„Es bildeten sich zwei Lager innerhalb der Gruppe“

Faszination Fankurve 24.11.2010 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Die im Sommer gegründete Karlsbande Ultras aus Aachen stand Stadionwelt in einem ausführlichen Interview Rede und Antwort. Dabei würden unter anderem die Gründe für die Abspaltung von den Aachen Ultras, der eigene Stil, die Fandemo in Berlin und das Thema Gewalt thematisiert.

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Stadionwelt: Im Juli dieses Jahres habt ihr die Karlsbande gegründet. Wie kam es dazu?
Karlsbande Ultras: Die Gründungsmitglieder der Karlsbande waren zuvor bei den Aachen Ultras (ACU) organisiert, dort gab es aber im Laufe der Zeit immer mehr Meinungsverschiedenheiten und daraus resultierten stetig steigende Schwierigkeiten innerhalb der Ultraszene. Dies betraf viele Teile des Ultradaseins, beim Support angefangen bis hin zur ganzen Ultra Mentalität, bzw. wie man sein Dasein auslebte. Es bildeten sich zwei Lager innerhalb der Gruppe mit komplett kontroversen Ansichten, so dass irgendwann ein sinnvolles Arbeiten innerhalb einer Gruppe kaum mehr möglich war. Auch die zwischenmenschlichen Beziehungen litten unter den großen Differenzen und so entschlossen sich einige Leute schweren Herzens, ACU hinter sich zu lassen und eine neue Gruppe ins Leben zu rufen, um ihren Weg besser ausleben zu können, was für alle Beteiligten das Beste sein sollte. Dies war die Geburtsstunde der jetzigen Karlsbande.

Stadionwelt: Wie kamt ihr zu eurem Namen?
Karlsbande: Wow das war echt eine schwere Geburt, muss man schon sagen. Auch wenn Kaiser Karl nicht sein ganzes Leben in Aachen verbrachte, so verbindet man ihn doch sehr mit unserer Stadt. Auch in der Aachener Stadthymne (Urbs Aquensis) wird über ihn gesungen. Nicht umsonst nennt man unsere Heimat ja auch Kaiserstadt. Das Wort Bande soll den Zusammenhalt unserer Gruppe zeigen, so stehen wir doch hinter jedem einzelnen Mitglied und halten zusammen! Weiterhin ist unser vollständiger Name Karlsbande Ultras, wodurch noch mal klar ausgedrückt wird, dass wir eine Ultra Gruppierung sind.

Stadionwelt: Wie viele Mitglieder habt ihr zurzeit? Sind alle eure Mitglieder vorher bei den Aachen Ultras organisiert gewesen?
Karlsbande: Unsere Mitgliederzahl befindet sich im dreistelligen Bereich. Einige Leute waren vor der Gründung der Karlsbande bei Aachen Ultras oder dort im Nachwuchs. Wir haben aber auch großen Zuspruch in der restlichen Szene und im Umfeld gefunden, wodurch die Gruppenstärke schnell gestiegen ist. Neue junge Gesichter, aber auch ältere ehemals Aktive schließen sich uns an. Insgesamt kann man sagen, dass man nun in Aachen seinen Weg frei wählen kann, wodurch die gesamte Ultraszene an Mannstärke gewonnen hat. Ebenso sind einige kleinere ultraorientierte Gruppen, wie Commando Aachen oder Aachen Pirates, bei uns organisiert.

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Die Karlsbande hat bereits über 100 Mitglieder
Bild: Karlsbande


Stadionwelt: Wer kann bei euch Mitglied werden und wie ist die Gruppe strukturiert?
Karlsbande: Zunächst kann erstmal so gut wie jeder bei uns Mitglied werden. Unser Mindestalter wurde auf 16 Jahre festgelegt. Außerdem nehmen wir keine politisch aktiven Leute auf. Prinzipiell ist es uns egal, was die Leute denken, aber unsere Gruppe ist unpolitisch und man muss sich entscheiden, auf welchem Feld man aktiv mitmischen will. Bei uns soll Politik aus dem Gruppenleben komplett rausgehalten werden. Außerdem muss man sich für eine Ultragruppierung entscheiden, eine Doppelmitgliedschaft in beiden Ultragruppen ist unerwünscht.
Unsere Strukturen sind eigentlich auch ziemlich simpel. Jeder der sich anmeldet ist erstmal vollwertiges Mitglied der Karlsbande, hat dabei aber keine wirklichen Verpflichtungen. Innerhalb der Gruppe gibt es dazu noch einen so genannten harten Kern. Diese bilden den aktiven Part der Gruppe, welche bei allen Veranstaltungen dabei sind, Aufgaben in die Hände nehmen und den Weg der Gruppe aktiv mitgestalten und dadurch natürlich auch einige Vorteile erhaschen. Ziel ist es natürlich neue Mitglieder die Materie Ultra näher zu bringen und in die aktiven Gruppenstrukturen zu integrieren, damit sie eines Tages auch in den Harten Kern befördert werden. Da es dort natürlich auch Verpflichtungen und Verantwortungen gegenüber der Gruppe gibt, ist dieser Weg sicherlich nicht einfach, für motivierte Neulinge aber durchaus machbar.

