Unterwegs auf Balkantour mit Fabian Schlomm (Teil 4/10)

Faszination Fankurve 28.12.2010 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Im Spätsommer 2009 begab Fabian Schlomm sich über drei Wochen auf eine Groundhoppingtour Richtung Balkan. Stadionwelt veröffentlicht seine Erlebnisse in zehn Teilen. Im vierten Teil besuchte Fabian Schlomm unter anderem die Partie Levski Sofia gegen Lazio Rom.

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30.09.2009
Der nun folgende Mittwoch wurde als Reisetag genutzt. Etwas Abenteuerlust machte sich jetzt bei uns breit, denn wir sollten endlich die normalen Autobahnen verlassen und sowohl straßentechnisch als auch landschaftlich einiges zu sehen und zu befahren bekommen.

Die Strecke bis ca. 90 Kilometer vor Belgrad kannten wir ja schon von unserem Ausflug nach Novi Sad. Nachdem wir uns durch den Verkehr der serbischen Hauptstadt gequält hatten fuhren wir weitere knapp 250 Kilometer weiter auf der E75 Richtung Südosten bis nach Nis. Bis hierhin alles Fair Play. Nun hieß es links ab auf die E80 und auf ebendieser Landstraße weiter zur serbisch-bulgarischen Grenze und weiter bis nach Sofia. Die Landschaft verwandelte sich nun von den langweiligen Ebenen Ungarns über die hügelige Steppe Zentralserbiens in eine wunderschöne Berglandschaft im Südosten des Landes.

An der Grenze stauten sich größtenteils türkische und bulgarische LKWs zu langen Kolonnen. Etwas merkwürdig verlief der Kauf der obligatorischen Mautplakette. Im Vorfeld hatte ich gehört, dass direkt hinter der Grenze kleine Buden stehen, in denen Leute sitzen, die nach dem Ziel fragen und die dann, je nach Antwort und sicherlich willkürlich kalkuliert, einen Phantasiebetrag erheben. Mittlerweile gibt es aber tatsächlich offizielle Plaketten. Komisch nur, dass direkt auf den ersten Metern auf bulgarischem Boden Schilder hängen, auf denen 5,00€ als Betrag ausgewiesen ist. Man muss, so erfuhren wir auf Nachfrage, allerdings einige hundert Meter weiter fahren. Dort befindet sich eine alte Blechbude, in der man die Gebührenmarke käuflich zu erwerben hat. Allerdings wurde hier der Preis für die kürzeste Gültigkeitsdauer mal eben verdoppelt. Sehr ärgerlich und unsympathisch das Ganze. Aber haben wir eine Wahl? Also überreichten wir dem Verkäufer missmutig einen harten 10-Euro-Schein und klebten das osteuropäische Pickel auf die Innenseite der Frontscheibe, denn auf Abzug durch korrupte Polizisten hatten wir keinen Bock. 10,00€ Maut für 10 Tage bulgarische Straßen, das ist schon ein exorbitant hoher Preis. Zumal man nicht unbedingt feststellen kann, dass die Einnahmen auch tatsächlich in die Straßen investiert werden und sich alleine schon unser Ruhrgebiet über die Autobahnkilometer in Bulgarien in der Summe kaputt lachen kann. Na ja, abhaken.

In der Hauptstadt angekommen verhalf uns mal wieder unser Navi, den Weg zu unserem Hostel im Zentrum durch das Verkehrschaos zu finden und eine lange Sucherei zu vermeiden. Das Sofia Guest House kann man übrigens nur wärmstens weiterempfehlen! Es ist ziemlich neu und sauber und das Personal ist super freundlich!

