Schumi und die gelbe Acht

Faszination Fankurve 01.01.2005 0 Kommentare

Foto: Stadionwelt

Der 1. FC Köln bemüht sich, einen strategischen Partner zu gewinnen – einen Geldgeber, der 49% der Geschäftsanteile erwirbt. Den Wert hierfür hat man bereits auf fast 60 Mio. Euro taxiert. Mit dem Erlös – so die Hoffung der Führungsetage der 1. FC Köln GmbH & Co. KGaA – soll der Weg in eine erfolgreichere sportliche Zukunft geebnet werden. Als finanzkräftige Identifikationsfigur wäre die lebende Formel-1-Legende Michael Schumacher ein Favorit. Beim Intro zum Spiel gegen Erfurt nahm sich die Kölner Südkurve des Themas an. Die zweite Halbzeit wurde mit einer kleineren Choreografie gänzlich in eigener Sache eingeleitet.

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A.Z. (23) von der Wilden Horde erklärt die Hintergründe:

Stadionwelt: Es ist nicht alltäglich, dass Fans mit einer Choreografie die Akquise-Aktivitäten des Vereins unterstützen. War es eine mit dem FC koordinierte Aktion?
Z.: Es gab vorab natürlich die regelmäßig stattfindenden Gespräche. Die hatten wir aber auch schon bei anderen Aktionen wie der „23-Choreo“, als es darum ging, Christian Timm zum Bleiben zu bewegen. Letztendlich ist es für uns als Fans Pflicht, uns in vereinspolitische Themen einzumischen, da es um unseren Verein geht.

Stadionwelt: Hat der Verein eigene Vorschläge eingebracht oder Vorgaben formuliert?
Z.: Die Umsetzung war ganz allein unsere Sache. Bei einem Treffen mit dem Club wurde diese Geschichte thematisiert und die Gruppe hat sich zur Durchführung entschlossen. Also hat uns keiner reingeredet. Der Verein war einfach nur froh, dass die Fans sich auch mit diesem Thema befassen.

Bild: Stadionwelt

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Stadionwelt: Welche Erwartung habt Ihr an die Aktion geknüpft? Schumi hat viel Geld, aber warum sollte er Kapital in den FC pumpen?
Z.: Es geht nicht um Schumis Geld. So etwas würde die WH auch nicht unterstützen. Einige Leute bei uns haben die Sache auch abgelehnt, aber uns wurde versichert, dass Schumi nur als Repräsentant da sein soll und dafür, dass er seine Kontakte ausspielt. Schumi ist FC-Mitglied und bekennt sich zu seiner Heimatregion. Uns ist diese Art von Fremdkapital lieber als ein Verkauf von Anteilen an einen „Konzern X“.

Stadionwelt: Zur zweiten Halbzeit habt ihr eine Aktion mit dem Motto „Die 8 ist gelb“ auf dem Unterrang inszeniert. Warum gelb?
Z.: Vor einiger Zeit hatte unsere Gruppe mal eine gelbe Schwenkfahne, weil die Farbe im Kölner Stadtwappen vertreten ist. Dann haben wir Gelb genommen, um auf den Fahnen die Konturen nachzuzeichnen – aus rein grafischen Gründen. Zudem haben wir gemerkt, dass die Nachfrage nach Artikeln, in denen Gelb verwendet wird, groß ist. Die Farbe hebt sich von denen des Vereins ab und unterstreicht daher unsere Gruppe. Wir bezwecken da einfach nur eine Abwechselung. Es gab bei uns beispielsweise auch schon blaue und graue Shirts.

Stadionwelt: Ist es nicht gerade ein Anliegen der aktiven Fans, Traditionen und traditionelle Werte ihres Vereins wie beispielsweise die Vereinsfarben zu wahren? Wenn Mannschaften in clubfremdem Farben auflaufen, wird das oft genug als Erscheinungsform der „Kommerzialisierung“ verurteilt…
Z.: Das soll keine Unterwanderung der Vereinswerte sein. Es handelt sich allein um eine Farbe, die es in der Wilden Horde gibt. In Zukunft soll das bei uns aber auch nicht mehr werden. In diesen Tagen beging die WH ihren achten Geburtstag, und deshalb ist die Billardkugel mit der „8“ gelb statt schwarz. (Stadionwelt, 01.01.2005)

Bild: Stadionwelt

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