersten Runde des DFB-Pokal.
 
Das Finale im diesjährigen DFB-Pokal wurde zwischen dem 1. FFC Frankfurt und dem 1. FFC Turbine Potsdam ausgetragen. Die Spielerinnen vom 1. FFC Turbine Potsdam reisten allerdings als Favorit an den Rhein, haben sie doch erst vor kurzem die Bundesliga für sich entscheiden können. Den zweiten Platz mit einem unglaublichen Torverhältnis von 103:16 aus 22 Spielen und nur einem Punkt Abstand ist der Rekord-Pokalsieger aus Hessen, der 1. FFC Frankfurt.
Schon auf den ersten Blick durchs Stadion wurde allerdings ziemlich deutlich, dass man keine wirkliche Parallele zum Herren-Pokalfinale in Berlin ziehen konnte, so suchte man in Köln heute Mittag beispielsweise vergebens wirklich Fanblöcke. Vereinzelt gab es auf der Ansammlungen beider Fanlager auf der Haupt- als auch auf der Gegentribüne, wobei Potsdam doch deutlicher zu vernehmen und auch zahlenmäßig die Hessen überbot. Die große Mehrheit im weiten Rund war allerdings neutral gesinnt. Dies zeigte sich spätestens nach den beiden Toren in der 15. Minute für den 1. FFC Frankfurt durch Svenja Huth und den Ausgleich von Yuki Nagasato kurz vor der Pause.

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Die Zuschauer konnten per Fragebogen ihre Meinung kundtun

Die Halbzeitpause bot gleichzeitig auch die Chance sich die mehr oder weniger gut gefüllten Ränge genauer anzusehen und es entstand der Eindruck, dass unter den 20.000 Zuschauern auch etliche Sportvereine mit Tickets für das Spiel ausgestattet wurden. Anders konnte man die zahlreichen Trainingsanzüge von kleineren Teams der Umgebung nicht erklären, und Gespräche mit Personen bestätigten den Verdacht. Der DFB scheint aber die Entwicklung auf den Rängen bereits vernommen zu haben, so wurden an die Zuschauer vor der Partie in Zusammenarbeit mit der Sporthochschule Köln Fragebögen verteilt, in welchen unter Anderem die persönliche Motivation das Spiel zu besuchen, das Interesse an Frauenfußball im Allgemeinen und vieles mehr gefragt wurde.

Spielerisch war das Gebotene auf dem Rasen gerade in der ersten Hälfte hart, aber zu jeder Zeit fair, umkämpft. Beide Mannschaften hatten Chancen auf mehrere Tore, doch am Ende der Halbzeit Eins sollte nichts desto trotz 1-1 stehen. Obwohl die Spielerinnen alles gaben wollte die Atmosphäre nicht wirklich auf die Ränge übergehen. Eine Kapelle im eigentlichen Gästeblock des RheinEnergieStadions, die immer wieder versuchte Karnevalslieder anzustimmen, tat das Übrige dazu.

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Die mitgreisten Fans aus Potsdam machten immer wieder auf sich aufmerksam

In der zweiten Halbzeit legte sportlich gesehen Frankfurt nochmals zu. Bereits in der 48. Minute erhöhte Kerstin Garefrekes auf 2-1. Kurze Zeit später in der 59. Minute jubelte das Stadion beim vermeintlichen 2-2 erneut, aber die Unparteiische Christina Jaworek sah beim Ausgleich der Potsdamerinnen ein Foulspiel vorangehend. Frankfurt hatte daraufhin mehr Spielanteile und konnte immer mehr Raum für sich gewinnen., doch das erlösende 3-1 wollte nicht fallen, sodass es auch nach 90. Minuten 2-1 für die Hesseninnen stand und diese zum bereits achten Mal in der Vereinsgeschichte den DFB-Pokal in den Himmel recken durften.
 
Alles in allem war das DFB-Pokalfinale der Frauen ein wirklicher Vorgeschmack auf die WM 2011 in Deutschland. Es wurde nichts unversucht gelassen, aus dem Spiel ein wahres Happening zu machen. Sportlich gesehen hat sich der Fußball bei den Frauen in den letzten Jahres deutlich verbessert und das Zuschauen bereitet wirklich Spaß, doch wer Stadionatmosphäre, Zaunfahnen, farbenfrohe Fanblöcke und lautstarke Gesänge vernehmen möchte, wird enttäuscht sein. Denn all das war heute in Köln weitestgehend noch nicht anwesend. Einzig und allein eine kleine Gruppe aus Potsdam versuchte die Mannschaft weiter nach vorne zu treiben. Aber ansonsten war es eine eher untypische Atmosphäre in Köln. Der Leitsatz der kommenden Weltmeisterschaft im eigenen Land heißt: „20ELF von seiner schönsten Seite“, doch davon war heute noch nicht sehr viel zu spüren. Aber es ist ja noch etwas Zeit und die Frauen-Bundesliga hat sich bereits in die WM-Vorbereitungsphase verabschiedet, sodass man wirklich gespannt sein darf, was letztendlich im Sommer wieder auf Deutschlands Straßen passiert. Die nächste Chance sich auf das „Sommermärchen 2011“ vorzubereiten gibt es bereits am 21. Mai in Ingolstadt. Dann fordert unsere Nationalmannschaft Nordkorea heraus und vielleicht zeigen sich dann auch die Zuschauer in einer ähnlichen Form wie die Spielerinnen. (Stadionwelt, 26.03.2011)

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Am Ende feierte der 1. FFC Frankfurt den achten Pokalsieg in der Vereinsgeschichte

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Die mitgreisten Fans aus Potsdam machten immer wieder auf sich aufmerksam
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Die Zuschauer konnten per Fragebogen ihre Meinung kundtun
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Am Ende feierte der 1. FFC Frankfurt den achten Pokalsieg in der Vereinsgeschichte
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