Etwas gewöhnungsbedürftig gestaltete sich die Parkplatzsuche und die damit verbundene Bezahlung der entsprechenden Gebühr. Parkplätze waren zwar an der Hauptstraße direkt vor dem Hostel zahlreich vorhanden, allerdings fast komplett besetzt. Außerdem gibt es verschiedene Parkzonen, die mit unterschiedlichen Tarifen belegt sind, und deren System sich unserem Horizont nicht erschloss. Egal, wir hatten heute mal wieder Glück, denn nach einiger Rumkurverei durch die Gegend rund um das Hostel ergatterten wir tatsächlich einen Stellplatz am Eingang der Unterkunft. Die Entrichtung der Parkgebühren kann man auf zweierlei Weise durchführen: entweder per SMS an eine bulgarische Kurzwahl was zwar recht fortschrittlich ist, uns aber mit deutscher Vorwahl etwas zu unsicher erschien. Zweite Variante: man kauft an einem autorisierten Kiosk ein dickes, fettes Parkticket. Darauf muss man Tag, Monat und Stunde ankreuzen, das Ding mit der Größe einer halben DIN A4-Seite, nur etwas schmaler aber dafür länger, gilt für eine Stunde. Und so mussten wir zahlreiche dieser Billets auf dem Armaturenbrett unseres Golfis platzieren, was auf jeden Fall ein Foto wert war.

Bedenken muss man auch jederzeit, dass man in Bulgarien bei der Verneinung einer Frage mit dem Kopf nickt, während man bei einer Bejahung mit dem Kopf schüttelt. Daran muss man sich wirklich gewöhnen! Nach dem Kauf einiger Grundnahrungsmittel (Bier, Bier, Mineralwasser und Bier) machten wir es uns in unserem Zimmer gemütlich und studierten schon mal auf Landkarten die bald zu fahrende Strecke nach Mazedonien und den entsprechenden Reiseführer.

01.10.2009 20:00 Uhr
PFK Levski Sofia – SS Lazio Rom 0:4
Stadion Georgi Asparoukhov
Zuschauer: 16.500
Ca. 60 Gäste
Am Donnerstag erkundeten wir selbstverständlich erst einmal Sofia. Doch so richtig haute uns die bulgarische Hauptstadt nicht von den Socken. An Bauwerken gibt es größtenteils nur orthodoxe Kirchen zu sehen, der Rest ist eher mau. Und so verschlug es uns recht zügig in ein Internetcafé, in dem die Pläne der kommenden Tage eroiert werden sollten und entsprechende Spielpläne gewälzt wurden. Optimalerweise war für Freitag noch ein Erstligakick in Sofia terminiert. Am besten hätte es uns in den Plan gepasst, wenn Samstags ein Spiel in Mazedonien und Sonntags eines in Albanien konsumiert werden könnte, um so beide noch vakanten Länderpunkte erledigen zu können. Ein Spiel in Mazedonien für den Samstag war schnell gefunden, die Informationen im Netz dazu waren ziemlich ergiebig. Probleme bereitete es uns allerdings, konkrete Ansetzungen für die albanische Liga zu finden. Nicht albanische Websites verkündeten stets den Sonntag als kompletten Spieltag der ersten Liga. Zwar kann man aus der albanischen Sprache einiges ableiten und so fanden wir den Link auf der Homepage des Verbandes zu den Terminierungen ziemlich schnell, jedoch konnten wir auch hier nur die uns viel zu allgemeine Aussage sehen, dass alle Spiele am Sonntag stattfinden sollten. Auch das Surfen auf den Seiten der an der jeweiligen Paarung beteiligten Vereine brachte uns keine entscheidenden neuen Erkenntnisse. Es half alles nichts, Handy her und beim Verband anrufen. Wenn die Herrschaften nicht in der Lage sind vernünftige Infos auf die Website zu stellen müssen sie eben mit Anrufen genervter Groundhopper leben. Doch das war einfacher gesagt als getan. Mehrere Anrufe verliefen ohne Erfolg, es ging niemand dran. Beim xten Mal hob tatsächlich jemand den Hörer ab. „Ähhmm, do you speak english or german?“ “Moment” lautete die knappe Antwort, Sekunden später hatte uns der Knaller mit einem Faxgerät verbunden. Autsch, das hatte ein ordentliches Pfeifen in der Muschel zur Folge. Danach ging wieder niemand an den Apparat. Sehr zermürbend!

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Die Levski Sofia Fans
Bild: Schlomm

Nun gut, ärgerlich aber momentan nicht zu ändern, also verliessen wir das Internet-Kabuff wieder gen Tageslicht und eumelten weiter durch die westbulgarische Metropole Richtung größtem bulgarischen Stadion, wenn man das Vasil Levski Stadion mal außen vor lässt.

