Unterwegs auf Balkantour mit Fabian Schlomm (Teil 7/10)

Faszination Fankurve 31.12.2010 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Im Spätsommer 2009 begab Fabian Schlomm sich über drei Wochen auf eine Groundhoppingtour Richtung Balkan. Stadionwelt veröffentlicht seine Erlebnisse in zehn Teilen. In diesem Abschnitt berichtet der Fußballfreund Schlomm aus Montenegro.

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08.10.2009
Heute stand eine ziemlich spezielle Reise auf der Tagesordnung. Wir mussten uns von Thessaloniki aus auf den Weg nach Montenegro machen.
Per PKW gibt es im Prinzip zwei Möglichkeiten, vom Norden Griechenlands in die
ehemalige Jugoslawische Republik zu kommen.
Entweder würden wir zurück nach Bitola fahren, am Ohridsee vorbei und einige Kilometer weiter westlich die Grenze zu Albanien passieren um dann über die Hauptstadt Tirana nach Norden über Shkoder nach Podgorica, der Hauptstadt Montenegros, zu fahren.
Möglichkeit 2: zurück nach Skopje, hinein in den Kosovo, Richtung Westen über Prizren und dann durch die albanischen Alpen ebenfalls nach Shkoder und rüber nach Montenegro. Wir entschieden uns für Möglichkeit 2, denn die Tatsache, mit seinem eigenen PKW durch den Kosovo zu fahren, war ziemlich verlockend.
Natürlich hatten wir uns vorab beim Auswärtigen Amt informiert, ganz blauäugig wollten wir das Ganze dann doch nicht angehen. Was wir auf der Website zu lesen bekamen wirkte einigermaßen beruhigend auf uns. Zu Auseinandersetzungen zwischen Albanern und Serben kommt es momentan wohl nur noch im äußersten Norden des von einem Großteil der Internationalen Staatengemeinschaft nicht anerkannten Landes. Jedoch würde es dazu vermutlich ohne die Präsenz von UNO-Truppen auch im Rest des Landes noch kommen, zumindest bestünde wohl die Gefahr. Doch diese sind zahlreich im Land unterwegs.
Und so machten wir uns mit Sack und Pack auf den Weg Richtung Nordwesten.

Die Straßen bis nach Skopje sind sehr gut ausgebaut, ein weiterer Grund für die Entscheidung für Möglichkeit 2. Vor Skopje ist Pristina schon ausgeschildert. Kurz vor der Grenze tankten wir noch einmal auf, gar nicht unbedingt einmal wegen des Kosovos, sondern eher wegen der Fahrt durch die albanischen Alpen. Wie die Tankstellensituation in dieser Gegend wohl sein würde vermochten wir nicht abzuschätzen und so gingen wir lieber auf Nummer sicher.
An der Grenze angekommen, so gebe ich ganz offen und ehrlich zu, waren wir doch etwas nervös. Der Stau verhielt sich in Grenzen. Knapp hundert Meter vor der Grenzstation befindet sich ein Holzhaus. Hier sollte man als Ausländer unbedingt andocken. Denn die grüne Versicherungskarte gilt nicht für den Kosovo und man muss eine Extra-Versicherung abschließen Diese kostet für 10 Tage satte 50,00€. Ziemlich schmerzhaft, doch eine Alternative gibt es auch hier nicht, denn man muss die Versicherungsurkunde, die man dann ausgehändigt bekommt, beim Grenzer 100 Meter weiter samt aller anderen Autopapiere vorzeigen.
Der Typ in der Versicherungsbude sprach gebrochen englisch. Hinter ihm an der Wand hing ein riesiges Poster von Bill Clinton, darüber stand in großen Lettern „Thank you, USA!“. Daran kann man schon erkennen, wie Amerika-freundlich die einheimischen Kosovo-Albaner sind, da die Amis damals im Kosovo intervenierten und die albanische Minderheit so von serbischer Herrschaft befreiten. Auch unterwegs auf den knapp 130 Kilometern kosovarischer Landstraße sah man immer wieder Danksagungen an die USA z.B. auf Brückenpfeiler gesprüht.
Im Grenzhaus saß ein äußerst freundlicher Mensch, Aussehen und Sprache lassen darauf schließen, dass es sich um einen UNO-Mitarbeiter handelte. Wir baten ihn darum, keinen kosovarischen Stempel in unseren Reisepass zu hauen, denn dieses führt dazu, dass serbische Grenzer das Reisedokument nicht mehr anerkennen. So mussten wir noch einige Momente an der Seite warten, bis ein Kollege von ihm uns unsere Papiere überreichte. Statt einem Stempel bekamen wir nun einen extra Zettel, auf dem der Stempel zu sehen war.