Stadionwelt: Wie hat sich das Verhältnis zwischen euch und den Aachen Ultras seit der Neugründung entwickelt?
Karlsbande: Zu Beginn war es doch sehr angespannt, so ist die Abspaltung nicht gerade reibungslos von statten gegangen. Auch wir müssen uns da einige Fehler eingestehen. Zurzeit hat sich das Verhältnis etwas gelockert, jedoch ob ein besseres miteinander möglich ist, wird die Zeit zeigen. Man ist einfach in vielen Aspekten unterschiedlicher Meinung, sonst hätte man sich ja auch nicht spalten müssen. Unser Ziel ist aber auch die Stärkung der gesamten Szene, und da gehören alle aktiven Aachener zu, was die jeweiligen Gruppen draus machen, hängt natürlich auch von ihnen ab. Auch zwischen Einzelpersonen gibt es noch einige Spannungen, da man in vielen Bereichen immer wieder enttäuscht wird. Dennoch gibt es einige persönliche Freundschaften, die trotz der Spaltung weiter bestehen!

Stadionwelt: Seht ihr in Deutschland einen Trend von großen dominierenden Gruppen hinzu mehreren kleinen Ultragruppen?
Karlsbande: Nicht unbedingt. Wenn man in einer Gruppe Alles unter einen Hut bekommen möchte, ist das natürlich gut, in manchen Städten ist dies aber leider nicht möglich. Es wird auch nicht so kommen, dass es in Aachen unzählige, kleine Gruppen geben wird mit 10 Leuten! Es ist so, dass die ultranahen Fanclubs bei den beiden "großen" Gruppen organisiert sind. Bei uns, wie bereits erwähnt, z.B. Commando Aachen und Aachen Pirates! Unser Ziel ist es auch eine große dominierende Gruppe zu bilden, deshalb auch kein komplett geschlossenes Mitgliedersystem. In unserem Fall geht es sich ja auch nicht um persönliche Differenzen, sondern um eine unterschiedliche Art, Ultra auszuleben. Mit zwei Gruppen sollte man die verschiedenen Strömungen abdecken, wonach es keinen Sinn macht, noch weitere kleine Gruppen zu gründen. Auch die Masse, die hinter eine Gruppe steht, ist enorm wichtig, um guten Einfluss auf die Kurve, aber auch außerhalb des Stadions, zum Beispiel auf den Verein auszuüben.

Stadionwelt: Eure Vorstellung von Stimmung im Tivoli unterscheidet euch sicherlich von den Aachen Ultras. Was ist eure Idealvorstellung von gutem Support?
Karlsbande: Unsere Vorstellung von gutem Support unterscheidet sich tatsächlich immens von den Aachen Ultras. Unser Ziel ist es in erster Linie einmal, die Mannschaft bestmöglich zu unterstützen und lautstark nach vorne zu peitschen, sprich bei uns wird spielbezogener Support groß geschrieben. Das heißt nicht, dass wir uns melodischern Liedern komplett verschließen, diese aber fernab des Geschehens auf dem Platz runter zu singen, entspricht nicht unseren Vorstellungen. Zudem ist es unser Anspruch, die Süd mitzureißen und gemeinsam mit der Kurve für eine gute Stimmung zu sorgen, somit also auch auf die Wünsche und Vorstellungen der restlichen Fans einzugehen. Früher war der Tivoli bekannt für seine gute Stimmung, dies ist die letzten Jahre leider nicht mehr so. Aber dahin wollen wir zurück. Gerade die Leute, die diese Zeit noch miterlebt haben, wünschen sich nichts mehr, als die alte Tivoli Atmosphäre noch einmal aufleben zu lassen. Ein guter Mix aus Schlachtrufen, Gassenhauern, Schmähgesängen, so dass die Gegner wieder Angst bekommen, wenn sie die Tore des Stadions betreten, aber natürlich auch melodischere Klänge, wenn die Situation es zulässt und es was zu Feiern gibt.