Im knapp 44.000 Zuschauern bietenden Nationalstadion finden Länderspiele und des öfteren auch mal die Derbys Levski gegen ZSKA statt. Das Europa League Spiel Levski gegen Lazio Rom sollte allerdings heute Abend in der eigentlichen Heimspielstätte des zweiterfolgreichsten Vereins Bulgariens stattfinden. Wer sich übrigens nicht sicher ist, in welchem Stadion ein Europa- oder Champions League – Spiel angepfiffen wird, findet eine zuverlässige Liste der Spielorte auf der Website der UEFA. Und gerade im Osten Europas können die Spiele mangels eigenem europapokaltauglichen Stadion ja gerne mal woanders ausgetragen werden.

Am Ground angekommen holten wir uns erst einmal zwei Tickets für läppische 10 Gerümpel pro Stück. Im Biergarten direkt am Stadion gab es aus Sicherheitsgründen bereits kein Bier mehr, also machten wir es uns einige Straßenzüge weiter in einem kleinen Straßencafé gemütlich und stimmten uns auf das Spiel ein. Ziemlich typisch das Bild, welches sich uns auf der anderen Straßenseite bot: im Hintergrund schäbige Plattenbauten. Im Vordergrund an der Straße standen einige Autos, bei denen hierzulande der TÜV schon von weitem abwinken würde, und direkt daneben ein dicker BMW-Geländewagen neben einer nigel nagel neuen Limousine aus der schwäbischen Autoschmiede mit dem Stern. Schwer zu sagen, ob es sich dabei um Mafia handelt oder einfach nur um mehr oder weniger ehrliche und zugleich erfolgreiche Geschäftsleute, die den Anschluss an die EU zu nutzen wussten. Vermutlich ein Mix aus beidem. Jedenfalls würde ich sagen, dass der prozentuale Anteil an Luxuskarossen hier größer ist als z.B. in Deutschland.

Na ja, direkt vor unserer kleinen Kneipe standen jedenfalls nebeneinander drei olle Golf II, neben anderen Marken wie Dacia sicherlich DAS Automodell, welches am häufigsten zu sehen war. Nachdem wir den fahrenden und geparkten Verkehr ausgiebig analysiert hatten machten wir uns auf zum Event des Tages. Die Heimkurve war schon ziemlich gut gefüllt und stimmte sich bereits mit Gesängen auf das gleich folgende Europa League Spiel ein, der Rest des Stadions füllte sich nach und nach zusehends, sodass letztendlich 16.500 Fans diesem Spiel beiwohnten. Auch knapp 60 Fans aus Italien samt zwei Gabriele-Kontafei-Zaunfahnen hatten den weiten Weg auf sich genommen

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Die angereisten Römer
Bild: Schlomm

Der Vorsänger der blau-gelben Heimfans befand sich mit Mikro auf der Laufbahn vor dem Block und gab entsprechendes Liedgut per Lautsprecher an die Kurve weiter. Auf der Rückseite seines T-Shirts prangte eine große „88“. Ohne Worte…
Und so konnten wir mal wieder die in Deutschland schon längst in die 80er Jahre verbannten und Anfang des neuen Jahrtausends für Olli Kahn wieder aus der Schublade geholten Urwaldrufe vernehmen, wenn die farbigen Spieler Lazios am Ball waren. Das Spiel verlief ziemlich eindeutig für die Gastmannschaft aus Rom, was die vormals sehr gute und hitzige Stimmung schnell in Schmähgesänge auf den sich auf der Ehrentribüne sitzenden Präsidenten von Levski umschlagen ließ. Selbst ein Großteil der Haupttribüne drehte sich zur Loge um und forderte lauthals den Rausschmiss des Vereinsbosses. Auch die Polizei bekam selbstverständlich ihr Fett weg, ein Bengalo samt explodierendem Böller fand den Weg in eine Gruppe soldatenähnlich gekleideter Gesetzeshüter vor dem Levski-Block. Wir sind hier eben in Sofia und nicht in Hoffenheim.

