Das Winterpausen-Interview – Teil 18Stetes Wachstum – außer beim Stadion

Faszination Fankurve 18.01.2007 0 Kommentare

Sebastian Peckelsen (22) stellt im Gespräch mit Stadionwelt fest, dass in Paderborn mit Ausnahme des Stadions in der letzten Zeit einiges entstanden ist. Der Macher des Online Fanzines BlueLight über Proteste, Fanbeirat und Rivalitäten.

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Stadionwelt: Der Bau des neuen Stadions ruht nach wie vor, weil nicht ausreichend Parkplätze geplant wurden. Wie steht man von Fanseite eigentlich zu der Stadionposse?
Peckelsen: Langsam reicht es uns Fans. Im letzten Jahr gab es Aktionen gegen den Baustopp. Das Ganze zieht sich mittlerweile weit über ein Jahr. Leider tut sich zumindest in der Öffentlichkeit gar nichts mehr.

Stadionwelt: Dabei hatte man in der Szene durchaus große Hoffnungen in ein neues Stadion gesetzt. Ein gemeinsamer Fanblock hinter dem Tor würde beispielsweise den Support bündeln.
Peckelsen: Das ist richtig. Durch das neue Stadion hatten wir uns eine bessere Stimmung versprochen, auch weil es komplett überdacht wäre. Das Hermann-Löns-Stadion hat zwar seinen Charme, aber vieles an Stimmung geht ohne Dach verloren. Zudem würde der Zuschauerschnitt durch ein neues Stadion vermutlich ansteigen.

Stadionwelt: Nach dem ersten Jahr in der zweiten Bundesliga beklagten sich viele Fans über die fehlende „Professionalität“ des Vereins im Umgang mit ihnen. Gibt es denn mittlerweile einen richtigen Fanbetreuer?
Peckelsen: Wir hatten auch zuvor einen richtigen Fanbetreuer, der sich für uns eingesetzt hat. Thorsten Ising hat seine Aufgaben jedoch zum Ende der letzen Saison beendet. Unser neuer Fanbeauftragter Christoph Geise ist für viele von uns auch kein neues Gesicht. Bereits zu Isings Zeiten war er zweiter Fanbeauftragter.

Stadionwelt: Und was hat sich sonst auf Fanebene getan?
Peckelsen: Anfang der Saison wurde der Fanbeirat gegründet. Der gibt die Ideen der Fanclubs an den Fanbeauftragten weiter, der die wiederum an den Verein leitet. Der Fanbeirat soll hauptsächlich als Bindeglied zwischen Fans und Fanbetreuern fungieren.

Stadionwelt: Wie ist das Verhältnis zum Verein im Allgemeinen?
Peckelsen: Alles in allem ist das Verhältnis in Ordnung. Kleinere Dinge gibt es immer, aber im Großen und Ganzen gibt es aus meiner Sicht keinerlei Grund, sich zu beklagen.

Stadionwelt: Paderborn könnte sich dauerhaft im Profigeschäft festsetzen. Wie wird sich die kleine Szene zwischen den übermächtigen Ruhrgebietsvereinen und Arminia Bielefeld positionieren können?
Peckelsen: Seitdem wir in der zweiten Liga spielen, sieht man viele Fans mit Schals oder Trikots in der Stadt. Vorher gab es das in Paderborn gar nicht. Die gesamte Fanszene hat in den letzten anderthalb Jahren einen riesigen Schritt nach vorne gemacht. Sie besteht schätzungsweise aus 500 bis 600 Leuten. Im Stadtbild sieht man natürlich immer auch mal Fans von Dortmund oder Schalke, aber Rivalität gibt es zu denen eher nicht. Der einzige wirkliche Rivale ist Bielefeld, wobei die uns wohl eher als Dorfverein ansehen.

Stadionwelt: Wie selbst seht ihr eure Leistungen in punkto Support in dieser Halbserie?
Peckelsen: Der Support ist in der letzten Zeit wirklich super geworden. Früher war es ein Problem, dass von der Haupttribüne so gut wie gar keiner mitgemacht hat. Jetzt singen auch von dort viele Leute mit, wenn ein Lied angestimmt wird. Wie gesagt: Innerhalb der Paderborner Fanszene tut sich einiges.

Stadionwelt: Erzähl bitte etwas zur Aktion „Bitte nicht stören, wir denken…“, bei der 19 Minuten und sieben Sekunden zu Beginn des Spiels gegen Fürth nicht supportet wurde.
Peckelsen: Bei dem Protest ging es um viele Kleinigkeiten wie zum Beispiel die Stadionproblematik, aber auch die Probleme mit dem Trainer. Es war quasi ein Protest gegen die Gesamtsituation. Viele erhoffen sich von Holger Fach, dem neuen Mann an der Linie, einen Aufschwung. (Stadionwelt, 18.1.2007)

Bild: Andy_ERH

Foto: Andy_ERH

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