„Eine Hommage an die Fans“

Faszination Fankurve 25.01.2008 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

„Warum halb vier?“ ist der Titel eines Dokumentarfilms, der endlich auf DVD erhältlich ist und wie kaum ein anderer die Liebe der Fans zum Fußball erklärt. Zwölf Monate befragten die Brüder Lars und Axel Pape Fans in verschiedenen Städten und Stadien.

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Durch die 85 Minuten Spielzeit führt unter anderem der Schauspieler und BVB-Fan Joachim Król. Er nimmt die Rolle des Erzählers ein, ebenso wie Manni und Heinz, zwei alte Freude, die früher in Düsseldorf in der Kreisklasse gegeneinander gekickt haben. Im Film kommen Fans, Ultras, Hools, Journalisten, Manager, Schauspieler aber auch Profi-Fußballer zu Wort. Untermalt werden die Gespräche von schönen Bildern aus den Stadien. Stadionwelt sprach mit Regisseur Lars Pape.

Stadionwelt: Wie kam die Idee zum Film?
Lars Pape: Mittlerweile gehe ich selbst seit fast 30 Jahren als Fortuna-Fan ins Stadion. Das ist sicherlich die Basis, auf der der Film entstanden ist. Ich habe mich in dieser Zeit immer wieder gefragt, warum Woche für Woche so viele verschiedene Leute gemeinsam im Fanblock stehen, sich bei Auf- und Abstiegen wildfremde Menschen in den Armen liegen, und warum sie auch nach den schlimmsten Spielen wieder kommen.

Lars Pape (vorne) und sein Bruder Axel beim Drehtermin.

Lars Pape (vorne) und sein Bruder Axel beim Drehtermin.

Stadionwelt: Wann haben die Arbeiten an „Warum halb vier?“ begonnen und wie lange wurde gedreht?
Lars Pape: Konkret wurde es im April 2004. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt viele Fußball-Bücher gelesen und –Filme gesehen. Mir hat aber ein Film gefehlt, der das Thema allgemein angeht, der sich mit unterschiedlichen Gruppen befasst. Mit Fans von verschiedenen Vereinen, mit alten und jungen Fans. Damals habe ich die ersten Konzepte entwickelt. Im Sommer desselben Jahres habe ich meinem Bruder von meinen Ideen berichtet. Er ist sofort eingestiegen und bereits im November haben wir angefangen zu drehen. Nach ziemlich genau einem Jahr hatten wir alle Aufnahmen im Kasten. Pünktlich zur Berlinale im Februar 2006 war der Film dann fertig, am 31.10.2006 gab es in Düsseldorf die Premiere.

Stadionwelt: Habt Ihr während der zwei Jahre das Konzept des Films überarbeitet?
Lars Pape: Der endgültige Film entscheidet sich immer erst im Schnitt, da ein Dokumentarfilm kein richtiges Drehbuch hat. Dort wird dann ausgewertet, welche Interviews gehaltvoll waren, welche Zitate wir verwenden wollen. Auch wurden in der Drehphase hin und wieder kleine Entscheidungen getroffen, der Gesamtfahrplan war jedoch immer klar. Die Protagonisten standen von vorne herein fest und ich wusste, welche Inhalte ich zeigen will.

Stadionwelt: Wie lief die Zusammenarbeit mit den Fangruppen?
Lars Pape: Sehr gut und verhältnismäßig einfach, wahrscheinlich, weil ich selbst lange zum Fußball gehe und daher viele Leute kenne. Aus diesem Grund war ein Vertrauen da. In Düsseldorf waren zudem alle nötigen Kontakte vorhanden. Generell ist immer eine gewisse Überzeugungskraft nötig, weil Fans oft Anfragen von Medien erhalten, aber auch immer wieder Sachverhalte nicht richtig dargestellt werden. Prima lief auch die Zusammenarbeit mit den Vereinen, die sich erstaunlich kooperativ zeigten. Es gab viele Kontakte, die die Wege verkürzt haben. Das war sicherlich entscheidend, denn die Clubs bekommen ja auch viele Anfragen. Aber wir haben mit allen sprechen können, mit denen wir sprechen wollten.

Schauspieler Joachim Król erzählt über seine Fan-Erlebnisse.

Schauspieler Joachim Król erzählt über seine Fan-Erlebnisse.

Stadionwelt: An wen richtet sich der Film?
Lars Pape: Es ist einerseits ein Film für Leute, denen es so geht wie uns, ein Film für Fußballfans. Aber er ist auch für Leute, die uns nicht verstehen, die sich fragen, warum wir Woche für Woche ins Stadion gehen. „Warum halb vier“ ist eine Hommage, in erster Linie an die Fans, in zweiter Linie an den Fußball.

Stadionwelt: „Nick Hornby hätt´s nicht besser gekonnt“, schreibt die Leipziger Volkszeitung, und auch sonst bekam der Film hervorragende Kritiken…
Lars Pape: In der Tat – wir sind völlig überwältigt. Es gab durch die Reihen nur positive Kommentare.

Stadionwelt: Und wie war die Resonanz bei den Fangruppen, die den Film gesehen haben?
Lars Pape: Ebenfalls positiv, und das freut mich sehr. Denn es war mein Ur-Anliegen, dass der Film auch bei den Leuten ankommt, mit denen ich ins Stadion gehe. Und das hat sich erfüllt. Gerade auch aus Reihen der Ultra-Gruppen gab es positive Reaktionen, nicht nur von den Fortuna-Fans, von denen viele im Film auftreten, auch aus anderen Städten. Die Vereinsbrille wurde abgezogen, die Idee des Films hat sich transportiert. (Stadionwelt, 25.01.2008)

„Warum halb vier?“ im Stadionwelt-Shop

Fans im Einsatz.

Fans im Einsatz.

Lars Pape (vorne) und sein Bruder Axel beim Drehtermin.
Lars Pape (vorne) und sein Bruder Axel beim Drehtermin.
Schauspieler Joachim Król erzählt über seine Fan-Erlebnisse.
Schauspieler Joachim Król erzählt über seine Fan-Erlebnisse.
Fans im Einsatz.
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Manni und Heinz: Aus der gemeinsamen Liebe zum Fußball entstand eine lange Freundschaft.
Manni und Heinz: Aus der gemeinsamen Liebe zum Fußball entstand eine lange Freundschaft.
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