Keinmal brachte die Heimelf das runde Leder im Kasten der Gäste unter, Lazio dagegen traf viermal so häufig, was uns direkt an den Kick zwei Tage zuvor in Budapest erinnerte. Zwei Europapokalspiele hintereinander mit dem ebenso gleichen wie unüblichen Ergebnis, das hat man auch selten. Und auch 900 Kilometer weiter südöstlich gingen die Leute genauso enttäuscht nach Hause wie in Budapest, während die sich die Lazio-Fans die Zeit während der Blocksperre jubelnd vertrieben. Wir gingen wieder zurück ins Hostel, wo wir nochmals erfolglos versuchten, dem Netz konkrete Informationen über Termine albanischer Fußballpaarungen zu entlocken.

02.10.2009 15:00 Uhr
PFK Slavia Sofia – FK Minyor Permik 1:0
Stadion Ovcha Kupel
Zuschauer: ca. 900
Ca. 100 Gäste
Stellt Euch vor, ihr sitzt beim Familienduell und Werner-Schulze Erdel stellt Euch die Frage: „Nennen Sie einen europäischen Fußballklub, bei dem „Slavia“ im Vereinsnamen vorkommt!“. Vermutlich würde Slavia Sofia kaum unter den meist genannten Antworten erscheinen. Und tatsächlich spielt Slavia eine eher untergeordnete Rolle im bulgarischen Hauptstadtfußball. Das Stadion allerdings weiß absolut zu gefallen, ja zu begeistern: eine riesige Schüssel mit penetrant großer Haupttribüne, nett mit schwarz-weißen Schalensitzen größtenteils versitzplatzt und einem Kiosk im Keller, bei dem man selbst während des Spiels Dosenbier erwerben kann. Was will man mehr?

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Stadion Ovcha Kupel
Bild: Schlomm

Doch bevor wir diesen tollen Tischer live und in Farbe zu Gesicht bekommen sollten (obwohl schwarz-weiß in diesem Fall auch gereicht hätte) stand noch ein Unterkunftswechsel an, denn unser trotz des kurzen Aufenthalts lieb gewonnenes Sofia Guesthouse hatte für den Freitag keine Plätzchen mehr für uns frei. Eine Alternative hatten wir unter www.venere.com schnell gefunden. Diese Seite ist ein gutes Pendant zu www.hrs.de. Zwar weiß letztere Adresse durchaus des öfteren mit Schnäppchen aufzuwarten wie wir selbst schon festgestellt haben, jedoch sind günstige Preise in osteuropäischen Gefilden kaum zu ergattern. Ganz anders bei erstgenannter Seite. „Hotel Diplomat“ sollte unser neues Domizil für eine Nacht heißen, gar nicht weit entfernt vom Austragungsort des o.g. Matches.

Der Stadtteil, in dem sich Stadion und Unterkunft befinden, ist recht gepflegt, ein schnieker Vorort mit kleinen Einfamilienhäuschen, in dem reichlich Reihenhäuser gebaut werden, weitab vom lauten Innenstadttrouble. Tat irgendwie gut mal ein bisschen abschalten zu können. Die Hotelsuche gestaltete sich etwas schwierig, das Ding war gar nicht so einfach zu finden. Ein alter Mann am Straßenrand wollte uns schon gleich zu einer Botschaft schicken, als der den Ausdruck „Diplomat“ hörte, nee, so war das nicht gemeint, da suchten wir dann lieber selber weiter.

Letztendlich war es dann doch gefunden und entpuppte sich als neumodisches Luxushotel der mittleren Klasse inkl. Tennisplätzen, überdachten sowie bewachten Autostellplätzen, riesigem Badezimmer und breitem Doppelbett, nebeneinander versteht sich. Und das zu einem Preis, der nur unwesentlich über dem des Hostel-Doppelzimmers lag. Klasse, nehmen wir mit!

