Bei Hannover 96 gab es Änderungen in der Führungsetage. Die Fanszene sieht diese Ereignisse zwiespältig. Einig ist man sich allerdings in der Vorfreude auf das neue Fanhaus. Ein Interview mit Alex Bauer von den Ultras Hannover.
Das Winterpausen-Interview – Teil 3„Ilja Kaenzig war an Szenenähe kaum zu übertreffen“
Stadionwelt: In der Hinserie kam Martin Kind zurück zu Hannover 96. Er war bereits vorher umstritten in der Fanszene. Wie waren die Reaktionen auf seine Rückkehr?
Bauer: Immerhin hat Martin Kind bei seiner Rückkehr einen wichtigen Trainerwechsel vollzogen, der den Verein sportlich voranbrachte. Generell blickt man zurzeit wieder positiver in die sportliche Zukunft als noch im Herbst, wobei es natürlich undifferenziert wäre dies allein an der Person Martin Kind festzumachen. Seine schwerlich reglementierbare Machtfülle beängstigt uns jedenfalls sehr, so dass in den Fankreisen, die fähig sind dem Verein kritisch gegenüberzutreten, seine Rückkehr in vielen Punkten negativ gesehen wird. Uns allen ist bewusst, dass ihm die Positionierung „seiner Marke“ Hannover 96 über alles geht, und menschliche, vor allem fanspezifische Dinge, hinten anstehen. Den ersten Beweis dafür bekamen wir, als kurz vor Weihnachten gelbe Trikots ins Gespräch kamen, um dem Sponsor entgegenzukommen. Wir werden uns also wieder daran gewöhnen können, von hier auf jetzt Proteste aus dem Boden stampfen zu müssen. Positiv hierbei ist einzig und allein zu vermerken, dass fast alle erfassbaren Stadionbesucher ihren Unmut ebenfalls massiv gegen solche Planspiele zum Ausdruck gebracht haben.
Stadionwelt: Christian Hochstätter ist an die Stelle von Manager Ilja Kaenzig getreten. Wie wurde das in der Szene aufgenommen?
Bauer: Die Reaktionen in der Szene sind in doppelter Hinsicht schlecht, denn Ilja Kaenzig war an Szenenähe kaum zu übertreffen und glänzte oft mit erstaunlichem Wissen, so dass seine Demission mit Missfallen zur Kenntnis genommen wurde. Seinen Nachfolger, Christian Hochstätter, können wir bisher nur aus der Ferne beurteilen. Wir wollen noch nicht den Stab über ihn brechen, aber das, was von seiner in Mönchengladbach geleisteten Arbeit bei uns hängen blieb, lässt uns kaum hoffen, mit ihm sportlich voranzukommen.
Stadionwelt: Ihr steht kurz vor dem Einzug in das „Fanhaus“ in der Clausewitzstraße. Wie wird das ablaufen?
Bauer: Die Räumlichkeiten befinden sich an traditioneller Stelle in der ehemaligen Geschäftsstelle von 96 in direkter Nachbarschaft zum Eilenriedestadion und dem Trainingsgelände der Nachwuchsmannschaften. Sie sollen uns als Anlaufpunkt für die Spieltage und für Treffen in der Woche dienen. Kurz gesagt, bekommen wir ein neues Wohnzimmer, das wir auch nach unseren Bedürfnissen gestalten können. Allerdings fehlt noch ein offizieller Einzugstermin, da kleinere Dinge zwischen dem Verein und uns noch auf Klärung warten. Inoffiziell nutzen wir die Räume aber schon, nur sind sie noch ein wenig kahl. (Stadionwelt, 4.1.2007)
Foto: Rote Kurve




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