Der Liga geht es gut

Faszination Fankurve 16.03.2009 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Am Wochenende wurde überall in den deutschen Stadien der Opfer von Winnenden gedacht. Fast alle Kurven schlossen sich schweigend an. Bereits unter der Woche teilte ein Bundesland mit, dass es im letzten Jahr eigentlich gar keine nennenswerten Probleme beim Fußball gab.

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Stuttgarter Fans gedenken der Opfer von Winnenden
Quelle: Lostboys99.de

Dieses Bundesland war Sachsen. Ebenjenes Sachsen, das sogar Drohnen zur Bekämpfung von Gewalt beim Fußball eingeführt hat. Medienberichten zufolge soll der Innenminister Albrecht Buttolo von einer Verbesserung geredet haben. Die gewaltbereite Szene habe sich beruhigt, was auf Dinge wie Fanprojekte und eine gesteigerte Zusammenarbeit zurückzuführen sei. Insgesamt habe 1.000 Gefährderansprachen. 53 Aufenthaltsverbote und 39 Meldeauflagen wurden erteilt. Insgesamt geht man im Freistaat von etwa 1.300 gewaltbereiten Fußballfans aus.

Sieben Fans des FC Schaffhausen erhielten unter der Woche Stadionverbot von mindestens zwei Jahren, nachdem beim Spiel gegen den FC La Chaux-de-Fonds am vergangenen Samstag pyrotechnische Gegenstände gezündet wurden. Auch mögliche Folgekosten sollen auf die Anhänger abgewälzt werden.

Anhänger des argentinischen Clubs Racing sollen Medienberichten zufolge ihrer Mannschaft eine besondere Ansage gemacht haben. Der mehrfache Meister ist akut abstiegsbedroht. Mehr als ein Dutzend Fans des Clubs tauchte beim Training auf und soll ein Banner mit der Aufschrift „Klassenerhalt oder Tod“ hochgehalten haben. Auf Seiten des Vereins nahm man die Drohung ernst.

Sorgen muss sich der deutsche Profi-Fußball offenbar keine machen. Oberhaus und Unterhaus gelang laut Bundesligareport 2009 die Rekordeinnahme von 1,93 Milliarden Euro. 15 von 18 Erstligisten hatten nach Abzug der Steuern ein positives Ergebnis. Insgesamt wurden die Personalkosten der Clubs mit 627 Millionen angegeben. Alles übrigens bei einer Besucherzahl von über 17 Millionen, was beweist, dass die Fans nicht völlig unbeteiligt an den Zahlen sind.

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Choreographie der Kölner Südkurve
Quelle: Stadionwelt.de

Die Partie des Wochenendes fand sicherlich in Köln statt. Der FC empfing den alten Erzrivalen Borussia Mönchengladbach. Beim letzten Spiel der beiden Clubs in der Domstadt hatten die Kölner die aus dem Borussia-Park entwendete Ultras Mönchengladbach-Fahne gezeigt. Dieses Mal wurde vor dem Spiel der Opfer des Einsturzes des Stadtarchivs gedacht, für die die Wilde Horde auch zu Spenden aufruft. Dazu gab es eine große Fähnchenchoreo auf der gesamten Südkurve. Rund um die Partie kam es zu Auseinandersetzungen beider Fangruppen mit 25 Festnahmen.

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Pyrotechnik im Block der Fans aus Mönchengladbach
Quelle: Dirk Päffgen

In Wolfsburg scheint man begriffen zu haben, dass der VfL tatsächlich am Ende der Saison mit der Meisterschaft dastehen könnte. Alltäglich ist es nämlich nicht dass die Heimspielstätte der Wölfe ausverkauft ist. Gegen Schalke, die natürlich auch einen Schwung königsblauer Anhänger mitgebracht haben, war das der Fall. Hertha, souveräner Tabellenführer und Seriensieger der letzten Wochen lockte nur etwas mehr als 58.000 in das Olympiastadion. An sich nun wirklich keine schlechte Besucherzahl, doch die dieser Tage vielbeschriebene Euphorie scheint noch nicht überall in der Millionenmetropole angekommen zu sein. Ansonsten lassen sich die leeren Plätze kaum erklären.

Unter der Woche müssen Hamburg und Bremen zu den Rückspielen im UEFA-Pokal. Hamburg reist mit einem 1-1 Unentschieden nach Istanbul zu Galatasaray. Werder mit einem knappen 1:0 Heimspielsieg nach St. Etienne. Beide Fangruppen können sich nicht nur auf ein spannendes Spiel, sondern sich auch auf eine beeindruckende Atmosphäre auf den Rängen freuen. Auf welchen Gegner und vor allem welche Reise in der Champions League sich die Fans des FC Bayern freuen können, wird am Freitag entschieden. Dann nämlich ist die Auslosung in der Königsklasse. Nur drei Tage später meldet sich auch der day after… schon wieder. (Stadionwelt, 16.03.2009)

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Stuttgarter Fans gedenken der Opfer von Winnenden
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Choreographie der Kölner Südkurve
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Pyrotechnik im Block der Fans aus Mönchengladbach
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