Stadionwelt hat alle an der „Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren“ beteiligten Fangruppen um ein Kurzinterview gebeten. Die erhaltenen Antworten werden hier nach und nach veröffentlicht. Hier sind die Antworten von Frenetic Youth aus Kaiserslautern.
Kurzinterview Pyrotechnik legalisieren: Frenetic Youth
Foto: Faszination Fankurve
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Stadionwelt: Warum macht Ihr bei der Kampagne „Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren“ mit?
Frenetic Youth: In den letzten Jahren haben Medien und auch die Verbände eine massive Anti-Stimmung gegenüber Pyrotechnik geschaffen. Viel zu lange haben wir Ultras zugelassen, dass dieser essentielle Bestandteil der Fankultur und speziell der Ultras mit Gewalt und Randale gleichgesetzt wurde. Wir beteiligen uns an der Kampagne, weil wir der Meinung sind, dass nur durch ein deutschlandweites Bündnis eine konstruktive Diskussion über Pyrotechnik in Gang kommen kann. Auch wenn die Gegebenheiten von Haus aus andere sind, konnten wir in Österreich sehen, dass der Kampf sich lohnt. Pyrotechnik ist ein essentieller Bestandteil der Fankultur und verdient es als solcher behandelt zu werden. Auch erhoffen wir uns eine generelle Freigabe von Fanutensilien in den Fanblöcken der Republik, das Argument, dass Doppelhalter oder Schwenkfahnen als Sichtschutz zum illegalen Zünden von Pyrotechnik verwendet werden könnten, fiele bei einer Legalisierung zumindest weg.
Spruchband in der Fankurve in Kaiserslautern
Bild: www.der-betze-brennt.de
Stadionwelt: An der Kampagne sind verschiedene Ultràgruppen von Vereinen, die in unterschiedlichen Spielklassen spielen, beteiligt. Wie schätzt Ihr die Chancen für die Umsetzung der Forderungen der Kampagne bei Euch vor Ort ein?
Frenetic Youth: Wir setzen vor allem auf konstruktive Gespräche mit den Verantwortlichen in unserem Verein, mit dieser Praxis des Dialoges haben wir in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen gemacht. Das Bild des „brennenden Betzenberges“ von Anfang der 90er Jahre ist in den Köpfen der meisten FCK Fans nach wie vor vorhanden, von daher erhoffen wir uns einen großen Rückhalt innerhalb der Anhängerschaft. Erste Gespräche zeigen, dass diese Hoffnungen nicht unbegründet sind. Natürlich werden wir auch mit den zuständigen Institutionen der Stadt Kaiserslautern sprechen, es ist jetzt direkt nach dem Start der Kampagne aber zu früh eine seriöse Einschätzung zu den Erfolgschancen abzugeben.
Stadionwelt: Wie habt Ihr die Kampagne am letzten Wochenende bekannt gemacht und welche weiteren Aktionen sind von Euch eventuell noch geplant?
Frenetic Youth: Bei unserem Auswärtsspiel beim FC Sankt Pauli am vergangenen Wochenende zündeten wir etwas Pyrotechnik. Damit wollten wir gleich zu Beginn zeigen, dass mit diesen Gegenstände verantwortungsbewusst umgegangen werden kann. So wurde alles kontrolliert und gefahrlos abgebrannt, es kann also funktionieren! Dazu gab es noch einen Überzieher mit dem Logo der österreichischen Kampagne "Pyrotechnik ist kein Verbrechen". In der Zukunft werden wir uns bei den koordinierten Aktionen der Kampagne beteiligen. Viel wichtiger ist jedoch die Arbeit vor Ort, viele Gespräche werden geführt werden müssen, es gilt die Menschen zu überzeugen. Wir sind überzeugt, dass dies im Rahmen eines deutschlandweiten Vorgehens gelingen kann.
(Stadionwelt, 20.12.2010)
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Bild: www.der-betze-brennt.de




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