„Druck war nicht zu spüren“

Faszination Fankurve 17.03.2010 0 Kommentare

Im vergangenen Dezember feierte Borussia Dortmund ein rundes Jubiläum. Stadionwelt sprach mit Wolle von The Unity über die Ereignisse an diesem einmaligen Tag. Unter anderem geht es um eine der größten Choreos, die jemals in Deutschland zu bewundern war.

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Stadionwelt: Medial wurde die 100 Jahrfeier von Borussia Dortmund von Anfang an groß aufbereitet. Wie ging man in der Fanszene damit um, stieg der Druck mit den Ankündigungen des Vereins oder waren Eure Anforderungen an Euch selbst ohnehin so hoch?
Wolle – THE UNITY: Uns war im Vorfeld klar, dass das Jahr des hundertjährigen Bestehens eine große mediale Rolle einnehmen würde. Borussia Dortmund ist schließlich nicht irgendein Provinz- oder Werksclub. Millionen Menschen lieben diesen Verein und Millionen wollen an diesem großen Ereignis irgendwie Teil haben.
Wenn überhaupt hatten wir zeitlichen Druck. Denn je näher der große Tag kam, desto hektischer wurde es bei unseren Vorbereitungen, was aber nichts Neues ist, denn alle unsere bisherigen Aktionen waren erst auf den letzten Drücker fertig. Und uns hätte es schon sehr verwundert, wenn es aus ausgerechnet zum Hundertsten anders gewesen wäre.
Alles in allem regierte aber die Vorfreude in der Szene und der ganzen Stadt. Druck war nicht zu spüren.

Stadionwelt: Woher kamen Euch die Ideen für die große Choreo?
Wolle – THE UNITY: Die Ideen kamen nach und nach. Zuerst war das Blockfahnen-Motiv fertig, gefolgt vom Muster der Papptafeln auf den Sitzplätzen. Alles andere kam nach und nach, bis es dann am 19. Dezember im Stadion zusammengeführt wurde.

Stadionwelt: Letztendlich präsentierte die Südtribüne unter anderem die weltgrößte Blockfahne, oder?
Wolle – THE UNITY: Uns interessiert es nicht, ob das die größte Blockfahne der Welt war. Wir haben unsere Gegebenheiten im Westfalenstadion, die wir in unsere Planungen einfließen lassen müssen. Und es war sofort klar, dass wir unsere bisherigen Dimensionen noch einmal übertreffen mussten, um eine Aktion auf die Süd zu zaubern, die unserer Borussia würdig ist.

Stadionwelt: Seid Ihr mit der Umsetzung im Stadion zufrieden gewesen?
Wolle – THE UNITY: Mit der Umsetzung und der Wirkung sind wir mehr als zufrieden. Und auch die Reaktionen und Rückmeldungen im Nachgang des 19. Dezmeber zeigen uns, dass wir die Wünsche der Borussinnen und Borussen erfüllen konnten. Vor allem die Legenden-Collage und die musikalische Untermalung mit „Leuchte auf mein Stern Borussia“ sorgten für einen wunderschönen Gänsehauteffekt.

Stadionwelt: Wie anfangs erwähnt, ist der BVB von Beginn an sehr offensiv in das Jubiläumsjahr gegangen und hatte einige Aktionen, wie unter anderem den Walk of Fame durch die Stadt zum Stadion. War es dann etwas überraschend, dass ausgerechnet beim großen Jubiläumsspiel gegen den SC Freiburg das Stadion nicht ausverkauft war?
Wolle – THE UNITY: Dass das Stadion am 19. nicht ausverkauft war, war ein kleiner Dämpfer an diesem großen Tag. Um die klirrende Kälte als Ausrede vorzuschieben, hätte man ein Prophet sein müssen, denn der Vorverkauf begann ja nicht erst einen Tag vor dem Spiel.