Nun konnte die Fahrt durch den Kosovo beginnen. Wir waren wirklich sehr gespannt. Und wir können sagen: landschaftlich allererste Sahne was wir da zu sehen bekamen! Wir überfuhren zahlreiche wunderschöne Berge, bedeckt mit zu dieser Jahreszeit braun, gelb und orange gefärbten Laubbäumen, so weit das Auge blickte. Die Dörfer, die wir passierten, machten einen lebhaften und freundlichen Eindruck. Es gibt viele Baustellen, Gehwege, neue Straßen und Gebäude werden errichtet. Es scheint vieles im Wandel und Aufbruch zu sein. Selbstverständlich ist dies nur eine Momentaufnahme und wir haben ja auch nur einen kleinen Teil des Kosovos gesehen. Somit können wir keine generelle Aussage über das gesamte Gebiet treffen. Dennoch war unser Eindruck der befahrenen Gegend durchaus positiv und wir werden beizeiten sicherlich wieder einmal vorbeischauen, nicht zuletzt um den Länderpunkt zu machen, sollte das Amselfeld denn tatsächlich irgendwann einmal allgemein anerkannt sein, was momentan noch in den Sternen steht.
In Prizren ging es dann relativ chaotisch zu, die Beschilderung war ziemlich mies und der Verkehr verlief kreuz und quer. Außerdem sahen wir hier ziemlich viele Blauhelmsoldaten, die mit ihren Buggies durch die Stadt auf Patrouille fuhren. Auch Bundeswehrsoldaten kreuzten unseren Weg. Und selbst auf einem Werbeplakat in der Innenstadt wurde nicht für Shampoo oder Bier geworben, sondern für die KFORCE.
Letztendlich konnten wir den Ausweg aus dem Straßengewirr finden und es ging unaufhaltsam Richtung albanischer Grenze.
Dort angekommen fielen besonders die vielen Bunker auf, die rechts und links von der Straße weg parallel zur Grenze positioniert waren, natürlich mittlerweile unbesetzt. Dennoch sind sie stille Zeugen, das Albanien bis vor einiger Zeit ein hermetisch abgeriegelter Staat war und in Allem und Jedem eine staatsfeindliche Bedrohung sah. Das gehört glücklicherweise der Vergangenheit an. Dennoch mussten wir die ein oder andere Formalität klären. So füllte der Grenzbeamte ein Dokument aus, auf dem er alle Daten des Golfis vermerkte und welches bei der Ausreise einige Stunden später inkl. einer Gebühr von 1 Euro wieder abgegeben werden musste. Vermutlich wollte man so vermeiden, dass das Gefährt irgendwo im Landesinneren verbleibt. Aber daran hatten wir natürlich selbst nicht das Geringste Interesse.

Endlich konnten wir unsere Fahrt fortsetzen und wir waren fasziniert von der Welt der albanischen Alpen, die sich nun vor uns auftat. Fasziniert waren wir allerdings ebenfalls von der Straße, auf der wir die nächsten Kilometer abspulten. Ich hatte eigentlich mit mehr als schlechten Straßenverhältnissen gerechnet, doch vor uns schlängelte sich eine mehrere Meter breite schwarze Teerzunge Richtung Westen, ca. dreimal so breit wie eine gut ausgebaute deutsche Landstraße Rechts und links der nagelneuen Fahrbahn tummelten sich zahlreiche Kräne. Allerdings sah man hin und wieder einen Teil der alten, nicht mehr zu benutzenden Straße und so konnten wir uns ein Bild der Straßenverhältnisse machen, die man vermutlich vor ein paar Jahren hätte nutzen müssen, und die waren wahrlich nicht sonderlich gut. Nach einigen Kilometern bog die neue Straße dann nach links Richtung Tirana ab, wie weit sie noch in diese Richtung weiter verläuft ist uns nicht bekannt. Wir mussten statt dessen nach rechts Richtung Kukes und Puka abbiegen, was uns nur ein winzig kleines, vergilbtes Schild am Fahrbahnrand wissen lies.
Nun wurde es doch um einige Stufen abenteuerlicher, was uns gut gefiel, denn um eine gut ausgebaute, breite Straße befahren zu können reicht auch eine Fahrt zu meinen Eltern Richtung Braunschweig auf der A2. Die Straße wurde schmaler, der Belag schlechter, war aber für eine ziemlich verlassene Alpenstraße immer noch recht gut in Schuss Die Serpentinen waren teilweise so scharf und steil, dass ich in den 1.Gang wechseln musste, um den Motor nicht abzuwürgen. In regelmäßigen Abständen, alle paar Kilometer, waren Marmortafeln am Straßenrand angebracht, auf der eines Toten gedacht wurde, der vermutlich die Kurve etwas zu schnell genommen hatte. Allerdings muss man sagen, dass bei vorsichtiger Fahrweise zu keiner Zeit irgendwelche Gefahr für uns bestand. Die Personen waren also vermutlich eher Opfer ihrer allzu forschen Fahrweise.
Doch vor allem war diese Straße eines: einsam. Dutzende von Kilometern kein Schild, keine Person, kein Haus, geschweige denn ein Ort, kein entgegenkommendes Auto, nichts, nicht einmal Handynetz gab es hier. Dafür bei strahlendem Sonnenschein wunderschöne Blicke über die Berge, die in dieser Gegend teilweise eine Höhe von 1.800 Metern erreichen, etwas weiter im Süden werden sie noch höher. Irgendwann erreicht man dann doch mal wieder etwas Zivilisation, sprich ein kleines Bergdorf oder eine Häuseransammlung. Dieses Szenario zog sich nun die nächsten Stunden hin, obwohl es sich eigentlich nur um schlappe 130 Kilometer handelte, doch die hatten es in sich. Schneller als 40 konnten wir zu keiner Zeit fahren, wenn wir nicht wollten, das auch für uns jemand eine Steintafel aufstellen müsste. Nach einigen Stunden erreichten wir Puka. Dieser Ort mitten in den Alpen hat sogar einige schmutzige Wohnblocks zu „bieten“.

