Spruchbänder statt Choreos

Faszination Fankurve 06.10.2008 0 Kommentare

Foto: WH 96

Der Oktober hat kaum begonnen, da hat das Wetter bereits zu zahlreichen Spielabsagen geführt. Die höchsten drei Ligen waren jedoch (noch) nicht betroffen. Auf den Rängen gab es am Wochenende wenige Choreografien, dafür aber jeder Menge Spruchbänder zu sehen.

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Viele Augen richteten sich am Samstag auf das Derby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln. Beim letzten Aufeinandertreffen in der vergangenen Saison hatten die Kölner Anhänger die gestohlene Fahne der Mönchengladbacher Ultras präsentiert, die sich in der Folge des Fahnenverlusts aufgelöst hatten. Seitdem war die Stimmung zwischen beiden Lagern deutlich angeheizt.

Bereits wenige Tage vor dem ersten Derby 08/09 nahm die Polizei in Mönchengladbach Kölner Fans in Gewahrsam, die für nächtliche Sprühaktionen auf dem Clubgelände der Borussia verantwortlich gemacht werden.

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Aufregung am Rande des Derbys.
Bild: WH 96

Am Spieltag selbst kam es vor dem Spiel zu Rangeleien mit der Polizei, als Fans beider Vereine versuchten, zueinander vorzudringen. Dabei flogen Gegenstände und Feuerwerkskörper, zahlreiche Busse wurden beschädigt. Im Rahmen des Polizeieinsatzes kam es zu Verzögerungen bei der Anreise, weshalb das Spiel mit zwölfminütiger Verspätung angepfiffen wurde. Im Stadion verzichteten beide Seiten auf eine Choreografie, dafür wurden zahlreiche Schals, Doppelhalter und Shirts der jeweils anderen Mannschaft präsentiert. Da auf Kölner Seite zudem Feuerwerkskörper gezündet wurden, dürfte dieser Samstagnachmittag sicherlich noch ein Nachspiel haben.

Auch beim Derby zwischen Koblenz und Kaiserslautern wurden von beiden Seiten auf eine Choreografie verzichtet. Anders jedoch in Liga 3 beim Aufeinandertreffen von Wacker Burghausen und Jahn Regensburg. Auch wenn 140 Kilometer Entfernung schon fast kein Derby mehr sind, für die reiserprobten Fans aus Burghausen ist diese Strecke vergleichsweise ein Katzensprung. Am Samstag präsentierten sie eine schöne Choreo.

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Choreo der Burghausen-Fans.
Bild: Kutte-Burgkirchen

Den Spieltag nutzen Fans mehrer Vereine, um das Netzwerk Fansmedia.org bekannt zu machen. Spruchbänder gab es unter anderem von Seiten der Bayern- und der Mönchengladbach-Fans.

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Fansmedia-Transparent in der Allianz Arena.
Bild: www.1848er.eu

Jede Menge Spruchbänder gab es zur Diskussion um die Anstoßzeiten. Beim Spiel von RW Ahlen gegen den 1. FC Nürnberg wurde die Problematik von beiden Fangruppen thematisiert. Banner gegen fanunfreundliche Spieltermine wurden darüber hinaus unter anderem bei den Spielen Koblenz – Kaiserslautern und Leverkusen – Hertha gezeigt. Proteste von beiden Fangruppen gab es in Liga 2 beim Spiel Oberhausen – Augsburg. Die RWO-Fans zeigten möglichen 12:30 Uhr-Spielterminen dabei symbolisch die Rote Karte.

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„12:30 Uhr – Ohne uns!“ – Fanprotest in Oberhausen.
Bild: www.handtuchmafia.de

Spruchbänder gab es auch in Hoffenheim. Mit dem Transparent „Wir sind alle Hopp!“ und einer kleinen Blockfahne mit Hopp-Porträt reagierten die Fans von 1899 Hoffenheim auf die Anfeindungen, die es in den vergangenen Wochen von Fans anderer Vereine gegeben hatte. Doch auch an diesem Spieltag richteten sich wieder Fans verschiedener Vereine gegen das Modell Hoffenheim.
Die Anhänger des Spieltagsgegners Eintracht Frankfurt entrollten ein Plakat mit der Aufschrift „Ein reicher Mann ist oft nur ein armer Mann mit viel Geld.“ Und auch in der 3. Liga waren wieder Transparente zu sehen, unter anderem beim Spiel Union Berlin gegen VfR Aalen.

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An der Diskussion über Hopp beteiligten sich auch die Fans von Union Berlin.
Bild: www.Ballspanner-unterwegs.de

Während die Hoffenheimer nach dem Sieg gegen die Eintracht den Europacup fest im Visier haben, waren in der vergangenen Woche wieder jede Menge Fans mit ihren Clubs in Europa unterwegs. Dabei reisten 950 Dortmunder mit einem Sonderzug nach Udine, erlebten ein dramatisches Spiel und ein Ausscheiden im Elfmeterschießen. Trotzdem sicherlich eine unvergessliche Auswärtsfahrt.

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Dortmunder Fans mit dem Sonderzug in Italien.
Bild: PLU

Nicht zur Ruhe kommt derweil Lok Leipzig. Das Oberliga-Spiel bei Carl Zeiss Jena II musste wegen Feuerwerkskörpern aus der Leipziger Kurve unterbrochen werden. Die Polizei ermittelt auch wegen antisemitischer Gesänge. Eine Strafe des NOFV-Sportgerichts steht dem Verein jetzt wohl bevor. (Stadionwelt, 06.10.2008)

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Aufregung am Rande des Derbys.
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Choreo der Burghausen-Fans.
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Fansmedia-Transparent in der Allianz Arena.
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„12:30 Uhr – Ohne uns!“ – Fanprotest in Oberhausen.
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An der Diskussion über Hopp beteiligten sich auch die Fans von Union Berlin.
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Dortmunder Fans mit dem Sonderzug in Italien.
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