Weitere Stimmen zu den Stadionverbotsrichtlinien

Faszination Fankurve 03.12.2007 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Die Neufassung der Stadionverbotsrichtlinien geht an der Fanszene alles andere als spurlos vorbei: Zwischen einem ´Schritt in die richtige Richtung´ und ´keiner Verbesserung´ finden sich sämtliche Meinungen. Stadionwelt präsentiert weitere Stimmen.

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„Als Österreicher ist es schier unvorstellbar, wie willkürlich und für wie lange in Deutschland Stadionverbote ausgesprochen werden. Es bleibt zu hoffen, dass sich nun endlich etwas für die Fanszene verbessert und diese Form der Repression zurück geschraubt wird. Dennoch muss man die Entwicklung weiterhin kritisch beobachten und an weiteren Verbesserungen festhalten.“
Alex, SturmTifo.com (Graz)

„Seitens des DFB ist die Neugestaltung der Stadionverbotsrichtlinien ein Schritt in die richtige Richtung, nämlich auf den Fan zu. Ich möchte nicht pessimistisch sein, aber ich erwarte mit Spannung, wann der DFB wieder mehrere Schritte in die Gegenrichtung unternimmt. Für die Oberhausener Fanszene ist das Ergebnis erst einmal positiv, da auch viele noch sehr junge RWO-Fans vom Stadionverbot-Höchststrafmaß von fünf Jahren betroffen sind. Das ist allgemein sehr überzogen, aber in Hinblick auf noch sehr junge Fans mit teilweise Bagatellvergehen über die Maßen ungerechtfertigt.“
Kami, Handtuchmafia Oberhausen

„Es ist ja gar nicht mal so schlecht, dass endlich mal was in Bezug auf Stadionverbot getan wird beziehungsweise wurde. Jedoch sollte man jetzt auch an dem Thema dran bleiben und nicht nach ein paar Wochen, vielleicht auch Monaten, die Zettel wieder an die Seite legen…“
Sebastian Peckelsen, Online Fanzines BlueLight (Paderborn)

„Ich denke, das ist ein erster Schritt, Stadionverbotsrichtlinien transparenter zu gestalten. Wenn allerdings die Grundstrukturen von Stadionverboten erhalten bleiben, wird es mit Sicherheit weiterhin Gesprächsbedarf geben müssen. Es ist aber gut zu wissen, dass im Zuge des Fan-Kongress erste Ergebnisse zu sehen sind, wenngleich der ganze Prozess noch lange nicht abgeschlossen ist.“
Thomas Franke, Lok Leipzig

„Als Sprecher der Fanbeauftragten begrüßen wir natürlich die Änderung der Stadionverbotsrichtlinien und danke allen Beteiligten für ihre konstruktive Zusammenarbeit. Wichtig war dass eine Zusage aus dem Fankongresses eingehalten wurde, mit Beteiligung der Fans. Es wird sich allerdings zeigen müssen ob alle Vereine die neuen Richtlinien entsprechend umsetzen, hier sind die vorgesehenen Schulungen sehr wichtig. Jede Medaille hat aber zwei Seiten und so wünschen wir uns auch auf Seiten der Fans ein gewisses Umdenken. Denn manches Stadionverbot ließe sich vermeiden, wenn das Verhalten der später dann Betroffenen defensiver wäre.“
Ralph Klenk, VfB Stuttgart
Rainer Mendel, 1.FC Köln

„Die Entwicklung der neuen Richtlinien für Stadionverbote ist als kleiner Teilerfolg zu werten. Es ist aber nur ein winziger Schritt, dem DFB beziehungsweise der DFL klar zu machen, dass der Fussball über uns Fans definiert wird. Der Großteil von uns ist weder kriminell noch gewalttätig. Dennoch werden wir dank der Medien immer und immer wieder in diese Rolle gedrängt, nur weil einige „Fans“ das Fußballspiel als Rahmen für ihre Gewalttaten nutzen. Dies berechtigt noch lange nicht dazu, alle von uns als potenzielle Verbrecher, Randalierer oder Abschaum darzustellen. Jeder, der eine Straftat begeht, muss für die Folgen geradestehen. Das gilt auch für die Herren in grün. Generell lehne ich Stadionverbote ab, da sie viele Unschuldige treffen und nur als ultima-Ratio benutzt werden sollten. Viele Fanclubs werden dadurch ebenso geschwächt wie durch die unfreundlichen Anstoßzeiten oder die Versitzplatzung in den Stadien.“
Daniel Louis, Viribus Unitis Mönchengladbach, Initiator von Always-resist.de

„Dass der DFB sich nun endlich auch mit einem der wichtigsten Themen für Fans, den Stadionverbotsrichtlinien beschäftigt und auch endlich mal an Veränderungen arbeitet, war höchste Zeit. Eine Veränderung ist dringend notwendig, denn jeder aktive Fan weiss, dass die Vergabe von Stadionverboten mitunter recht willkürlich vonstatten geht. Fußballfans, die vermeintlich eine Straftat begangen haben, werden in Deutschland schlechter behandelt als jeder andere vermeintliche Straftäter. Anhörungsrechte und Möglichkeiten der Verteidigung sowie die Unschuldsvermutung werden häufig willkürlich von Polizei und Vereinen, gemeinsam mit der Justiz übergangen. Das muss sich ändern! Allerdings scheint, dank der Interessenvertretung „Unsere Kurve“, der wir mit den Supporters Mainz e.V. angehören, Bewegung in die Sache zu kommen. Ich kann nur an alle Fans appellieren, schließt Euch euren Dachverbänden an und sorgt dafür, dass diese Teil von „Unsere Kurve“ werden, dann können wir vielleicht noch viel mehr bewegen.“
Fabian Beyer, Supporters Mainz e.V.