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Die Karlsbande positioniert sich im heimischen Stadion direkt unter dem Dach
Bild: Karlsbande


Stadionwelt: Was unterscheidet euch von anderen Gruppen in Deutschland? Was ist also eurer spezieller Stil und worauf legt ihr besonderen Wert?
Karlsbande: Der erste Unterschied zu vielen anderen Gruppen ist erst einmal, dass wir nicht so viel nach außen gucken und Vergleiche zu anderen Gruppen ziehen, sondern hier in Aachen unser eigenes Ding durchziehen. Ob dies nun mit dem Rest von Ultrà Deutschland konform geht, interessiert uns nicht wirklich. Wir wollen auch keineswegs auf den Zug des modernen Ultras aufspringen, was beim Thema Support eventuell schon deutlich wurde. Natürlich legen auch wir Wert auf Fanutensilien wie Schwenkfahnen und Doppelhalter, diese müssen aber keineswegs über 90 Minuten im Einsatz sein, vielmehr verlangen wir in unserem Bereich des Blocks, dass die Leute 90 Minuten Vollgas geben und heiser das Stadion verlassen, die akustische Unterstützung steht weit vor dem sog. „optischen Support“, welcher wunderbar als Intro oder nach Toren genutzt werden sollte.
Wir haben uns entschieden, unseren Standpunkt im Stadion oben direkt unter dem Dach zu wählen, und nicht unten am Zaun direkt hinter der Fahne zu stehen. Unsere Fahne hängt nun direkt hinter uns. Durch diesen Schritt erreicht man einfach mehr Leute, da man nicht auf das Spielfeld ins Nichts singt, sondern in Richtung der restlichen Fans. Außerdem ist die Akustik durch das Dach wesentlich besser. Ein kleiner schöner Nebeneffekt ist auch, dass man nun deutlich mehr vom Spielgeschehen mitbekommt.
Was man auch noch zu unserem „Stil“ bekennen kann ist, dass unser Vorsänger bei Heimspielen nicht auf den Zaun vor der Gruppe steht, sondern aus dem Block heraus, aus der Masse, ohne Megaphon anstimmt. Dies hat ein wenig Flair von damals, als die Kurve sich noch selbst verwaltet hat und kein Dirigent den Ton angab. Dies funktioniert sehr gut, die Gruppe steigt direkt ein und der Effekt einer singenden Masse ist deutlich größer als die Stimme aus einem Megaphon. Gerade zu Hause fühlen sich auch viele Fans des älteren Kalibers eher belästigt durch einen Anstimmer, dem man alles nachmachen „muss“.
So wird er nur Auswärts bei besser besuchten Gästeblöcken, mit oder ohne dem Anstimmer von ACU, auf dem Zaun sein.
Besonderen Wert legen wir noch auf die Festigung der Aachener Szene. Das was in mehreren Jahren kaputt gegangen und weg gebrochen ist, haben wir uns als Aufgabe genommen, wieder als eine Einheit und eine Szene zu bündeln. Wir sind alles Aachener und wir stehen alle für unseren geliebten Verein. Dabei stehen wir in Kontakt zur gesamten Fanszene und ein Szenetreff an Spieltagen hat sich mittlerweile etabliert. Das Projekt „Szene Aachen“ steckt noch in den Kinderschuhen, reift aber erkennbar gut voran.
Jeder Aachener soll sich damit identifizieren können.

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Unter dem Motto „Szene Aachen“ ging es nach Bochum
Bild: Karlsbande

Stadionwelt: Was unterscheidet speziell die beiden Aachen Ultragruppen?
Karlsbande: Die Meinungen in vielen Bereichen, sei es Support, Style, Material, restliche Szene oder Außendarstellung gehen weit auseinander. Über die Ansichten der ACU wollen wir hier aber nicht unbedingt urteilen. Wer sich den Rest des Interviews durchliest, kann natürlich auch seine Rückschlüsse ziehen.

