Auch Gerald von Gorrissen, Fan-Beauftragter beim DFB, ist vor Ort in Südafrika. Zusammen mit dem Fan Club Nationalmannschaft hat er sich im Fan Village in Pretoria einquartiert und sprach mit Stadionwelt über die Stimmung, das Stadion in Durban und vieles mehr.
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Die Architektur des Moses Mabhida Stadiums beeindruckt – nicht nur Gerald von Gorrissen
Bild: euroluftbild.de
Stadionwelt: Die Atmosphäre in Südafrika scheint aus der Distanz betrachtet sehr angenehm zu sein. Welche Eindrücke konnten Sie bisher sammeln?
von Gorrissen: Der totale Stolz auf die Turnierausrichtung ist das, was die Südafrikaner vermitteln. Alle sind offen und sehr freundlich – man kommt direkt ins Gespräch und kann sich über alles Mögliche unterhalten. Während meiner Zeit, die ich hier bereits verbracht habe, kamen teilweise Erinnerungen an die WM-Endrunde 2006 hoch: Beim Public Viewing zum Beispiel werden auch hier Menschen mitgerissen von der Atmosphäre, obwohl der Fußball sie sonst eigentlich weniger interessiert. Da jubelt auch schon mal ein Rugby-Fan mit.
Stadionwelt: Falls sich deutsche Fans nun kurzfristig entschließen sollten, nach Südafrika zu reisen, wie stehen die Chancen auf Tickets?
von Gorrissen: Der DFB hat keine Kartenkontingente zur Verfügung. Der gesamte Ticketverkauf läuft über die FIFA. Allerdings gibt es für viele Vorrundenspiele noch Karten, die in den Ticketcentern vor Ort oder online zum Verkauf stehen. Ich habe bis jetzt noch nicht davon gehört, dass es Probleme gab ein Ticket zu bekommen – selbst beim Eröffnungsspiel konnten Kurzentschlossene noch ins Stadion. Ich denke, dass es auch nach der Gruppenphase so weiter geht.
Stadionwelt: Hat der DFB vor, Reiselustigen in irgendeiner Form unter die Arme zu greifen?
von Gorrissen: Je nach dem, wie weit die deutsche Elf kommt, haben wir im Hinterkopf, gegebenenfalls Flüge für die Fans aus Deutschland zu chartern, um ihnen die Reise nach Südafrika zu vereinfachen. Allerdings ist das auch immer eine Frage der Kapazitäten, es ist ja schließlich Ferienzeit. Außerdem können wir gerade noch schlecht einschätzen, wie es sich mit der Nachfrage nach solchen Flügen verhält.
Stadionwelt: Es ist die Rede von infrastrukturellen Defiziten und Transportproblemen in Südafrika. Was dringt davon zu Ihnen durch?
von Gorrissen: Ich habe von solchen Problemen bisher nichts gehört und selbst auch noch nichts erlebt. Natürlich dauert es seine Zeit bis man das Stadion und danach das Areal verlassen hat, aber bei diesen Kapazitäten beziehungsweise Zuschauerzahlen ist das ganz normal.
Stadionwelt: Sie waren natürlich auch beim Deutschland-Spiel im Moses Mabhida Stadium in Durban. Wie hat Ihnen die Spielstätte gefallen?
von Gorrissen: Das Stadion ist richtig schön. Der über das Stadion verlaufende Stahlbogen und die gesamte Architektur sind schon beeindruckend. Obwohl ich eigentlich eckige Stadien favorisiere, kann ich über das Stadion in Durban nichts Negatives sagen. Dieser WM-Schauplatz steht den deutschen WM-Stadien sicher in nichts nach.
Stadionwelt: Wie empfinden Sie und auch die Fans, mit denen Sie darüber gesprochen haben, den Vuvuzela-Lärm im Stadion?
von Gorrissen: Ein Großteil der Leute ist genervt von der enormen Lautstärke der südafrikanischen Instrumente. Allerdings arrangieren sich die Zuschauer mit dem enormen Geräuschpegel und benutzen zum Teil Ohr-Stöpsel. Schade ist natürlich, dass die klassischen Stadion-Fangesänge untergehen, aber alle respektieren die südafrikanische Fankultur. Im deutschen Block gab es während des Spiels einige Diskussionen über die Vuvuzelas, da einige Anhänger der deutschen Elf die Instrumente benutzten. (Stadionwelt, 17.06.2010)
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