Stadionwelt hat alle an der „Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren“ beteiligten Fangruppen um ein Kurzinterview gebeten. Die erhaltenen Antworten werden hier nach und nach veröffentlicht. Die Antworten von den Coloniacs kann man hier lesen.
Kurzinterview Pyrotechnik legalisieren: Coloniacs
Foto: Wilde Horde
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Stadionwelt: Warum macht Ihr bei der Kampagne „Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren“ mit?
Coloniacs: Der momentane Zustand um das Thema "Pyrotechnik" in Deutschland ist wohl mehr als unbefriedigend. Obgleich die Verbände und Vereine immer höhere Strafen aussprechen und mit Stadionverboten um sich schmeißen, wird immer mehr gezündet. Die Abschreckungsmethode scheint also gescheitert und führt im Endeffekt ja nur dazu, dass illegal gezündet wird, was den Sicherheits-Aspekt auch nicht gerade erhöht. Angespornt von den Erfolgen der österreichischen Kampagne ist es eindeutig an der Zeit eine Lösung zu finden, die auch uns in Deutschland einen legalen Rahmen für die Benutzung von Pyrotechnik in den Fankurven schafft. Eine gemeinsame Kampagne vieler deutscher Szenen hat hier wohl, neben dem positiven Aspekt des Gedanken- und Erfahrungsaustausches, auch einfach mehr Gewicht den Verbänden und Sicherheitsorganen gegenüber, als wenn jede Szene im Einzelnen kämpft. Auch die öffentliche Wahrnehmung, insbesondere der Presse, lässt sich gemeinsam wohl eher ändern, als alleine. Der, schon etwas abgedroschene aber nicht weniger zutreffende Spruch, "Getrennt in den Farben — gemeinsam in der Sache" kommt hier ganz klar zum tragen.
Spruchband beim Spiel gegen Frankfurt: „Schluss mit Böllerei und Werferei, sonst ist Pyro nie legal dabei“
Bild: Wilde Horde
Stadionwelt: An der Kampagne sind verschiedene Ultràgruppen von Vereinen, die in unterschiedlichen Spielklassen spielen, beteiligt. Wie schätzt Ihr die Chancen für die Umsetzung der Forderungen der Kampagne bei Euch vor Ort ein?
Coloniacs: Für eine konkrete Einschätzung vor Ort ist es wohl zu früh, insbesondere, da seit der ersten Veröffentlichung der Kampagne ja noch keine Gespräche mit den entscheidenden Stellen in unserem Verein stattgefunden haben. Auffällig ist aber doch, wie sich unser vereinseigenes Fan-Projekt in den letzten Monaten unglaublich populistisch auf die Seite der Pyro-Hasser geschlagen hat mit ihrer "Bekenner-Kampagne". Da war es doch recht aufschlussreicht von anderen, insbesondere aus den unteren Ligen stammenden, beteiligten Szenen zu hören, wie kooperativ sich die dortigen Fan-Projekte verhalten und aktiv an eine Lösung mitarbeiten. Ein Zustand den wir uns für Köln auch nur wünschen können. Nicht verheimlichen sollte man dann aber an dieser Stelle auch, dass unser Fanbeauftragter dem Ganzen nicht vollkommen ablehnend gegenübersteht. Nach längeren Gesprächen zwischen Fanszene und Verein wurde er diesbezüglich vor einigen Monaten auch schon, leider vergeblich, beim Verband vorstellig. Wir würden uns freuen, mit dem Schwung der neuen Kampagne auch mit dem Verein den Dialog fortzusetzen.
Grundsätzlich scheint es aber so, dass eine Kompromisslösung auf lokaler Ebene in den unteren Ligen schneller und unkomplizierter zu finden ist, als bei uns in den oberen Ligen.
Stadionwelt: Wie habt Ihr die Kampagne am letzten Wochenende bekannt gemacht und welche weiteren Aktionen sind von Euch eventuell noch geplant?
Coloniacs: Da uns von der Bayer AG, wie auch im letzten Jahr schon, der Gebrauch sämtlicher Tifo-Materialien untersagt wurde, blieb der Kölner Szene (neben den Veröffentlichungen auf den Homepages der drei beteiligten Ultrà-Gruppen) an diesem Wochenende nur ein positives Beispiel für kontrollierten Pyro-Gebrauch in Leverkusen zu setzten. Von Seiten der Ultrà-Gruppen ist dies sicher auch gelungen, leider gibt es dann immer noch zu viele Vollidioten im Block die alles wieder zunichte machen, indem sie Pyrotechnik auf das Spielfeld werfen. Absolut bedauerlich, insbesondere nachdem wir letzte Woche noch einmal gemeinsam darauf hingewiesen hatten, dass eben dieses Verhalten absolut konterproduktiv ist und ein deutliches Zeichen, dass wir in unserer eigenen Szene noch sehr viel Aufklärungsarbeit leisten müssen.
(Stadionwelt, 15.12.2010)
Hier geht es zum großen Interview mit einem Vertreter der Kamapgne "Pyrotechnik legalisieren – Emotinen respektieren":
Interview mit Jannis Busse
Hier geht es zu weiteren Kurzinterviews zum Thema:
Kurzinterview Boys Offenbach
Kurzinterview Coloniacs
Kurzinterview Legio Augusta
Kurzinterview Borussia Dortmund
Kurzinterview Chosen Few Hamburg
Kurzinterview Fialova Sbor
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Kurzinterview Ultras Chemnitz
Kurzinterview Ultras Krefeld
Kurzinterview Ultras Gelsenkirchen
Kurzinterview Weekend Brothers
Kurzinterview Wuhlesnydikat
Kurzinterview Cattiva Brunsviga
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Kurzinterview Pfalz Inferno Kaiserslautern
Kurzinterview Commando Cannstatt – VfB Stuttgart
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Bild: Wilde Horde




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