Das Winterpausen-Interview – Teil 32Forderung nach Flutlichtmasten

Faszination Fankurve 26.01.2007 0 Kommentare

Es ist schon eine Weile her, dass die Themen der Bremen Fanszene – sei es die Eastside-Auflösung oder „No!Orange“ bundesweit für Aufsehen sorgten – allerdings, so weiß Nils Halfmann von Rolands Erben zu bereichten, gibt es neue Brandherde.

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Stadionwelt: Wie waren die Auswärtsspiele gegen Barça und Chelsea?
Halfmann: Ich selbst war nur in London. Obwohl viele Tagestouristen im Stadion und im Block standen, war die Stimmung doch recht gut.

Stadionwelt: Es gab wohl einigen Unmut angesichts der hohen Eintrittspreise für die Champions-League-Spiele.
Halfmann: Das ist richtig. Die kamen hauptsächlich von jüngeren Fans, die nicht so viel Geld übrig haben. Vor drei Jahren, als wir das erste Mal wieder in der Champions League gespielt haben, kosteten die Karten für alle drei Vorrundenspiele zusammen 60 Euro, diese Saison über 100.

Stadionwelt: Wie ist der aktuelle Stand beim Umbau des Weserstadions? Fordert ihr Mitspracherechte bei der Blockgestaltung und anderen Themen ein? Es gab mal eine Faninitiative für einen fangerechten Umbau.
Halfmann: Das Weserstadion selber soll einen dritten Rang bekommen und auf 50.000 Plätze erweitert werden. Aus den Kurven werden Blöcke, die näher am Spielfeld sind. In den Blöcken wird es wegen einer Stehplatzlösung wie Hamburg mehr Bewegungsfreiheit geben. Die Fan-initiative Pro Weserstadion ist nach wie vor sehr aktiv. Im Dezember wurde beispielsweise ein erstes Gespräch mit dem Vorstandsmitglied Manfred Müller geführt. Der hat sich die Forderungen und Wünsche angehört.

Stadionwelt: Und wie sehen die aus?
Halfmann: Es gibt hier viele verschiedene Bereiche, in welchen die Fans Wünsche und Anregungen haben. Das fängt bei den Fangnetzen an, geht über sanitäre Anlagen und Gastronomie bis hin zu den geliebten Flutlichtmasten und dem Stadionnamen.

Stadionwelt: Die Forderung nach den Masten konnte man vor den Umbauten in anderen Städten selten vernehmen.
Halfmann: Sie sind fast überall aus der Stadt sichtbar. Mittlerweile ein richtiger Fixpunkt. Außerdem machen Flutlichtmasten ein Stadion aus, gehören einfach dazu. Aus architektonischer Sicht ist das eher unwahrscheinlich, weil das Dach zu weit rein gezogen wird. Wenn die Masten stehen blieben, wären sie also ohne Funktion.

Stadionwelt: Vor kurzem wurde eine Party von Racaille Verte im Ostkurvensaal des Weser-Stadions überfallen. Laut Presse handelte es sich um rechte Hooligans?
Halfmann: Ich selbst war auf der Party, bin aber etwa eine Stunde vor den Vorfällen gegangen. Mehr möchte ich dazu im Moment gar nicht sagen. Das muss intern alles noch besprochen werden.

Stadionwelt: Gibt es in der Szene generell Probleme zwischen rechts und links?
Halfmann: Ich persönlich lasse die Politik beim Fußball außen vor. Politik hat für mich beim Fußball nichts zu suchen. In unserer Gruppen geht das vielen genauso.

Stadionwelt: Vor einiger Zeit bewegte die „No! Orange“-Kampagne die Bremer Fanszene. Mittlerweile ist es darum still geworden. Versucht der Verein die neue Farbe nicht mehr zu positionieren. Oder hat sie sich bereits derartig positioniert, dass der Widerstand zwecklos ist?
Halfmann: Alles ist ein bisschen eingeschlafen. Mittlerweile sind die Trikots mit Ausnahme des Sponsorlogos wieder grün-weiß. Das Banner wird allerdings noch regelmäßig bei Spielen hochgehalten. In Gesprächen wurde uns zugesichert, dass es sich lediglich um eine Modeerscheinung handele, die auch wieder vorbei gehen würde. Bleibt zu hoffen, dass wir Meister werden: Letztes Mal lag es an der vermeintlichen „Glücksfarbe“ Orange, dieses Mal müsste es dann eben an den Spielern in Grün-Weiß liegen.

Stadionwelt: Wurde die Auflösung der Eastside durch die neuen Gruppen eigentlich komplett aufgefangen? Kann man da inzwischen ein Fazit ziehen?
Halfmann: Im Grunde musste nichts aufgefangen werden. Die drei Nachfolgegruppen Infamous Youth, Racaille Verte und Rolands Erben stehen zusammen mit anderen, wie beispielsweise dem Ultra Team Bremen in Block 62. Untereinander gibt es keinerlei Probleme. Die Gruppen haben nur in manchen Bereichen verschiedene Prioritäten gesetzt. (Stadionwelt, 24.1.2007)

Bild: Bielefeld-fotos.de

Foto: Bielefeld-fotos.de

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