Stadionwelt: Ihr habt euch an der Fandemo in Berlin beteiligt. Was für ein Fazit würdet ihr ziehen und wie geht es nun weiter?
Karlsbande: Die Demo war in unseren Augen ein voller Erfolg. Allerdings ist es schade, dass es immer noch Gruppen gibt, die sich aus teils verständlichen Gründen weigern diesen Weg einzuschlagen. Nun gibt es die Einen, die hier von einer Doppelmoral reden und die anderen, die sowieso ihren eigenen Weg gehen wollen. In unseren Augen ganz klar die falsche Marschroute.
Trotzdem unterstützen wir die Aussage, dass Hauseinbrüche, etc. die Situation verschlimmern und Ultrà Deutschland gegen die Wand fahren lassen.
Unseren Respekt zollen wir allen Gruppen, die versucht haben in Berlin ein Zeichen zu setzen und mit dieser Demonstration dem Kampf gegen den modernen Fußball, den wir hier nicht haben wollen, neuen Auftrieb verschafft haben. Es war einfach ein geiles Gefühl mit vielen Tausend Gleichgesinnten durch die Hauptstadt zu ziehen und auf laute und kreative Weise auf die Missstände innerhalb des Fußballs aufmerksam zu machen.
Die Demo in Berlin haben wir, wie es im Nachhinein in vielen Kurven mittels Spruchband verkündet wurde, ebenfalls als Startschuss gesehen um sich diesem Kampf viel mehr zu widmen, als in den vergangenen Jahren. Wenn wir Ultras und andere aktive Fußballfans nicht langsam anfangen an einem Strang zu ziehen, dann können wir uns demnächst auch nicht beschweren, wenn der moderne Fußball immer mehr Einzug erhält in den deutschen Stadien. Die Rivalität unter den verschiedenen Szenen kann ausgelebt werden, allerdings ohne dabei außerhalb des Spieltages Einzelpersonen in ihrem privaten Umfeld abzufangen, in des Gegners Wohnung einzubrechen oder dessen Auto zu knacken.

Stadionwelt: Auf der Demonstration wurde das Thema Anstoßzeiten von euch thematisiert. Warum ist das Thema für euch so wichtig?
Karlsbande: Grade als Fan von einem Zweitligaverein leidet man sehr unter der Spieltagsterminierung. So konnte man dieses Jahr schon an einem Montag 690 km nach Berlin zurücklegen und an einem Dienstag um 17:30 Uhr nach Frankfurt anreisen, abgesehen von den ganzen Freitag Spielen, welche selbst für den arbeitenden Heimfan eine Herausforderung darstellen. Auch die Zerstückelung des Spieltags in der zweiten Liga ist enorm, wenn man bedenkt, dass ein Spieltag vier von sieben Tagen in der Woche in Anspruch nimmt. Dazu kommt die meist viel zu späte Terminierung, so dass ein vernünftiges Planen oft unmöglich ist und des Öfteren ein Krankenschein herhalten muss, das sind Zustände, die so nicht hingenommen werden dürfen. Der Fan im Stadion rückt immer weiter in den Hintergrund. Lustig auch, dass speziell zum Beispiel bei unserem Verein dem Fan lieber ein Sky Abo verkauft wird oder mit der Übertragung in der Vereinskneipe geworben wird, anstatt den Reisenden Anhänger zu unterstützen, sei es nur durch eine Subventionierung eines Fanbusses. Die anderen Themen der Demo sind dabei natürlich nicht minder wichtig für unsere Gruppe.

Stadionwelt: Im Vorfeld der Demonstration forderten verschiedene Personen auch immer wieder mehr Selbstreflexion innerhalb der Ultraszene. Wie steht die Gruppe Karlsbande zum Thema Gewalt?
Karlsbande: Wir sind sicherlich keine braven Buben und verstecken uns vor niemanden, jedoch sind wir auch nicht die Gruppe, die jeden Spieltag auf der Suche nach Gewalt ist. Für die Leute, die dies brauchen gibt es sicherlich andere Wege ihren Adrenalinspiegel nach oben zu treiben. In Ultrà Deutschland gibt es ja einige Rivalitäten, die man durchaus ausleben sollte, was natürlich nicht heißt, dass jeder Kontakt zu irgendwelchen Gruppen in Gewaltexzessen enden muss.