Gegen Abend fiel die Straße dann weiter Richtung Tal hin ab und wir erreichten schließlich Shkoder, die Metropole im Nordwesten des Landes. Hier musste unser Herz dann noch einmal etwas bluten, führte uns unser Weg doch direkt am Stadiumi Loro Borici vorbei, der Spielstätte des Erstligisten FK Vllazina. Doch an diesem Wochenende spielte die albanische Nationalmannschaft auswärts und Ligabetrieb gab es daher nicht. Trotzdem machten wir kurz am Stadion halt und fragten in einer der zahlreichen Wettkneipen der Stadt nach, ob nicht vielleicht doch irgendein Nachhol- oder Pokalspiel stattfinden würde, man weiß ja nie. Aber die Herrschaften brachten uns die absolute Gewissheit, dass der Länderpunkt auf dieser Tour definitiv nicht fallen würde. Man muss eben wissen, wann man wirklich verloren hat, so ist es im Leben.

Trotzdem fuhren wir weiter frohen Mutes Richtung montenegrinischer Grenze. Die Straße wurde nun wirklich sehr schlecht, zudem war es mittlerweile dunkel geworden was es uns erschwerte, den unzähligen Schlaglöchern auszuweichen. Dem Rest der zahlreichen Verkehrsteilnehmer war das allerdings wurscht, sie bügelten ungehemmt durch die Krater. An der Grenze gab es noch ein bisschen Aufenthalt und die Arroganz und die Unfreundlichkeit des montenegrinischen Beamten sorgten dafür, dass der erste Kontakt mit diesem Land einen negativen Touch hatte. Über Podgorica fuhren wir weitere 60 Kilometer bis Petrovac, einer kleinen Stadt so ziemlich in der Mitte des ca. 150 Kilometer langen Küstenstreifens des Landes. Als wir endlich unsere Unterkunft gefunden hatten war ich ziemlich froh, denn die lange Fahrt über nicht alltägliche Straßen hatte mich ziemlich ausgelaugt. Vom Balkon des Hotelzimmers aus konnten wir noch einen flüchtigen Blick auf das Meer werfen, der in uns ein wohliges Urlaubsgefühl hervorrief, ehe wir müde in die Federn sanken.