Stadionwelt: Nach dem Spiel gegen den SC Freiburg gab es auf der Südtribüne eine Pyroshow zu bewundern. War dies Teil Eures Geburtstagsgeschenks und wusste der Verein bescheid?
Wolle – THE UNITY: Tja, Pyrotechnik ist so eine Sache, ne? Bundesligisten sehen so etwas eher weniger als Geschenk. Die Sache war auf jeden Fall nicht abgesprochen, geschweige denn genehmigt.

Stadionwelt: Abseits der offiziellen Jubiläumsfeier mit geladenen Gästen gab es in den Westfalenhallen zusätzlich eine Fanparty. Hat die Fanszene bei dieser mitgewirkt?
Wolle – THE UNITY: Die Fanparty ist überhaupt erst auf Initiative der Fanszene hin entstanden. Hierzu müssen wir aber sagen, dass sich der Verein sofort kooperativ zeigte und unsere Wünsche und Vorstellungen komplett mittrug und uns sehr gut unterstützte. Außerdem übernahm er die finanziellen Risiken, die so eine Großveranstaltung mit sich bringt.
Leider ist die Party nicht ganz rund gelaufen, sodass sich eine gute Feierstimmung erst recht spät am Abend entwickelte. Das Ende ist ja aus Funk und Fernsehen bekannt.

Stadionwelt: Medienberichten zufolge kam es im Anschluss der Fanparty zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, bei welcher angeblich sogar ein Streifenwagen in Flammen aufging. Stimmt das?
Wolle – THE UNITY: Das stimmt. Aber das Thema ist szeneintern und auch mit dem Verein so weit erledigt, so dass wir es hier nicht neu aufrollen werden.

Stadionwelt: Was viele nicht wissen, die Dortmunder Fanszene hat ihren eigene „Geburtstagsparty“ für den BVB auf dem Borsigplatz gefeiert. Gab es diesbezüglich Probleme oder war die Aktion angemeldet?
Wolle – THE UNITY: Die Aktion nachts auf dem Borsigplatz war nicht angemeldet. Szeneintern wurde dazu aufgerufen, um kurz vor 00:00 Uhr an dem Ort zu sein, der für Borussia wie kein zweiter steht. Die zwanzig Minuten in klirrender Kälte waren einfach großartig und die Bilder sprechen für sich.
Passiert ist natürlich überhaupt nichts. Neben all den bengalischen Feuern, Breslauern und La Bombas sind auch Silvesterraketen in den Nachthimmel geschossen worden. Der Verkehr wurde nicht beeinträchtigt, beteiligte sich viel mehr mit einem Hupkonzert an der ganzen Sache, und die Straßenbahnen wurden durchgelassen.
Nach ein paar Minuten fuhr eine Polizeistreife um den Platz, hielt an und einer der Polizisten machte ein paar Bilder mit seinem Handy. Das beschreibt die lockere Feierstimmung wohl am Zutreffensten. Es war ein würdiger Startschuss in den Tag.

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Unterwegs mit der Borussia – Auswärtsfahrt nach Udinese im Jahr 2008
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Stadionwelt: In der aktuellen Saison spielt Borussia Dortmund wieder um die Plätze im internationalen Geschäft mit. Wie wirkt sich das auf der Südtribüne aus und was sind Eure Wünsche für das noch relativ junge Jahr?
Wolle – THE UNITY: Was gibt es Reizvolleres als internationale Spiele? Natürlich träumen wir alle davon, dass Borussia im kommenden Jahr europäisch vertreten sein wird. Allerdings ist es bis dahin noch ein weiter Weg, denn aktuell hängt uns Werder Bremen verdammt eng an den Hacken.
Auf der Süd macht sich das nicht sonderlich bemerkbar. Unsere Tribüne ist und bleibt unberechenbar. Mal ist sie bei guten Spielen schlecht, um dann wieder bei einem schlechten Spiel gut zu sein. Das ist halt so, man gewöhnt sich an alles. Auswärts ist es auch wie immer, nämlich in der Regel richtig gut. (Stadionwelt, 17.03.2010)

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Unterwegs mit der Borussia – Auswärtsfahrt nach Udinese im Jahr 2008
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