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Alemannia Aachen Fans auf der Fandemo in Berlin
Bild: Stadionwelt

Stadionwelt: Welche Kontakte und Freundschaften werden von euch gepflegt und unterscheiden sich diese von den Freundschaften der Aachen Ultras?
Karlsbande: Wir, die Karlsbande pflegen keine aktive Freundschaft zu anderen Gruppen. Die Fanfreundschaft von Aachen und Kerkrade wird von uns sicherlich mit getragen, aber mehr als ein paar lose Kontakte und Spielbesuche läuft da derzeit nicht. Die Freundschaft von Aachen Ultras zu den Wilden Jungs aus Freiburg tolerieren wir, wird unserseits aber nicht gepflegt.

Stadionwelt: Das neue Stadion in Aachen steht nun schon seit mehr als einer Saison. Wie hat sich die Stimmung eurer Meinung nach seit dem entwickelt?
Karlsbande: Naja, von dem alten Hexenkessel ist nichts mehr vorhanden. Dies war jedoch auch schon in den letzten Jahren im wahren Tivoli der Fall. Das Aachener Publikum hat sich gewandelt und ist nach dem Aufstieg und der Teilnahme am UEFA-Cup viel zu erfolgsverwöhnt. So passt sich die Stimmung der Leistung der Mannschaft an. Im Tivoli war der Stimmungskern im S-Block und man konnte auf der kleinen überdachten Stehtribüne ordentlich Rabatz machen. Dies hat sich auf der neuen Süd verlaufen und einen richtigen Stimmungskern gab es vor der Karlsbande auch nur im unteren Bereich des S3, der Standpunkt der Aachen Ultras. Man muss klar sagen, dass die Süd eigentlich zu groß für Aachen ist und es nur selten gelingt, die ganze Kurve mitzureißen. Im Tivoli war der S-Block nicht der preislich günstigste Stehplatz, so dass man sich auf den Würselener Wall stellte, wenn man sehr billig Fußball schauen wollte. Um im Stimmungssektor zu stehen, musste man ein wenig tiefer in die Taschen greifen. Nun sieht das Szenario ganz anders aus, die Karte im Stimmungsbereich ist auch gleichzeitig die günstigste Karte im Stadion. Man hat also in der ganzen Kurve mit Fans zu kämpfen, die sich nur günstig und ruhig ein Spiel ansehen wollen. Auch hier treffen Welten aufeinander, die am Tivoli keinen Kontakt gehabt haben, alle verschiedenen Fans und Fanclubs stehen auf einmal in einer Kurve und müssen zusammen für Stimmung sorgen, das ist keine einfache Aufgabe, die Strukturen innerhalb des Stehplatzbereiches müssen sich noch langsam entwickeln. Nichts desto Trotz ist aber ein gewaltiges Potential vorhanden, dies konnte man einige Male miterleben. Wenn die ganze Süd loslegt, wird es schlagartig richtig laut im Stadion. Genau daran gilt es zu arbeiten und das ist eins der Ziele für unsere Gruppe, welches ganz oben steht.

Stadionwelt: Was erwartet ihr auf sportlicher Ebene vom Rest der Saison? Auf welchem Platz seht ihr die Alemannia am Ende der Saison?
Karlsbande: Das ist schwer zu sagen, zum Glück haben wir dieses Jahr eine sehr junge Mannschaft. Welches Potential in ihnen steckt, haben sie aber schon mehrfach bewiesen. Die Identifikation mit dem Team ist dieses Jahr extrem hoch, nicht zuletzt auch wegen guter Öffentlichkeitsarbeit des Vereins, so hat man zu Beginn der Saison wieder unser altes traditionelles Wappen eingeführt, was wir der Alemannia hoch anrechnen. Am Ende der Saison würde man sich natürlich gern im oberen Drittel der Tabelle sehen, jedoch sollte man erstmal die nächsten Spiele abwarten, bevor man anfängt zu träumen. Realistisch gesehen sollte man mit einem einstelligen Tabellenplatz zufrieden sein. Aber, um das Gespräch mit fünf Euro ins Phrasenschwein zu beenden, schauen wir doch am besten von Spiel zu Spiel, denn bekanntlich ist ja das nächste Spiel immer das Schwerste…
(Stadionwelt, 24.11.2010)

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Die Karlsbande hat bereits über 100 Mitglieder
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Die Karlsbande positioniert sich im heimischen Stadion direkt unter dem Dach
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Unter dem Motto „Szene Aachen“ ging es nach Bochum
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Alemannia Aachen Fans auf der Fandemo in Berlin
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