Fußballreisen steuerlich absetzen

Faszination Fankurve 09.03.2009 0 Kommentare

Foto: Horda Azzuro

Viele deutsche Allesfahrer hätten wohl nichts dagegen, ihre vielen Reisen steuerlich absetzen zu können. Was auf den ersten Blick absurd erscheint, könnte anderswo bald Realität werden. Ansonsten redet ganz Deutschland über ein Spiel vom Freitag.

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Das Fußball-Wochenende wurde am Freitag mit einem der brisantesten Spiele der Republik überhaupt eingeläutet. St. Pauli gegen Hansa Rostock wird auch in den kommenden Tagen für Gesprächsstoff sorgen. Nachdem es zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen war, forderte die Gewerkschaft der Polizei, dass gewisse Spiele zukünftig ganz ohne Publikum ausgetragen und die Fanarbeit der Clubs verbessert werden müsse. Der Chef der Gewerkschaft Freiberg sprach sogar davon, dass es nur eine Frage der Zeit wäre, bis es Tote gäbe. Der DFB-Kontrollausschuss hat bereits angekündigt, dass bezüglich der Vorfälle rund um das Spiel ermitteln wird.

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1860-Block in Ingolstadt.
Bild: Claude Rapp – www.CR-Fotos.de

Im Vorfeld des ersten bayrischen Derbys von FC Ingolstadt und 1860 München wurde letzte Woche bekannt gegeben, dass 60er ohne Karte für den Gästesektor, keine Farben zeigen dürfen. Nach einem Treffen der Fanbeauftragten der beiden Clubs wurde dies allerdings aufgehoben. Offiziell erhielt der Club aus der bayrischen Landeshauptstadt 4.000 Tickets. Im Stadion selber waren sicherlich einige Löwen-Fans mehr.

Ganz gelang es den Lilien aus Darmstadt am Wochenende nicht, einen neuen Rekord bei einem Vierligaspiel aufzustellen. Dafür hätten über 14.000 Zuschauer kommen müssen. Bei Union gegen BFC Dynamo waren vor einigen Jahren 14.020 Zuschauer im Stadion gewesen. Ans Böllenfalltor kamen gegen Ulm „nur“ 11.100 Besucher. Dennoch sicherlich eine bemerkenswerte Zahl.

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Ein gutbesuchtes Stadion am Böllenfalltor.
Bild: www.handtuchmafia.de

Vielen Fans aus Bremen und Hamburg wird das am Samstagabend ausgeloste Halbfinale zwischen HSV und Werder sicherlich etwas enttäuscht haben, weil das Aufeinandertreffen in Berlin so auf keinen Fall zustanden kommt. Immerhin gibt es das Nordderby nun definitiv.

Noch weiter nördlich, nämlich in Norwegen, denkt man nicht darüber nach wie man die eigenen Stadien voll bekommt. Stattdessen geht es wohl ernsthaft darum, dass Fans Reisen zu Sportveranstaltungen im Ausland steuerlich absetzen können Unter anderem wird das damit begründet, dass die Reisenden ihr Heimatland schließlich unterstützen.

Deutsche können ihr Team aufgrund der Nichtteilnahme am Confederations Cup in Südafrika im Juni dieses Jahres nicht unterstützen. Der reisefreudigen Gemeinde deutscher Fußballfans käme eine grundsätzliche steuerliche Erleichterung aber sicher recht. Auch die Veranstalter des Confed Cups würden sich gegen mehr Gäste keinesfalls wehren. Medienberichten zufolge könnte die WM-Generalprobe nämlich ein Flop werden. Es drohen tausende leere Plätze in den Stadien, weil die Nachfrage nach den Eintrittskarten bisher als dramatisch schlecht bezeichnet wird.

Die Kölner Band Höhner spielte kürzlich in Mönchengladbach. Bei einigen Fans des 1. FC Köln stieß dabei sauer auf, dass die Band Schals des Erzrivalen Borussia trug. Hintergrund ist der, dass das offizielle Vereinslied des FC von der Gruppe gesungen wird. Morgen wird es deswegen beim Fan-Projekt eine Gesprächsrunde zwischen Fans und Vertretern der Höhner geben

Im Niedersächsischen Landtag reagierte man in der letzten Woche auf Vorfälle, die sich beim Spiel von Jena in Emden am 21. Februar ereignet hatten. Nach Strafanzeigen und Dienstaufsichtsbeschwerden von Jenaer Fans und Verantwortlichen gegen den Polizeieinsatz nach dem Drittligaspiel Kickers Emden gegen FC Carl Zeiss Jena am 21. Februar hat dieser nun das besagte Nachspiel auf politischer Ebene. Die Fraktionen der Parteien „Bündnis 90 / DIE GRÜNEN“ und „DIE LINKE.“ haben entsprechende „Kleine Anfragen“ an die Landesregierung Niedersachsens gestellt. Bei einem Polizeieinsatz nach Spielende wurden nicht nur unbeteiligte Fans, sondern auch Jenaer Ordner, Präsidiumsmitglied Wiese und der Fanprojektleiter attackiert.

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Bereits am letzten Wochenende protestierten jena-Fans gegen die Vorfälle nach dem Spiel in Emden.
Bild: Horda Azzuro

Eine Stufe höher im Bundestag beschäftigte man sich vergangene Woche auch mit Fußball. Viele Abgeordnete des Sportauschusses prangerten die neuen Anstoßzeiten an. Unter anderem wurde davon geredet, dass es das Gefühl gebe, die Solidarität im deutschen Fußball wurde aufgekündigt. Der day after… bleibt seiner Leserschaft auf jeden Fall treu und wird sich am nächsten Montag wieder zurückmelden. Die genaue Uhrzeit steht allerdings noch nicht ganz fest. (Stadionwelt, 09.03.2009)

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1860-Block in Ingolstadt.
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Ein gutbesuchtes Stadion am Böllenfalltor.
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Bereits am letzten Wochenende protestierten jena-Fans gegen die Vorfälle nach dem Spiel in Emden.
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