„Es ist erst einmal schön zu sehen, dass sich in Sachen Stadionverboten etwas tut. Wir möchten all denjenigen danken, die nie aufgehört haben zu kämpfen und fordern alle auf, des Kämpfens niemals müde zu werden. Diese Neuregelung ist sicherlich gut und zeigt, dass Hopfen und Malz noch nicht verloren sind. Aber für uns kann diese Neuerung nur ein Anfang sein, denn das große Ziel für alle muss der Abbau der sich seit Jahren hochpushenden Sicherheitshysterie sein, die jeglicher Grundlage entbehrt. Ein erster Schritt ist getan! Never give up the fight!“
Wolle, The Unity (Dortmund)

„Grundsätzlich ist die Reduzierung der Stadionverbotsdauer ebenso zu begrüßen wie die Einbindung des Heimvereins. Trotzdem sind drei Jahre immer noch eindeutig zuviel, vor allem wenn man bedenkt, wieviele Stadionverbote willkürlich ausgesprochen werden. Im Moment liegen der Öffentlichkeit keine konkreten Fakten vor. Zunächst muss man die Stellungnahme des Nationalen Ausschuss Sport und Sicherheit (NASS) sowie der Polizeibehörden abwarten, denn die jetzige Pressemitteilung ist lediglich unter Vorbehalt. Wie die Endfassung dann textlich formuliert wird und wie die Vereine die Richtlinien in die Praxis umsetzen, steht ebenfalls in den Sternen. Deshalb sehe ich zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Verbesserung der Stadionverbotsproblematik.“
Markus Schmalz, Commando Cannstatt (Stuttgart)

„Natürlich ist das ein erster Schritt in die richtige Richtung. Die Fans haben jetzt vor Ort die Möglichkeit, die Vereine auf den richtigen Kurs zu bringen und gerechtere Regelungen auszuhandeln. Die ersten positiven Beispiele gab es ja schon. Allerdings muss nun auch in anderen Bereichen etwas getan werden. Die Verbote und Regulierungen für Fanutensilien und der allgemeine Umgang, gerade mit aktiven Fangruppen, haben sich in letzter Zeit weiter verschlechtert. Hier bestehen noch einige weitere Problemfelder, die dringend angegangen werden müssen.“
Tim Strack, Ultras Darmstadt

„Es bewegt sich etwas, jedoch ist hier noch viel Platz nach oben. Es gibt noch viel Spielraum für Details, die geklärt werden sollen und müssen. Grundsätzlich sind wir als Gruppe jedoch weiterhin der Meinung, dass die Stadionverbotspraxis in dieser Form schwammig und nicht sinnvoll ist.“
David Barr, Führungsmitglied Wilde Horde 1996 (Köln)

„Ich bewerte die neuen Richtlinien positiv. Allerdings hoffe ich, dass sie nicht durch ´politische und polizeiliche Instanzen´ gekippt werden, was der DFB sich in seiner Mitteilung ja vorbehält. Sehr wichtig werden auch die angekündigten Schulungen der Stadionverbotsbeauftragten sein, die im Endeffekt einen großen Anteil am Erfolg oder Nichterfolg der neuen Richtlinien haben werden.“
Thomas Hilmes, FCK-Fanzine „Der Betze brennt“ (Kaiserslautern)

„Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, jetzt bleibt erstmal abzuwarten wie die neuen Richtlinien vor Ort umgesetzt werden. Für die Zukunft sollte diese Problematik jedoch nicht als abgeschlossen gelten, denn die Stadionverbotsrichtlinien enthalten immer noch genug Zündstoff.“
Chrischi Brehm, 2. Vorsitzender Rote Kurve (Hannover)

„Grundsätzlich lässt sich ganz klar sagen, dass diese neuen Richtlinien als ein Schritt in die richtige Richtung gesehen werden dürfen. Die Reduzierung der Höchstdauer und mehr Transparenz bei den Verboten sind ebenso zu begrüßen wie die Tatsache, dass sich DFB und DFL nun endlich einmal, im Sinne der Fußballfans, mit der Thematik auseinandergesetzt haben. Alle Fanszenen Deutschlands sollten sich nun jedoch nicht auf dem Erfolg ausruhen, sondern weiter kämpfen…“
Stay rebel
Szary, Ultras Mönchengladbach
(Stadionwelt, 3.12.2007)

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