Am letzten Wochenende gab es wieder etliche interessante Spiele und Vorfälle. The day after… schaute sich die Geschehnisse wieder etwas genauer an und fand heraus für Außenstehende hat sich in den letzten Jahren nicht viel geändert.
In der vergangenen Woche jährte sich zum dritten Mal der Todestag von Gabriele Sandri. Am 11. November um kurz nach neun Uhr morgens verstarb der Lazio-Fan durch eine Polizeikugel auf einem Autobahnrasthof bei Arezzo. Der Beamte, der den Todesschuss abfeuerte wurde im Juli 2009 bei einem Musterprozess zu sechs Jahren Haft wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Die Richter kamen dabei nicht den von der Staatsanwaltschaft geforderten 14 Jahre nach und ignorierten etliche Augenzeuge, die aussagten, dass der Polizist gezielt über die befahrene Autobahn hinweg auf das wegfahrende Auto mit Sandri am Steuer geschossen hatte. In ganz Italien wurden in den letzten Wochen mit dem Comitato Mai Più 11 Novembre mehr als 25.000 Unterschriften gesammelt, um mit einer Gedenktafel an jenem Rasthof an „Gabbo“ zu erinnern. Das Anliegen wurde allerdings zwei Tage vor dem Todestag von Sandri durch die Autostrade per l’Italia SpA abgelehnt. In der Begründung hieß es, dass man demnach jeden Unfalltod mit einer Gedenktafel erinnern müsste. Die Familie Sandris bezeichnete die anhaltende Umstände und den offiziellen Umgang der Behörden mit dem Tod von Gabriele in den italienischen Medien als Farce.
In Salzburg kam es am Samstag zum Stadtduell zwischen den Red Bull Juniors und Austria Salzburg in der EM-Arena von 2008. In einem geschlossenem Corteo zogen die Weiß-Violetten vom alten Stadion Lehen zur Arena und skandierten unter anderem, dass es in Salzburg nur einen Verein geben könne. Dies zeigte sich danach auch im Stadion. Während im Gästesektor der Austria fast kein Platz mehr frei war, erschien das restliche Stadion eher verwaist.
Das rheinische Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach elektrisiert die Massen rund um den Dom als auch am Niederrhein nicht erst seit dem großen Coup der Kölner Fanszene, dem Bannerklau der Ultras Mönchengladbach. Ausverkauftes Haus war am Samstag in Müngersdorf und die FC-Fans zeigten eine sehr aufwendige und großangelegte Choreo in der Südkurve. Allerdings schien dies die Spieler nicht sehr zu motivieren. 0-4 ging der FC im heimischen Stadion unter und bekam die rote Laterne der Bundesliga überreicht. Im Gästeblock kannte der Jubel natürlich keinerlei Grenzen. Hitzig wurde es allerdings nur zweimal, zum einen durch die Pyroeinlage der Gladbacher und zum andern als eine Boyz Köln von den Gästen präsentiert wurde. Einige Kölner nahmen dies zum Anlass über den Zaun zu klettern und versuchten Richtung Gästeanhang zu gelangen.
Für Nostalgiker gab es am Wochenende auch einiges. In Kaiserslautern ehrte die Westtribüne den Helden und die Legende der Pfalz – Fritz Walter. Er ist nicht nur Namensgeber des Stadions auf dem Betze, sondern er ist auch nach seinem Tod ein Teil eines jeden FCK-Fans. Weiter im Westen kam es zu einem Spiel, dass vor rund 35 Jahren noch zu einem Topspiel gezählt hätte, heute aber in der fünften Liga stattfinden muss. Westfalia Herne empfing bei strömenden Regen Rot-Weiß Essen. Beide Vereine und Fanlager durchlebten in den letzten Jahren einige Hochs und Tiefs, aber stehen nichts desto trotz treu hinter dem Verein. Für Westfalia war allerdings der Klassiker gegen RWE eine willkommene Einnahmequelle. Die Preise wurden aufgrund der zu erwartenden Zuschauermassen nach oben korrigiert und am Spieltag selbst wurden nochmals zwei Euro auf jeden Karte aufgeschlagen. Die RWE-Fans quittierten das Verhalten des Gastgebers mit einem schlichten „Abzocker!“-Spruchband vor dem Gästeblock.
Alles bleibt beim Alten
Foto: Wilde Horde 1996">
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Auch in der kommenden Woche ist The day after… wieder an gewohnter Stelle für Euch da und versucht Euch einen etwas besseren Blick in die Kurven zu ermöglichen. (Stadionwelt, 16.11.2010)
Bild: Wilde Horde 1996
Bild: JaWattDenn.de




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