Nach wiederholt erfolglosen Auftritten kommt es immer wieder dazu, dass der Verein oder die Mannschaft den Fans eine Auswärtsfahrt subventionieren oder sogar völlig bezahlen. Einen besonderen Weg geht jedoch Hertha BSC. Aus der Mannschaftskasse wurden in der Winterpause rund 300.000 Euro zur Verfügung gestellt, wodurch die Reisen zu allen Auswärtsspielen der Berliner in der Rückrunde vergünstigt angeboten werden können. Stadionwelt sprach mit Kay Bernstein (23) von den Harlekins.
Stadionwelt: Wie genau lautet bei Euch die Vereinbarung?
Bernstein: Bei weiten Auswärtsspielen zahlen wir zehn Euro für eine Sonderzugkarte, bei den näheren in Hamburg, Bremen oder Hannover nur fünf. Es gab auch Überlegungen, weniger Touren völlig kostenfrei anzubieten, aber diese Variante gefällt uns besser.
Stadionwelt: … weil bei kostenlosen Touren Leute mitfahren, die man sonst nie gesehen hätte?
Bernstein: So ist es! Aber auch jetzt gibt es ein etwas „komisches Publikum“, die erstmalig auftauchen und sich auf einmal für eine Tour nach Freiburg interessieren. Die werden in der nächsten Saison aber sicher wieder verschwunden sein.
Stadionwelt: Fühlt Ihr Euch irgendwie „bestochen“?
Bernstein: Nein, wir tun die Meinung ja trotzdem kund, mit „Stimmungskauf“ hat das nichts zu tun. Busblockaden oder ähnliches sind weiterhin denkbar. Zudem tragen wir durch den Verkauf von „12.-Mann-T-Shirts“ selber noch zur Finanzierung bei. (Stadionwelt, 01.05.2004)




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