Andreas Brück (35) ist Fanbeauftragter des FC Bayern München. Im Interview mit Stadionwelt äußert er sich zu neu geschaffenen Stehplätzen, Fahnenverboten, der Kartenproblematik und was die aktive Fanszene des Rekordmeisters momentan noch bewegt.
Das Winterpausen-Interview – Teil 29„Der Stehblock ist auf jeden Fall eine positive Entwicklung“
Stadionwelt: Seit August 2006 hat die Arena 1.700 „echte“ Stehplätze. Wie hat sich das auf die Stimmung ausgewirkt?
Brück: Wie bei vielen neuen Stadien wird es auch in der Allianz Arena wohl noch einige Zeit brauchen bis sich der Stimmungsbereich einspielt. Der Stehblock ist auf jeden Fall eine positive Entwicklung und Bereicherung. Auch weil sich ein großer Teil der Fanszene mittlerweile dort eingefunden hat.
Stadionwelt: Im Oktober hat der „Club Nr.12“ mittels einer Umfrage in der Fanszene Kritikpunkte an der Arena gesammelt. Unter anderem wurde beanstandet, dass keine großen Fahnen erlaubt seien und das Fangnetz die Sicht behindere. Wurde diese Kritik vom Verein ernst genommen?
Brück: Der Verein hat die Kritik auf jeden Fall aufgenommen. Die Kritik am Fangnetz ist natürlich berechtigt, weil es sichtbehindernd ist. Ebenfalls dürfen aber sicherheitstechnische Aspekte nicht außer Acht gelassen werden.
Stadionwelt: Und das Fahnenverbot? Nicht wenige Nostalgiker erinnern sich an das Fahnenmeer im Olympiastadion früherer Saisons.
Brück: Dafür müsste man schon bis in die 80er Jahre zurückgehen, denn im Olympiastadion waren die Riesenfahnen in den letzten Jahren im Block ebenfalls nicht mehr erlaubt. Damals wie heute standen die Fahnenschwenker vor dem Block. Im letzten Heimspiel gegen Energie Cottbus waren als Test im Mittelrang übrigens größere Schwenkfahnen erlaubt.
Stadionwelt: In Mainz soll es innerhalb des Bayernblocks zu Schlägereien gekommen sein. Worum genau ging es?
Brück: Es gab tatsächlich einige kleine Auseinandersetzungen. In Mainz war der vollkommen überfüllte Gästeblock das eigentliche Problem. Es wurde von allen Seiten gedrückt und geschoben. Die Situation konnte aber nach kurzer Zeit wieder bereinigt werden.
Stadionwelt: Seit ein paar Monaten hängt vor einem Teil der Südkurve das Transpi „Ausgesperrte immer bei uns“. Es soll auch die Fans einbeziehen, die nach dem Auswärtsspiel in Duisburg letzte Saison Stadionverbot erhielten. Was hat sich diesbezüglich getan?
Brück: Sieben der ca. 59 Stadionverbote sind mittlerweile zurückgenommen, da die Staatsanwaltschaft das Verfahren nach § 170 Absatz II StPO eingestellt hat. Die restlichen 52 Stadionverbote wurden nach §153 Absatz I StPO eingestellt und daher haben diese vom MSV Duisburg ausgesprochenen Stadionverbote noch Ihre Gültigkeit.
Stadionwelt: Erstmals überhaupt seit Bestehen der Arena waren einige wenige Heimspiele des FCB nicht komplett ausverkauft. Besteht der Hoffnung, zukünftig leichter an Karten zu kommen?
Brück: Ich denke, dass sich die Zuschauerzahlen auf einem hohen Niveau einpendeln werden. Bei nationalen Spielen unter der Woche wird es auch immer wieder mal die Möglichkeit geben, eine Karte zu bekommen.
Stadionwelt: Mal wieder geht es gegen in den Champions League gegen Real Madrid. Laufen die Planungen bereits?
Brück: Genaue Details sind noch nicht bekannt. Aber vermutlich wird es eine Choreographie geben.
Stadionwelt: Viele Fans meckern, ohne Karte geblieben zu sein…
Brück: Es war klar, dass beide Spiele komplett überbucht werden. Dem Verein stehen für solche Spiele nur gewisse Kontingente zur Verfügung. Die Fans planen ihre Reise und sind negativ überrascht, wenn sie eine Absage erhalten. (Stadionwelt, 25.1.2007)
Foto: DER(PF)LÄSTERSTEIN




0 Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.