Tickets in der Fußballbundesliga zu billig?

Faszination Fankurve 10.09.2008 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Die Preise für Eintrittskarten in den deutschen Fußballbundesligastadien liegen weit unter europäischem Niveau. Dies ist das Ergebnis einer Studie der globalen Strategieberatung Simon-Kucher & Partners unter 168 europäischen Fußballvereinen.

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„Das widerspricht den guten Rahmenbedingungen im deutschen Fußball. Kein anderes Land besitzt Stadien von solcher Qualität und hat derart viele Zuschauer“, sagen die Studienautoren Philipp Biermann und Martin Gehring. Die Stadionauslastung in Deutschland beträgt 86 Prozent. Im Vergleich kann Italien seine Plätze nur zu 58 Prozent füllen. Auch in Kapazität und Qualität der Stadien liegt Deutschland an der Spitze.

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Alle Bilder: Simon-Kucher & Partners European Soccer Study 2008

Der Studie zufolge bleiben diese Vorteile aber ungenutzt. Im Ticketpreisniveau der Top-Ligen ist Deutschland im europäischen Vergleich im Mittelfeld zu finden. „Das große Geld wird mit den Business-Tickets gemacht, normale Tageskarten sind mit durchschnittlich 25 Euro recht günstig“, so Gehring. England nehme für Spitzenbegegnungen im Schnitt 43 Euro, Spanien 40 Euro.

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Weiterhin wird festgestellt, dass es in Deutschland laufend Preiserhöhungen gibt – nur bei Fußball-Tickets nicht. Das moderate Preisniveau stehe im Widerspruch zur hohen Nachfrage. „Abgesehen von den Aufsteigern geben die deutschen Vereine im Schnitt nicht einmal die Inflationsrate an die Zuschauer weiter. Das ist eine reale Preissenkung“, erläutert Biermann. Ohne die Business-Plätze, die die billigen Tickets in den niedrigen Preiskategorien ausgleichen, wäre die Bundesliga in dieser Form laut Simon-Kucher & Partners nicht finanzierbar. Zudem bietet Deutschland über die Hälfte der Tickets, ganz im Gegensatz zu anderen Top-Ligen, in günstigen Preissegmenten an. Und die Bundesliga ist die einzige große Liga, die Stehplätze bereitstellt. Jeder fünfte Platz im Stadion ist ein Stehplatz.

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Ein Aspekt macht die Experten stutzig: „Die Bundesligavereine geben großzügige Rabatte auf Dauerkarten, verkaufen dadurch dennoch nicht mehr. Außerdem hemmt das den Verkauf teurer Tageskarten“, analysiert Gehring. Rabatte werden als ein Mittel bezeichnet, das ursprünglich verwendet wurde, um leere Stadien zu füllen. Was allerdings, so die Schlussfolgerung, heute aufgrund hoher Zuschaueraufkommen bei den meisten Vereinen nicht mehr nötig ist. Der 1. FC Köln spielte Ende der 80er Jahre um die Deutsche Meisterschaft – vor gerade einmal 20.000 Zuschauern im Schnitt. In der Saison 2007/2008 hat sich der Zuschauerschnitt als Zweitligist verdoppelt. Der Wert von Dauerkarten in Form von Platzgarantie auch bei Spitzenspielen wird der Studie zufolge deutlich unterschätzt.

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Folgender Vergleich soll dies untermauern: Bei eBay wurden für einzelne Top-Spiele der letzten Saison Preise deutlich über dem Gesamtpreis einer Dauerkarte gezahlt. Einige internationale Spitzen-Vereine haben erkannt, dass eine Dauerkarte nicht auch noch mit Rabatt angeboten werden muss. Bei Manchester United gibt es keine Vergünstigung. Im Vergleich: Bei Werder Bremen ist die Dauerkarte mit 37-prozentigem Nachlass zu haben. „Würde die Bundesliga nur wenig an ihren Preisen ändern, könnte sie Mehreinnahmen von über 80 Millionen Euro erzielen, ohne die Zuschauerstruktur grundlegend zu verändern“, so Experte Biermann. „Das käme auch den Fans zu Gute, denn es gibt mehr Fußball fürs Geld. Top-Spieler können eingekauft werden. Dadurch können die deutschen Ligen auch sportlich besser in Europa mithalten.“ Ob die Fans das ebenso sehen und die Ergebnisse teilen, sei einmal dahingestellt…(Stadionwelt, 10.09.2008)

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Alle Bilder: Simon-Kucher & Partners European Soccer Study 2008
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