09.10.2009
Nach dem Frühstück machten wir uns etwas mit dem Ort und der Umgebung vertraut und wir stellten schon nach kurzer Zeit fest: dieses Land ist einfach wunderschön und hat uns nicht das letzte Mal gesehen! Vom Weg, der vom Hotel aus an den Felsen entlang verläuft, hatte man einen tollen Blick auf die Bucht der Stadt. Das tief blaue Wasser schwappt gegen die massiven Felsen und man kann bis auf den Grund sehen. Der Ortskern hat einige schöne Bars direkt am Ufer anzubieten, in denen man, zumindest zu dieser Jahreszeit, günstig Essen und Trinken kann.
Im weiteren Verlauf des Tages führte uns unser Weg in den äußersten Süden des Landes nach Ulcinj. Dort gibt es den Velika Plaza zu bestaunen, einen 13 Kilometer langen Sandstrand, der zu dieser Jahreszeit nur durch einige vereinzelte einheimische Personen besucht wurde. Somit konnten wir uns ein hübsches Plätzchen suchen und es uns gemütlich machen. Ich wagte einen Sprung in die ruhigen Mittelmeerfluten. Man kann ganz entspannt barfuß viele Meter in das Meer hineinlaufen, der Grund besteht aus reinem Sand. Nachdem man ausreichend Zeit im Nass verbracht hat und sich umdreht, um wieder zum Strand zurückzukehren, bietet sich ein grandioser Blick auf mehrere hundert Meter hohe Felsen und Berge. Dieses Land hat wirklich alles zu bieten.
Abends vertrieben wir uns die Zeit im Zentrum von Petrovac und genossen Wein, Bier und Pizza direkt am Ufer und ließen uns von den plätschernden Wellen unterhalten. Entspannung pur!

10.10.2009    19:00 Uhr
Montenegro – Georgien        2:1
Stadion Pod Goricom
Zuschauer: ca. 8.000
0 Gäste

Heute stand nach 2 Tagen Pause endlich mal wieder Fußball auf der Tagesordnung.
Doch zuvor unternahmen wir noch einen Ausflug zum Skadarsee, dessen Westufer von Petrovac aus gesehen passend auf dem Weg in die Hauptstadt liegt. Dieses Süßwasserreservoir ist auf jeden Fall einen Besuch wert! Es liegt zu 2 Dritteln in Montenegro, das andere Drittel befindet sich in Albanien. Es bietet Lebensraum für unzählige Fisch- und Vogelarten, u.a. Pelikane und Kormorane, und ist umrandet von einer schönen Berglandschaft.
Im kleinen Ort Urpazar bietet ein kleines Hotel Bootstouren an. Der Besitzer ist allerdings ein äußerst merkwürdiger Typ, der zwar deutsch spricht, davon aber offensichtlich nur ungern gebraucht macht. Und auch sonst hat man den Eindruck, dass er lieber heute als Morgen die Brocken hinwerfen würde und diesen ganzen Tourismusquatsch aufgeben würde. Erst im Laufe der Zeit wurde uns klar, dass man wissen muss, wie man ihn zu nehmen hat und das es sich eigentlich nicht um Unfreundlichkeit, sondern nur um eine, sagen wir mal, spezielle Art des Umgangs mit anderen Menschen handelt, die tatsächlich nicht böse gemeint ist. Er ist einfach ein bisschen kauzig. Vor Beginn der Rundfahrt durften wir noch das eigens angesammelte Museum besichtigen, welches sich auf dem Dachboden seines Hotels befindet und in dem er allerlei altes Zeug gesammelt und recht liebevoll zum Anschauen hergerichtet hat. Von einer uralten Schreibmaschine über mittelalterliche Fischfangnetze bis hin zu einer Kinderwiege aus dem 18. Jahrhundert gibt es unzählige Sachen zu bewundern. Erläutert wurde all das von seinem netten Hausmädchen, die die Sommermonate über in seiner Küche arbeitet, aus einem kleinen Ort in Vojvodina kommt und perfekt englisch spricht.

Nun ging die Fahrt aber endlich los, zusammen mit einem kroatischen Pärchen aus der Nähe Dubrovniks und dem Fahrer schnitten wir mit dem Boot eine Schneise in das glatte Wasser und und fuhren auf den See hinaus. Die Kormorane nahmen reiß aus, dennoch konnten wir die Vögel von Nahem beobachten und auch einige Pelikane flogen über unsere Köpfe hinweg. In Mitten des Sees gibt es eine kleine Gefängnisinsel, sozusagen das Alcatras Montenegros, mittlerweile aber selbstverständlich verfallen und verlassen. Der Kapitän konnte leider nur jugoslawisch, somit waren die beiden Mitfahrer aus Kroatien im Vorteil, doch sie teilten uns die wichtigsten Dinge auf englisch mit.
Wieder am Ufer des Sees angekommen erhielten wir vom Hotelbesitzer noch eine kleine Gewürzpflanze für daheim als kleines Mitbringsel. Na ja, die weitere Tour und die Rückfahrt hat das Pflänzchen nicht so ganz überlebt.

