Leipzig als Wunschkatalog der Fans

Faszination Fankurve 11.09.2007 0 Kommentare

Foto: Stadionwelt

Wie von vielen Seiten gewünscht und gefordert, wird der Dialog zwischen Verband und Fans auch nach Leipzig fortgeführt: Die Arbeitsgemeinschaft Fandialog tagte erstmals. Stadionwelt sprach mit Gerald von Gorrissen, dem DFB-Fanbeauftragten.

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Stadionwelt: Unter dem Titel AG Fandialog gab es in der letzten Woche ein Treffen. Was verbirgt sich dahinter?
von Gorrissen: In Frankfurt haben sich Vertreter des DFB, der DFL und von Fanorganisationen getroffen und über insgesamt 52 Punkte, die auf dem Fan-Kongress in Leipzig festgelegt wurden, geredet. Hierbei bleibt aber festzuhalten, dass nicht über die Umsetzung, sondern über den Umgang mit den Anregungen und Wünschen aus Leipzig debattiert wurde. Wichtig und selbstverständlich ist, dass jeder Punkt der Abschlusspräsentation in Leipzig an- und besprochen wird. Auch solche, die für DFB und DFL möglicherweise unangenehm sind. Genauso sollte allerdings klar sein, dass nicht jeder Punkt umsetzbar ist: Leipzig war eine Art Wunschkatalog der Fans.

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Gerald von Gorrissen beim Fan-Kongress zwischen Thomas Schneider (links) und Helmut Spahn (rechts).
Bild: Stadionwelt

Stadionwelt: Wer genau hat teilgenommen?
von Gorrissen: Im Grunde die, die auch den Fan-Kongress vorbereitet haben. Also BAFF, Pro Fans, Unsere Kurve, die KOS, Dem Ball is’ egal, F_in und natürlich die Sprecher der Fanbeauftragten und Fanprojekte sowie Prof. Gunter Pilz.

Stadionwelt: Du sagtest es bereits: Es ging jetzt vor allem um den Umgang und nicht um die Umsetzung. Dennoch bleibt natürlich die Frage: Wie realistisch ist beispielsweise die angekündigte Änderung der Stadionverbotsrichtlinien bis zu Beginn der Rückrunde?
von Gorrissen: Die Zielsetzung, die in Leipzig bekannt gegeben wurde, hat immer noch Bestand. Dazu gibt es übrigens eine gesonderte Arbeitsgemeinschaft. Unsere Kurve ist dort stark eingebunden. Das nächste Treffen findet am 13. September statt.

Stadionwelt: Ein anderes großes Thema auf dem Fan-Kongress waren sicherlich auch die Fanutensilien.
von Gorrissen: Schon in Leipzig haben wir versucht klarzumachen, dass das nicht in den Händen von DFB oder DFL liegt. Vereine, Stadionbetreiber, Kommunen haben diesbezüglich das Sagen. Bundesländer haben zudem unterschiedliche Regelungen. Wir können höchstens Empfehlungen aussprechen. Sollte es irgendwann zu einer einheitlichen Regelung kommen, so meine persönliche Einschätzung, wird das wohl eher keine Verbesserung im Sinne der Fans bewirken.

Stadionwelt: In der Pressemitteilung vom DFB zur AG Fandialog wird von einer spürbaren Liberalisierung im Umgang mit Stadionverboten gesprochen. In den Szenen von Hertha oder Schalke wird man das grundlegend anders sehen…:
von Gorrissen: Zu der Situation in Berlin und Gelsenkirchen kann ich nichts sagen, da mir nicht alle Details bekannt sind. Sicherlich gibt es aber auch Vereine, die nicht so differenziert mit der Problematik umgehen wie es wünschenswert wäre. Durch die bei uns eingehenden Anträge nehmen wir allerdings wahr, dass nicht mehr automatisch zur Höchststrafe gegriffen wird. Der Fan-Kongress hat viele für das Thema sensibilisiert. Einige Sicherheitsverantwortliche nutzen die vorhandenen Gestaltungsspielräume jetzt stärker aus.

Stadionwelt: Es gab auch noch ein anderes Treffen, oder?
von Gorrissen: Das ist richtig. Dr. Theo Zwanziger hat sich am 29. August mit Fanvertretern getroffen. Dabei wurde über aktuelle Themen in der deutschen Fanszene geredet.

Stadionwelt: Soll daraus eine regelmäßige Institution werden?
von Gorrissen: Der Präsident möchte dazu gerne drei bis viermal pro Jahr einladen, um regelmäßig über die neuesten Entwicklungen informiert zu sein. (Stadionwelt, 11.9.2007)

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Gerald von Gorrissen beim Fan-Kongress zwischen Thomas Schneider (links) und Helmut Spahn (rechts).
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