„Die Lage hat sich klar beruhigt“

Faszination Fankurve 15.01.2008 0 Kommentare

Foto: Wilde Jungs Freiburg

Innerhalb der Freiburger Fanszene gab es in der Vergangenheit große Differenzen. Die Geister schieden sich an Volker Finke. Der ist mittlerweile Geschichte. Ob das noch immer Thema ist, sagt ein Mitglied der Wilden Jungs im Winterpausen-Interview.

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Stadionwelt: Robin Dutt ist jetzt ein gutes halbes Jahr Trainer des SC. Redet man in der Fanszene noch viel vom „ewigen“ Finke“?
Wilde Jungs Freiburg: Man wird wohl immer vom „ewigen“ Finke reden, das ist klar, jedoch ist dieses Thema von unserer Seite aus abgehakt.

Stadionwelt: Innerhalb der Fanszene des SC Freiburg gab es stark unterschiedliche Positionen. Stichwort „Wir sind Finke“ und Finke-Gegner. Hat sich die Lage auch wegen der sportlich guten Leistungen beruhigt?
Wilde Jungs Freiburg: Die gute sportliche Leistung unserer Elf hat wohl einen großen Anteil daran, dass sich die Lage besänftigt hat. Die Vertreter dieser Initiative („Wir sind Finke“, Anm. d. Red.) trifft man auch nicht mehr im Stadion an.

Stadionwelt: Einige sprachen deswegen sogar von einem Riss in der Szene….
Wilde Jungs Freiburg: Den gab es schon lange, während der letzten Rückrunde kochten die Gemüter auf beiden Seiten über, der Höhepunkt war erreicht. Jetzt kann man zwar nicht von einer geschlossenen Szene reden, doch die Lage hat sich klar beruhigt.

Stadionwelt: Der Fanbeauftragte Marc Schmid ist ebenfalls erst vor ein paar Monaten gekommen. Ist diese für Fans ziemlich wichtige Position mit ihm gut besetzt?
Wilde Jungs Freiburg: Zum jetzigen Zeitpunkt sind wir sehr zufrieden mit der Arbeit von Marc Schmidt. Mit ihm ist ein Fanbeauftragter gefunden, der, anders als Martin Braun, schon sehr lange in der Szene bekannt und akzeptiert ist.

Stadionwelt: Erzählt bitte kurz etwas zu den Wilden Jungs Freiburg
Wilde Jungs Freiburg: Wir, die WJF, sind eine jugendliche Fangruppierung, die den Ultra’ Nachwuchs in Freiburg darstellt. Zurzeit haben wir eine Mitgliederanzahl von etwa 15 Leuten. Sehr wichtig ist uns, dass unsere Mitglieder den Ultra’ Gedanken leben und voll bei der Sache sind und nicht zu uns kommen, um unseren Namen zu tragen. So kam es auch schon öfters vor, dass wir uns von Leuten wieder verabschiedet haben. Gegründet haben wir uns im Sommer 2003. Anfangs waren wir wohl eher ein kleiner
Kreis aus Freunden. Richtig los ging es erst ab 2006.

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Choreo zu Beginn der Saison.
Bild: Wilde Jungs Freiburg

Stadionwelt: Und wie stellt sich die aktive Szene momentan dar?
Wilde Jungs Freiburg: Momentan bilden wir zusammen mit der Supporters Crew und dem kleinen Teil der Natural Born Ultras, der noch ins Stadion darf, den aktiven Teil der Freiburger Fanszene. So kommt man auf eine Anzahl von etwa 40 Personen, die wohl immer anzutreffen sind – plus Dunstkreis. Gemeinsam mit diesen haben wir zu Beginn der Saison eine ordentliche Choreo präsentiert. Man kann sagen die Ultra´ Szene Freiburg wächst immer mehr zu einer Einheit zusammen.

Stadionwelt: Im Sommer war noch nicht ganz klar, ob es im Dreisamstadion künftig einen Vorsänger mit Megafon geben wird, obwohl sich die Mehrheit der Besucher der Nordtribüne dafür ausgesprochen hatte. Hat sich das mittlerweile geklärt?
Wilde Jungs Freiburg: Wir denken, dass man dieses Kapitel nun als fast abgeschlossen betrachten kann. Nach der kuriosen Abstimmung gab es noch einige Probleme mit der Sondergenehmigung, die das Verbot in der Stadionordnung auskoppelt, diese sind aber erfolgreich behoben worden und somit hat die Nordtribune ihr Megafon zurück. Momentan wird über ein Podest debattiert.

Stadionwelt: Was sonst ist in Freiburg an fanrelevanten Geschichten passiert?
Wilde Jungs Freiburg: Beginnen wir mit dem Positiven: Nach einem Gespräch mit dem neuen Fanbeauftragten, bekommen wir Ultras einen Container zum Lagern der Fanutensilien. Zudem werden uns noch diverse Sachen genehmigt, die zuvor nie möglich waren: Zum Beispiel das Betreten des Stadions vor Öffnung der Stadiontore. Negativ ist, dass auch wir immer mehr zum Opfer der willkürlichen Vorgehensweise der Polizei werden. So kam es beispielsweise in Offenbach und Wehen zu Problemen mit der Staatsmacht. Dies geschah auf Anordnung unserer szenekundigen Beamten, welche ihr Verhalten in letzter Zeit so umgestellt haben, dass es auf eine Eskalation ausgeht. Bei diesen Spielen wurden einzelne Mitglieder oder gar der komplette Bus herausgezogen und auf eine uns bislang unbekannte Art und Weise kontrolliert. Nachdem in Offenbach in unserer Nähe Rauch gezündet wurde, forderten die szenekundigen Beamten ein Fahnen- und Doppelhalterverbot für die Freiburger Fans, bis dieser Fall aufgeklärt wurde. Der Verein stand in diesem Fall jedoch hinter den Fans und hielt dies für eine falsche Vorgehensweise.

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Freiburger Zaunfahnen in Wiesbaden.
Bild: ULTRAS FREIBURG

Stadionwelt: Kürzlich wurde eine Neufassung der Stadionverbotsrichtlinien beschlossen. Die Freiburger Szene betrifft dieses Thema seit einigen Jahren. Wie steht ihr zu der neuen Regelung und wie wird sie sich auf die Fanszene im Breisgau auswirken?
Wilde Jungs Freiburg: Generell sehen wir diese neue Verordnung als einen positiven Fortschritt an. Momentan betrifft uns dies aber nicht, da an sich an den Stadionverboten der NBU nichts ändern lässt. Die sitzen das lieber bis 2009 geschlossen aus, als bei irgendwem um Amnestie zu bitten. Seit den Stadionverboten für die NBU kamen Glücklicherweise keine weiteren dazu. (Stadionwelt, 15.1.2008)

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Freiburger im Gästeblock in Köln.
Bild: www.stolze-boecke.net
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Choreo zu Beginn der Saison.
Bild: Wilde Jungs Freiburg
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Freiburger Zaunfahnen in Wiesbaden.
Bild: ULTRAS FREIBURG
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