Nun setzten wir unsere Fahrt nach Podgorica weiter fort. Dort angekommen suchten wir uns einen Parkplatz in Stadionnähe, so richtig Bock auf eine Stadtbesichtigung hatten wir nun nicht mehr. Wobei das Stadion Pod Goricom sowieso ziemlich zentral liegt, somit dürften wir die meisten Sachen alleine schon durch den Weg vom Auto zum Ground gesehen haben. In einem Imbiss schnabulierten wir deftiges gegrilltes Fleisch und begaben uns dann für die kommenden 2 Stunden in eine Kneipe in der Einkaufsstraße Jenny hatte sich freundlicherweise bereit erklärt, auf der Rückfahrt als Fahrerin zu fungieren und so genehmigte ich mir einige Halbe und wir beobachteten die vorbei laufenden Menschen, unter die sich immer mehr Zeitgenossen in Montenegro-Fanmontur gesellten.
Bei den Herrschaften am Nebentisch, die offensichtlich auch den Kellner sehr gut kannten, informierten wir uns noch über die Terminierung inkl. Anstoßzeit des Zweitligaspieltages und nach einem kurzen Telefonat mit einem guten Freund, der beim Verband arbeiten würde, konnte uns bestätigt werden, dass der komplette Spieltag morgen um 15:00 Uhr über die Bühne gehen sollte. Sehr schön, so konnten wir in der Hinsicht also auch gelassen dem vertrauen, was das Internet hergab und wir konnten uns beruhigt auf den Weg zum Stadion machen.

Natürlich, beide Mannschaften hatten selbst nicht mal mehr eine theoretische Chance, einen Startplatz bei der WM 2010 zu ergattern, das war ja eigentlich schon zu Beginn der Qualifikation klar. Dennoch konnte das Spiel heute mit einer gewissen Spannung aufwarten, denn es ging im vorletzten Spiel der Gruppe 8 darum, den ersten Sieg im xten Spiel einzufahren. Und bei so kleinen Verbänden ist das ja schon als Erfolg in einer kompletten Qualirunde anzusehen. Und so war vor dem Anpfiff zu spüren, dass es hier um etwas mehr ging, als die letzten beiden Spiele in der Gruppe möglichst ohne Verletzung zu überstehen. Gut gefiel die Zaunbeflaggung der heimischen Fans, alles in den Länderfarben und an Anzahl nicht zu knapp. Fans der Gäste waren freilich keine anwesend, aus Georgien waren sowieso keine angereist und Montenegro zählt sicherlich nicht zu dem Land, in das man als Georgier auswandert oder gar flüchtet, um in ein besseres Leben zu starten.

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Die Heimkurve der Montenegrofans
Bild: Schlomm

Gespannt waren wir auf Alexander Iashvili, der beim KSC sein Unwesen triebt, den man aus einigen Bundesligastationen gemeinhin kennt und den man auch von der Tribüne aus sehr gut erkennen konnte.

Beide Mannschaften schenkten sich wirklich nichts und gaben mächtig Gas, man merkte, der Wille zum ersten und vermutlich einzigen Sieg war auf alle Fälle da. Allerdings agierten die Mannen aus der ehemaligen Sowjetrepublik inkl. Iashvili ziemlich ungeschickt und so war der Jubel auf montenegrinischer Seite bei beiden Toren groß, die letztendlich den verdienten 2:1-Sieg über den anderen Fußballzwerg bedeuteten. Diesen Dreier kann man wohl als größten Erfolg Montenegros in der aktuellen WM-Quali bezeichnen, die Freude bei den knapp 8.000 anwesenden Zuschauern war jedenfalls sehr ausgeprägt.

Kommen wir noch kurz zum Stadion: die beiden Hintertortribünen sind doppelstöckig und verfügen über ein Dach, das aus einzelnen geschwungenen Halbkreisen besteht und ziemlich charakteristisch ist. Die überdachte Haupttribüne ist nicht ganz gerade sondern etwas nach hinten weg gebogen, während die Gegengerade offen und klein ist. Das ganze Stadion ist mit blauen Sitzschalen versehen. Ein durchaus sehenswerter Spielort.

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Pod Goricom Stadion
Bild: Groundmutant

Nach dem Spiel mussten wir dem Golfi noch eine Tankrast gönnen. Leider erwies sich die Bezahlung als sehr langwieriger, hatten wir doch eine komplette montenegrinische Jugendmannschaft vor uns, die sich mit Schokolade und Fanta eindeckte.  Hoffentlich kriegt das der Betreuer nicht mit, Jungs! Auf der Rückfahrt genehmigten wir uns die kostenpflichtige Fahrt durch einen neuen Tunnel, durch den man einen kurvigen Umweg über die Berge einsparen kann.
(Stadionwelt, 31.12.2010)

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Die Heimkurve der Montenegrofans
Bild: Schlomm
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Pod Goricom Stadion
Bild: Groundmutant
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