Bereits am 2. Spieltag dieser Zweitligasaison steht im Cottbusser „Stadion der Freundschaft“ das „Spiel mit erhöhtem Risiko“ zwischen dem FC Energie und Dynamo Dresden an. Nach den Wünschen einer aus Polizei-, Stadt- und Vereinsvertretern bestehenden Sicherheitskonferenz soll eine strikte Trennung der Fanblöcke gewährleistet sein. Für den Vorverkauf wird es deshalb strenge Regelungen geben: Karten wird es nur an fünf Tagen und nur am Stadion, jedoch nicht über das Internet geben und anhand des Ausweises wird die Herkunft des Käufers überprüft – nur „Einheimische“ werden dann maximal vier Karten kaufen können. In Dresden zeigt man sich empört. Nur 2.200 Fans sollen Tickets erhalten. Es ist die Rede vom „Stadionverbot für 8.000 Dresdner“. Ronny Gersch, Pressespecher von Energie Cottbus, zu den Hintergründen:
Stadionwelt: Fans aus Dresden sollten auch keine Sitzplatzkarten angeboten werden? Wie verhält sich das mit den DFL-Richtlinien, welche vorsehen, dem Gastverein Mindestkontingente von 10%, verteilt auf alle Kategorien, zur Verfügung zu stellen?
Gersch: Die Stadt Cottbus hat als Eigentümer des Stadions aus Sicherheitsgründen eine Ordnungsverfügung erlassen, wonach es dem FC Energie nicht erlaubt ist, Sitzplatzkarten für Gäste zu verkaufen. Dabei bezieht sich die Stadt auf Erfahrungen aus den Spielen gegen Hertha, Rostock und Union Berlin. Gästefans haben seinerzeit erhebliche Schäden auf der Tribüne angerichtet und mehrere Zuschauer verletzt.
Stadionwelt: Wie werden Sie sicherstellen, dass Energie-Fans aus Sachsen eine Karte bekommen, andererseits aber Dynamo-Fans aus der Cottbusser Gegend nicht in die Heimblöcke gelangen?
Gersch: Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen, um unseren Fans den Stadionbesuch zu ermöglichen. Dazu gehört die Verwendung unserer Kundenkartei ebenso wie Sonderverkäufe in ausgewählten Regionen mit hohem Anteil an Energiefans.
Stadionwelt: Viele Cottbusser wissen jetzt um den Wert der Karten und werden ihr „Kaufrecht“ möglicherweise zum Schwarzhandel nutzen. Wird der Verein Testkäufe, beispielsweise bei e-bay, machen? Wenn ja, wie wird man mit solchen Fans verfahren, die das Verteilungskonzept „unterwandern“?
Gersch: Der FC Energie Cottbus setzt auf eine Sicherheitspartnerschaft mit seinen Fans. Fans und Verein haben das gemeinsame Ziel, dass Spiele reibungslos ablaufen. Wir gehen deshalb nicht von einem Schwarzmarkthandel durch Energie-Fans aus. Schwarzhandel ist im Übrigen strafbar. (Stadionwelt, 01.08.2004)




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