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Bochum noch imposanter

Faszination Fankurve 25.07.2007 0 Kommentare
Bochum noch imposanter

Foto: Stadionwelt

Natürlich ist die Derby-Niederlage auf Schalke immer noch Thema. Man ist sich aber bewusst, dass es dennoch Positives aus der letzten Saison zu vermelden gibt. Thomas „Kirsche“ Kirschner sagt im Sommerpausen-Interview, was das ist.

Natürlich ist die Derby-Niederlage auf Schalke immer noch Thema. Man ist sich aber bewusst, dass es dennoch Positives aus der letzten Saison zu vermelden gibt. Thomas „Kirsche“ Kirschner sagt im Sommerpausen-Interview, was das ist.

Stadionwelt: Spielt die Niederlage im Derby noch eine Rolle oder war der Marsch Entschädigung genug?

Kirschner: Natürlich spielt der sportliche Ausgang weiterhin eine Rolle,

mit einem anderen Ergebnis wäre es für uns das Derby überhaupt gewesen. Wobei Bochum allein vom Marsch ein bisschen imposanter war.

Stadionwelt: Wieso?

Kirschner: Es waren zwar „nur“ um die 6.000 Schalker in Bochum, aber

fast alle einheitlich in weißen T-Shirts, was die ganze Sache beeindruckender gemacht hat.

Etwa 6.000 Schalker waren in Bochum unterwegs."

Stadionwelt: In Dortmund beteiligten sich nach verschiedenen Angaben wohl um die 10.000.

Kirschner: Vielleicht ist die Zahl etwas zu hoch. Über die weißen T-Shirts haben wir auch für Dortmund nachgedacht. Weil aber das Spiel in Bochum verloren ging, haben wir darauf verzichtet. Etwas abergläubisch ist man ja doch. Aber um auf Dortmund zurückzukommen: Den Marsch – auch gegen sicherlich berechtigte Widerstände aus der Dortmunder Fan-Szene – durchzuziehen, war schon sehr gut. Letztendlich haben die Derbys wieder eine richtige Rivalität, die nicht nur auf Ultra- oder Fanebene sondern

auch auf Vereinsebene gepflegt wird. Das hat sicherlich auch mit den Medien zu tun, die vieles hochkochen.

Stadionwelt: Wie steht Ihr dazu, dass das nächste Derby, dieses Mal auf Schalke, schon am zweiten Spieltag der kommenden Saison steigen wird?

Kirschner: Auf Schalke wollen alle, dass die Niederlage möglichst schnell wettgemacht wird, selbst wenn man dadurch den vorletzten Spieltag nicht vergisst. Wäre das Spiel erst am Ende der Hinrunde, würde die Wartezeit schon sehr lang sein.

Stadionwelt: Laufen die Planungen in Richtung Choreo?

Kirschner: Bei den Derbys in der abgelaufenen Saison gab es auf beiden

Seiten Verbote. Aktuell stehen wir in Gesprächen mit unserem Verein, weshalb wir noch nichts Abschließendes sagen können.

Stadionwelt: Hat die Schalker-Szene durch Bochum und Dortmund möglicherweise näher zusammen gefunden?

Kirschner: Sicherlich ist der Zusammenhalt im letzten Jahr gestärkt worden. Plötzlich haben wir Kontakte zu Fanclubs, mit denen man vorher wenig zu tun hatte. Ich denke, dass der verbesserte Zusammenhalt die positivste Entwicklung der letzten Saison ist, die aber auch mit Sachen wie der Einführung des Runden Tischs und dem Schweigen gegen Bayern zu tun hat.

Stadionwelt: Auf Eurer Homepage geht es zurzeit vor allem um die Erhöhung der Eintrittspreise…

Kirschner: Das stimmt. In der Bundesliga sind die Preise um zwei Euro

angehoben worden, was in gewisser Weise noch tragbar ist. In der Champions League gibt es die günstigste Karte für Nichtmitglieder und keine Dauerkarteninhaber für 37 Euro. Viele jüngere Fans, die sich vor Jahren keine Dauerkarte sichern konnten, haben schon Probleme, sich die Tageskarten zusammenzusuchen. Durch diese Preispolitik werden sie endgültig ausgeschlossen. Auf unserer Homepage haben wir eine Liste mit Unterzeichnern, die sich dagegen aussprechen.

Heimspiel auf Schalke."

Stadionwelt: Wie viele Schalker haben sich bisher solidarisch erklärt?

Kirschner: Aktuell sind es 80 Fanclubs und nach der Saisoneröffnung am vergangenen Sonntag ist auch die Zahl der Einzelpersonen auf circa 2000 angestiegen.

Stadionwelt: In diesem Zusammenhang wurde auch ein neues Banner erstellt, oder?

Kirschner: Richtig, das Banner „Der fannahe Verein – nur für’n großen

Schein?“ hing bereits bei den Testspielen in der Vorbereitung. Bald soll es in der Sache ein Treffen mit dem Verein geben, um über die allgemeine Preispolitik zu reden.

Stadionwelt: Am Wochenende fand die erste Runde des Ligapokals statt. Wie war das Spiel gegen den KSC?

Kirschner: Wie letztes Jahr haben wir als Gruppe nicht teilgenommen,

eine Entscheidung die wir bereits in der vorherigen Saison getroffen hatten. Früher hing die Fahne, weil es sich genaugenommen ja um ein Pflichtspiel handelt, aber mittlerweile hat sich die Meinung grundlegend geändert, was nicht zuletzt an der massiven Werbung bei diesem „Event“ liegt. Dazu kommen die „neutralen“ Fans der Austragungsorte und die Ausrichtung auf Familienunterhaltung. Stattdessen haben wir ein eigenes Fußballturnier mit 14 Mannschaften organisiert.

Stadionwelt: Vor einiger Zeit war der Fan-Kongress In Leipzig. Schalker waren keine da, oder?

Kirschner: Es ist tatsächlich niemand aus der Szene nach Leipzig

gefahren. Wir haben uns auf dem Vortreffen von Pro Fans in Düsseldorf eingebracht. Uns schien alles im Vorfeld geklärt und mit den entsprechenden Vertretern abgesprochen.

Stadionwelt: Wie stehst Du persönlich zu den Ergebnissen?

Kirschner: Hoffnung auf eine Verbesserung ist natürlich da, Skepsis aber

auch. Letztendlich gab es in der Vergangenheit viel Gerede und mittlerweile glaube ich nicht mehr wirklich an konkrete Ergebnisse. Der Dialog sollte dennoch fortgesetzt werden. (Stadionwelt, 25.7.2007)

Etwa 6.000 Schalker waren in Bochum unterwegs."

Heimspiel auf Schalke."