Nachdem wir etwas entspannt und uns mit dem hoteleigenen Schäferhund angefreundet hatten schlenderten wir gemütlich Richtung Stadion. In der Nähe schnabulierten wir dann noch in einem netten Biergarten bei schönstem Sonnenwetter einen leckeren gemischten Salat mit bulgarischem Schafskäse. Leider konnte die Bedienung nicht die Bohne englisch, geschweige denn deutsch, aufgrund fehlender Bulgarischkenntnisse unsererseits konnten wir nicht so recht vermitteln, was wir denn gerne als Hauptgang gehabt hätten und wir ließen ihr mehr oder weniger freie Wahl. Das Fischgericht war zwar schweinemäßig delikat, doch wir hätten schon lieber eine Riesenportion einer Mahlzeit gehabt, in der Bestandteile des gleichnamigen Tieres Verwendung gefunden hätten. Na ja, irgendetwas fleischiges jedenfalls. Egal, lecker war es trotzdem und so taten wir sogar noch etwas für die Figur. Schlimmer war allerdings, dass die Dame wohl meinte sie würde uns als Touris etwas Gutes zu tun, wenn sie uns statt einheimischem Gerstensaft ein neumodisches Heineken an den Tisch bringt. Damit war ich nun gar nicht einverstanden, doch bevor ich sie nun völlig verwirren würde spülte ich die Hollandplörre mürrisch hinunter.

War ja auch irgendwie egal, das konnte uns die Freude auf den nun folgenden Kick nicht vermiesen. Mensch, was ist das Ovcha Kupel für ein wunderschönes Stadion! Einfach herrlich! Vom Stadioninnenraum hat man einen sehr guten Ausblick auf das Witoschagebirge während neben der Haupttribüne ungestört ein Baum seine Wurzeln durch den Beton drücken kann. Hier ist es einfach gemütlich, wozu auch der oben bereits erwähnte Kiosk im par Terre beiträgt, dessen Verkäuferin zwar mal ein Verkaufstraining mit Schwerpunkt „Kundenfreundlichkeit“ besuchen sollte, doch durch das gekühlte Dosenbier sammelte sie unendlich viele Pluspunkte, sie hätte mir beim Wechselgeld herausgeben auch ruhig den Effe zeigen können.

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Die Gästefans aus Permik
Bild: Schlomm

Wenn man im Inneren der Haupttribüne die Treppen nach unten geht, aber schon im ersten Stock eine Tür öffnet, steht man plötzlich in einer Turnhalle, in der gerade eine Mädchenmannschaft ihr Volleyballtraining absolvierte. Ist ja eine richtige Multifunktionsarena!

Am Eingang zum Kiosk standen einige Polizisten, die akribisch die Eintrittskarten der Besucher kontrollierten und ich hatte ein mulmiges Gefühl, mit einigen Dosen Bier unter dem Arm an diesen vorbeizugehen, doch ich fand glücklicherweise keine Beachtung.

Überhaupt war heute trotz der mickrigen Zuschauerzahl eine beträchtliche Menge an Polizei zu gegen. Schließlich handelte es sich schon um ein kleines Derby, zumindest liegt Pernik direkt vor den Toren Sofias. Und so begleiteten ca. 100 schwarz-gelb gekleidete Gästefans ihre Mannschaft, die aber strikt getrennt den gegenüber liegenden Eingang nutzen mussten und im einzig noch verbliebenen Stehplatzbereich des Grounds Platz gefunden hatten. Ein klein bisschen spannend ist ja immer die Frage: was ist bei so kleinen Klubs, die sportlich und auf der Beliebtheitssakala tief im Schatten größerer Vereine aus derselben Stadt stehen, fanmäßig los. Hier beschränkte sich das ganze auf knapp 15 Leute, die hin und wieder mal einen Gesang von sich gaben und im unteren Bereich der markigen Haupttribüne standen. Aber das Hauptaugenmerk lag heute sowieso auf dem Stadion, an dem man sich wirklich 90 Minuten erfreuen konnte.

Ach so, stimmt ja, Fußball wurde auch noch gespielt, die Heimelf fuhr einen, wenn man die Tabellensituation vor dem Kick betrachtete, überraschenden 1:0-Sieg ein, was vom Heim“block“ frenetisch bejubelt wurde. Ob man im Fanblock nun mit 15 oder mit 15.000 Leuten steht, die Freude wenn das eigene Team gewinnt, ist immer groß.
(Stadionwelt, 28.12.2010)

 

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Die Levski Sofia Fans
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Die angereisten Römer
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Stadion Ovcha Kupel
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Die Gästefans aus Permik
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